Helge Schneider: Globus Dei

Bis jetzt war ich ja immer der Ansicht, Helge Schneider und seine Filme/Musik/Bücher/Bühnenshows müsse man entweder wahnsinning witzig finden oder mit der Bemerkung „das ist nichts für mich“ abwinken. Mit seinem neuen Buch Globus Dei muss ich diese Ansicht revidieren. Es ist nämlich schlicht mittelmäßig.

Schneider behauptet in dem Buch, er hätte eine Weltreise gemacht, und zwar globetrottermäßig im Stil von Reinhold Messner. Hat er natürlich nicht, aber das ist auch nicht wichtig. Er berichtet von seiner Reise, die ihn zu Fuß, per Hundeschlitten, auf Schiffen und in Flugzeugen vom Nordpol aus um die ganze Welt führt. Dazu gibt’s ein paar Fotos mit schön erlogenen Bildunterschriften. Globus Dei funktioniert vor allem als Parodie auf all die Abenteurer, die um die Welt ziehen und hinterher in Büchern, Talkshows und Diavortägen „mit Überblendtechnik“ in der örtlichen Mehrzweckhalle darüber berichten. Diverse Weltenbummlerklischees werden bedient und ausgereizt.

Allerdings: es wird schnell langweilig. Schneider ist eigentlich immer dann am Besten, wenn er möglichst abstrus und irrwitzig wird, aber die Sprache in Globus Dei bleibt über weite Strecken viel zu normal. Und im Gegensatz zu Helges Kommisar-Schneider-Krimis gibt es auch keine echte Handlung, die den Leser bei der Stange hält. Ich kann mir vorstellen, dass dieser „Expeditionsroman“ wesentlich besser wirkt, wenn er von Helge selbst vorgelesen wird, also auf der Bühne oder als Hörbuch. Zum Nur-Lesen allerdings lohnt sich Globus Dei eher nicht.