Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 30.08.2016 bis 09.09.2016

Empfehlenswerte Links aus meinem Internet:

  • So viel AfD steckt im CSU-Papier – Politik – Süddeutsche.de
    Die CSU folgt strikt der alten Strauß-Doktrin, nach der es rechts von ihr keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe und plappert, nur leicht verschleiert (höhö), die Thesen der AfD nach, wie dieser Artikel zeigt.
  • Silvester in Köln – Making of Apokalypse 2.0
    Ein 45-minütiges Audiofeature befasst sich gründlich mit den Silvesterereignissen von Köln und vor allem damit, wie Öffentlichkeit, Medien und Politik darauf reagiert haben. Rückblickend hochinteressant und auch etwas erstaunlich, welche Eigendynamik sich hier entwickelte. Aus seiner persönlichen Sichtweise macht Autor Walter van Rossum dabei keinen Hehl, er hat eine Stinkwut – vor allem auf die von zahlreichen Kommentatoren an den Tag gelegte Kulturkampfrhetorik. Eine neutrale, ausgewogene Reportage ist das also nicht, aber Rossums Zorn gibt dem Beitrag einen ordentlichen Drive. Hörempfehlung!
  • Entfernungen beim Wandern – Ist es noch weit? – Reise – Süddeutsche.de
    Ich war bisher davon ausgegangen, dass die Zeitangaben auf Wanderwegen im Gebirge entweder auf groben Schätzungen basieren, oder dass halt jemand die Strecke mit Stoppuhr abgelaufen ist. Ich hatte ja keine Ahnung. Die Schweizer haben sogar eine hochkomplexe Formel dafür.
  • SPIO – Filmstatistische Taschenbücher
    Die „Spitzenorganisation der Filmwirtschaft“ hat ihre Statistik-Jahrbücher der Jahre 1957 bis 2000 als Scans online gestellt. Noch schöner als abfotografierte Seiten wäre freilich ein maschinenlesbares Format, mit dem man die Daten sinnvoll auswerten könnte, aber auch so ist das ein ziemlicher Schatz von unendlich vielen Zahlen und so schönen Statistiken wie „Ortsfeste Leinwände und Sitzplätze nach Bundesland und Einwohnergrößenklasse“. Bis zum Jahr 1961 ist das übrigens auch grafisch teilweise hübsch gestaltet und illustriert, ehe es ab 1962 dann völlig nüchtern und puristisch wurde.
  • Der große Marketing-Coup? – Greif und Lilie
    Der Namenssponsor des Stadions des SV Darmstadt verzichtet für eine Saison auf seine Namensrechte: jetzt spielt man im „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“, zu Ehren eines sehr aktiven, viel zu früh an Krebs verstorbenen Fans. Natürlich nutzt der Sponsor diese Abmachung auch für Eigen-PR. David Frogier de Ponlevoy erklärt, warum er das nicht nur nicht verwerflich, sondern sogar vorbildlich findet.
  • Brennerpass Bundesliga-Podcast: Spieltag 1 | Berni Mayer
    Es gibt inzwischen so viele Fußball-Podcasts, dass man wohl seine komplette wache Zeit damit verbringen könnte. Ich beschränke mich, auch in der kürzlich gestarteten neuen Saison, in der Regel auf zwei, die sehr unterschiedliche Herangehensweisen haben: Der Brennerpass kommt vom bayerischen Berliner Berni Mayer und seinem Nachbarn Rüdiger Rudolf, die sich etwa eine halbe Stunde lang durch den letzten Spieltag witzeln, und zwar auf angenehm unangestrengte Weise. Man liebt das Spiel, nimmt es aber nicht zu ernst.
  • 1. Spieltag: Corpus Delicti isch dä Tränr — Rasenfunk — Der Fußball-Podcast
    Die Rasenfunk Schlusskonferenz ist eigentlich das Gegenmodell: Analytisch, fundiert und fachmännisch geht es hier in aller Regel zu, eine Spieltagsbesprechung dauert kaum unter zwei Stunden und geht gerne in Details. Zwischendurch darf es aber auch launig und witzig werden, ganz besonders in dieser Saison-Auftaktfolge, einem Crossover mit dem Quatsch-Podcast Gästeliste Geisterbahn.

