Auf DVD: War of the Worlds (Krieg der Welten)

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Im Kino hatte ich den leider verpasst. „Leider“ muss man hier wirklich sagen, denn das Beste an Steven Spielbergs Verfilmung des H.G.-Wells-Klassikers ist die unheimliche Atmosphäre, die aus dem Film eher eine Horror- als eine Science-Fiction-Geschichte macht. Und das hätte im Kino sicherlich noch viel stärker gewirkt als zuhause. Trotzdem: War of the Worlds nimmt den Zuschauer gefangen und bietet, bis auf recht kurz gehaltene Eröffnungs- und Schlussszenen, ein sehr düsteres und packendes Schreckensszenario.

Spielberg und seine Drehbuchautoren Josh Friedmann und David Koepp verlegen die Handlung von Wells‘ Roman in die Gegenwart und, natürlich, in die USA. Außerdem wird um die Hauptfigur Ray (Tom Cruise) noch eine Familiengeschichte gestrickt: Ray ist geschiedener Vater zweier Kinder, die seine Ex-Frau bei ihm übers Wochenende abgibt. Natürlich ist er ein Rabenvater, der aber bald erkennt, dass es seine Hauptaufgabe ist, seinen beiden Kindern das Leben zu retten. Das ist alles typisch Spielberg und typisch Hollywood, wäre nicht nötig gewesen, stört aber auch nicht allzu sehr.

Viel stärker als der Familienplot wirkt die ausgiebige Darstellung der Hilflosigkeit und Ausgeliefertheit der Menschheit gegenüber der Invasion vom Mars. Keiner spielt sich hier zum Helden auf und versucht, den Tag zu retten – hier kämpft jeder nur noch ums eigene Überleben, und zwar meist ohne Erfolg. Die Tripods und deren Aktionen sind selbstverständlich sehr realistisch am Computer generiert, die Effekte sind sehr gelungen, aber trotzdem ist War of the Worlds keine CGI-Effekt-Schlacht und damit eine Art Independence Day II geworden, sondern eher eine Antithese zu E.T., in der diesmal die Aliens die Bösen (und zwar ganz und gar ohne jeden Zweifel böse) sind. Spielberg gelingen etliche eindrucksvolle Szenen, die ohne Effekte-Holzhammer auskommen (z.B. der brennende Zug oder die Szene vor der Autofähre).

Die Auflösung am Ende ist, wie schon im Original, ein bisschen zu sehr ex machina und nicht unbedingt logisch (hey, wenn die Marsianer der Menschheit so super-überlegen sind, hätten sie ja auch mal ’nen Immunologen mitbringen können), und dann ist da noch der kitschige Spielberg-Schluss. Das verhindert eine Top-Wertung für den Film, aber auch so ist diese Fassung eine gelungene Neuinterpretation eines Stoffes, der ja zuvor schon in Dutzenden von Varianten immer wieder neu erzählt wurde.

Abspann: Nichts besonderes, aber hier darf sich Spielbergs Hauskomponist John Williams, dessen Score im Film nur sehr zurückhaltend eingesetzt wird, nochmal richtig austoben. Krawumm-Tataa!

 

3 Gedanken zu „Auf DVD: War of the Worlds (Krieg der Welten)

  1. einverstanden. der happy-end schluss mit dem wiederaufgetauchten schluss hat mich schon geaerbert. allerdings nicht so sehr wie der schluss von a.i. ;-)
    einmal superpunk, bitte heut abend?

  2. ich kauf fuer den kommentar davor ein paar andere buchstaben. bitte selbst zusammenwuerfeln. superpunkt steht trotzdem im raum.

  3. der happy-end schluss mit dem wiederaufgetauchten schluss hat mich schon geaerbert.
    Ich glaube, er will uns folgendes sagen:
    „Das Happy End mit dem wieder aufgetauchten Sohn hat mich schon geärgert.“
    Das ist doch ein Service, hier werden Kommentare nicht nur gelesen, sondern auch noch ins Deutsche übersetzt!

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