Samstag, 31.12.2005

Frohes neues Jahr, allerseits. Und nicht vergessen: die Neujahrsnacht dauert diesmal eine Sekunde länger!
(Das Foto stammt vom FC-Bayern-Abschlussfeuerwerk am 21.12. in der Münchner Arena)
Samstag, 31.12.2005
Das Kinosterben in München geht weiter: im Mai 2006 schließt das Schwabinger Marmorhaus. Einerseits ist das nicht so wahnsinnig schade, denn in diesem Falle geht der Stadt weder vom Filmprogramm noch von den Räumlichkeiten her etwas Besonderes verloren. Das Marmorhaus unterscheidet sich im Programm nicht von den Multiplexkinos. Es läuft Mainstream-Unterhaltung, Schwerpunkt Hollywood. Fast jeden der Filme, die dort laufen, kann man auch anderswo sehen. Und dieses anderswo ist meistens schöner, komfortabler, moderner. Denn das Marmorhaus ist ein recht altes Schuhschachtelkino mit teilweise winzigen Sälen und Leinwänden. Das Aus ist daher keine Riesen-Überraschung.
Trotzdem ist die Schließung zu bedauern, denn sie bedeutet auch: wieder ein unabhängiger Kinounternehmer weniger, wieder einige Leinwände weniger. Der Trend zur Konzentration und der allgemeine Abwärtstrend der Kinobranche halten an. Ich bin sehr gespannt, ob den Kinobetreibern demnächst mal richtige Ideen einfallen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Immer nur über schlechte Filme und böse DVDs zu jammern, kann es jedenfalls auf Dauer nicht sein. Wie wärs’s zum Beispiel mit einer Besinnung auf das Stichwort Film-Theater? Im Theater gibt’s z.B. Garderoben zum Jacken- und Taschen-Abgeben, es gibt ordentliche Programmhefte, es gibt Abos für Stammkunden. Und es gibt bessere Snacks als immer nur Popcorn und Nachos.
Freitag, 30.12.2005
Wo man hinschaut, schießen sie aus dem Boden: Listen über Listen, mit dem Besten, Tollsten, Schlimmsten des abgelaufenen Jahres. Es steckt eben in jedem ein Nick Hornby. Auf eine eigene Musik-Bestenliste will ich verzichten, empfehle aber einen Blick auf die Jahrescharts von M94.5 (dem einzig wahren Radiosender in München). Dieser Sammlung von tollen (Indie-) Songs 2005 kann ich mich weitestgehend anschließen.
Die Bestenlisten der einschlägigen Musikmagazine gibt’s gesammelt beim Popkulturjunkie.
Freitag, 30.12.2005