 

Auf DVD: Im Spinnwebhaus

spinnwebhaus

Sabine ist alleinerziehende Mutter dreier Kinder. Sie behandelt sie liebevoll, scheint aber überfordert zu sein, und es geht ihr nicht gut. Ihrem Ältesten, dem 12-jährigen Jonas, erklärt sie, sie habe große Angst vor „den Dämonen“ und müsse deswegen ein paar Tage weg. Solange sei er der Chef, er solle auf seine zwei Geschwister aufpassen und niemandem erzählen, dass die Mutter nicht da ist. So beginnt Im Spinnwebhaus, das Langfilmdebüt von Mara Eibl-Eibesfeldt. Nach einer Viertelstunde erst ist der oben abgebildete Titelschriftzug zu sehen, und ab diesem Moment taucht die Mutter (Sylvie Testud) nicht mehr auf. Die drei Kinder sind auf sich allein gestellt und Jonas versucht, ein halbwegs normales Familienleben aufrechtzuerhalten.

Anfangs ist dieses Ohne-Eltern-Sein auch ganz toll, abenteuerlich und voller neuer Freiheiten. Aber schon bald stellen sich etliche Probleme ein, denn die Mutter kommt nicht wie angekündigt zurück. Das Geld wird knapp, die Vorräte gehen zur Neige und das Haus verwahrlost zusehends. Die Kinder aber suchen nicht nach Hilfe, sondern machen weiter; irgendwie ist ihnen klar, dass das so sein muss. Erwachsene halten sie fern von ihrer Welt, mit Ausnahme von Felix, einem Jugendlichen von der Straße, der zu einer Art Komplize wird.

Der Film erzählt, in schicker Schwarz-Weiß-Ästhetik, seine Geschichte nicht als Sozialdrama, sondern eher wie ein Märchen. Er bleibt immer ganz nah an der Perspektive der Kinder und macht gelegentlich einen Schlenker ins Surreale. Ich hätte es schön gefunden, wenn Eibl-Eibesfeldt und Autorin Johanna Stuttmann dieses Irreale und Märchenhafte noch stärker ausgespielt und das Ende mehr in der Schwebe gelassen hätten. Stattdessen bekommen wir zum Schluss hin etwas zu viel erklärt und aufgelöst; die Kinder und mit ihnen die Zuschauer erfahren, was mit der Mutter los ist, und zwar mithilfe von Bildern, die man in diesem Zusammenhang schon allzu oft gesehen hat und die leider klischeehaft wirken. Da ist man dann doch wieder näher am konventionellen deutschen (Fernseh-) Film, als wohl beabsichtigt war.

Das ist aber ein verzeihlicher Ausrutscher. Sehenswert ist Im Spinnwebhaus allemal, vor allem wegen der drei jungen Hauptdarsteller, die den Film hervorragend tragen. Dass er konsequent aus deren Blickwinkel und ihrer kindlichen Logik erzählt, ist seine große Stärke. Auch was die Atmosphäre und den Look angeht, ist er etwas Besonderes. Die Stimmung wird fortschreitend düsterer und beklemmender, trotzdem bleibt immer ein Grundvertrauen darin, dass alles gut wird.

Ein gelungenes Beispiel also für die gerade in Deutschland sehr seltene Mischung aus Gegenwartsrealität und märchenhaften Elementen, wenn auch vielleicht etwas zaghaft. Wenn ich mir vorstelle, was etwa ein Guillermo del Toro aus dem Stoff gemacht hätte …

 

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 22.08.2016 bis 29.08.2016

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Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 18.08.2016 bis 21.08.2016

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