Zum Inhalt muss man nicht mehr viel sagen, glaube ich: Totenkopfinsel, großer Affe, weiße Frau, viele Monster, Empire State Building. Klassischer Stoff, der ins kollektive Gedächtnis eingegangen ist. Jeder kennt King Kong, auch wenn er nie einen der Filme gesehen hat. (Mein persönlicher Erstkontakt mit dem Riesengorilla war in den frühen 80ern bei einer Brettspiele-Adaption des Spielhallen-Hits “Donkey Kong”)
Nun hat also Peter Jackson, nach seinem Welterfolg Der Herr der Ringe, ein Remake gedreht. Zuallererst ist sein King Kong eine Liebeserklärung an das Original von 1933. Jackson träumte seit vielen Jahren davon, diesen Film neu zu drehen und das spürt man in jeder Einstellung. Detailverliebtheit und eine möglichst große Treue zur Vorlage sind auch hier (wie in HdR) zu finden.
Natürlich hat Jackson kleine Änderungen am Plot vorgenommen, hat eine Nebenfigur zur Hauptfigur ausgebaut (den Autor Jack Driscoll, gespielt von Adrien Brody) und v.a. alles auf die doppelte Länge aufgeblasen. Aber in den Grundzügen bleibt er sehr nahe am Original. Natürlich hat er es sich nicht nehmen lassen, einige schöne kleine Referenzen an die Vorlage in seinen Film einzubauen: z.B. die Bemerkung von Carl Denham (Jack Black), dass Fay Wray keine Zeit hätte, weil sie gerade was für RKO dreht. Oder die Szene, die Ann (Naomi Watts) auf dem Schiff mit dem Schauspieler Bruce Baxter dreht: diese Szene kommt genauso im 33er-King Kong vor, allerdings ohne Kamera. Die Beschwörungstänze der Ureinwohner auf der Insel zitiert Jackson dann noch in der New Yorker Bühnenshow, bei der der Affe präsentiert wird. Hier stammen Kostüme, Choreographie und Musik aus dem Original.
Die Schauspieler sind alle sehr gut, können aber ihr Können selten voll ausspielen, da die Rollen recht simpel gehalten sind. Der klare Star des Films, der alle locker an die Wand spielt, ist Kong. Hier haben die Digital-Effects-Leute wirklich Großartiges geleistet. Kong wirkt in jeder Szene echt und realistisch, nicht nur was das Fell und die Bewegungsabläufe angeht, sondern auch in seiner Gestik und Mimik. Allein diesem Affen bei dem zuzusehen, was er auf der Leinwand treibt, macht irre Spaß und ist das Eintrittsgeld wert.
Bei den anderen Monstern, die auf der Insel ihr Unwesen treiben, ist das nicht immer so gut gelungen. Teilweise sieht man den Dinos und sonstigen Viechern schon an, dass sie am PC entstanden sind. Aber das macht Peter Jackson durch die Rasanz und Dramatik wieder wett, mit der er diese actionreichen Szenen inszeniert.
Der Hauptvorwurf an King Kong, der oft geäußert wurde, lautet: zu lang. Da ist durchaus was dran, denn Jackson baut jede Szene aus dem Original sehr stark aus, besonders den ersten Akt. Es dauert eine ganze Stunde, bis wir erstmals das Äffchen zu sehen bekommen. In dieser Stunde gelingt es Jackson allerdings sehr gut, den Zeithintergrund vorzustellen und die Figuren zu richtigen Charakteren zu formen, mit denen man mitfiebern kann. Der zweite Akt, der auf der Insel spielt, hätte meiner Meinung nach das meiste Kürzungspotential gehabt. Die Kampfszenen sind alle recht lang und hätten unter ein paar Schnitten nicht gelitten. Der letzte Akt, der in New York spielt und die berühmte Empire-State-Szene enthält, geht dann längenmäßig wieder in Ordnung.
Insgesamt ist Peter Jackson hiermit das ultimative Monumental-B-Movie-Epos gelungen. King Kong bietet überwältigende Bilder zum Staunen. Dass die Story nicht mehr als eine klassische Pulp-Geschichte ist, muss man in Kauf nehmen.
Abspann: Die Credits sind schön nostalgisch gehalten und erinnern nochmal an Merian C. Coopers Original-King Kong. Ganz am Ende wird auf einer Texttafel den “Original explorers of Skull Island” und besonders der “incomparable Fay Wray” für die Inspiration gedankt.
Donnerstag, 29.12.2005

Man kann vom neuen Münchner Fußball-Stadion halten was man will, aber wenn man in der Dunkelheit die Arena rot leuchten sieht und sich darauf zubewegt, dann hat das etwas magisches. Wenn dazu dann noch die Vorfreude kommt, gleich zwei der drei momentan besten Bundesliga-Teams sehen zu dürfen, dann ist es wieder da: das spezielle Fußball-Live-Gefühl. Dazu braucht man keine Fanschals und Trikots zu tragen, auch keinen Sixpack Bier genossen zu haben. Dabeisein reicht schon.
Das hat sicher auch etwas mit der Masse zu tun. 66.000 Menschen in einem Rund versammelt, das hat eine eigene Dynamik, die auch ein bisschen beängstigend ist. Immer wieder erstaunlich, dass solche Veranstaltungen in aller Regel verhältnismäßig friedlich über die Bühne gehen.
Das Spiel selbst (FC Bayern - HSV, 1:0 n.V.) hätte ein paar Tore mehr vertragen können, war aber Fußball auf hohem Niveau. Das Tor von Hargreaves in der Verlängerung war überfällig und verdient, wenn auch bitter für die Hamburger, die sich bestimmt schon auf ein Elfmeterschießen gefreut hatten.
Nervig: im neuen Stadion wird noch mehr Wert auf Show und Inszenierung gelegt. Die Grenze zum Peinlichen ist da schnell mal erreicht. Das große Feuerwerk am Schluss war aber trotzdem toll.
(Ein paar weitere Fotos gibt’s hier.)
Dienstag, 27.12.2005
was wir machen ist nicht vorgesehen,
aber es ist schön, dich hier zu sehen.
(Tomte, Die Schönheit der Chance)
So, dann bin ich jetzt auch dabei bei diesem Blogdings. Bin selber sehr gespannt, was da draus wird.
Thematisch lege ich mich nicht fest, aber es wird sicher u.a. um Filme, Medien, Popkultur und München gehen. Aber nicht um Comics. Die darf ich ja schon anderswo zur Genüge behandeln.
Also tretet ein, macht’s euch gemütlich, probiert die Kommentarfunktion aus, abonniert den RSS-Feed. Und kommt wieder.