Auf DVD: Lemony Snicket

Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events (Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse) von Brad Silberling basiert auf drei Büchern aus der Snicket-Romanreihe von Daniel Handler, eine – ähnlich wie Harry Potter – für Kinder konzipierte Serie, die aber auch von vielen Erwachsenen geschätzt wird.

Ähnlich wie in den Büchern tritt auch im Film der angebliche Autor Snicket selbst auf (gespielt von Jude Law, allerdings nur als Schattenriss zu sehen oder aus dem Off zu hören) und warnt sein Publikum erstmal vor den „betrüblichen Ereignissen“, von denen er gleich berichten werde. Anschließend erzählt er von den drei Baudelaire-Kindern, deren reiche Eltern ums Leben gekommen sind und die nun in die Obhut des unerfreulichen Count Olaf kommen. Dieser allerdings hat es nur auf das Vermögen der Baudelaire-Familie abgesehen und versucht, die Kinder schnellstmöglich um die Ecke zu bringen.

Count Olaf wird gespielt von Jim Carrey, einem Schauspieler, der nicht gerade für zurückhaltendes Agieren bekannt ist. Und auch hier ist er in seinem Element – Olaf ist ein Exzentriker mit eigenartiger Sprache, ausladender Gestik und seltsamen Marotten. Auf der „Jagd“ nach den Kindern schlüpft Olaf/Carrey auch noch in zwei weitere, nicht weniger skurille Rollen. Carreys Spiel wandelt dabei immer recht nahe an der Gefahr, auf die Nerven zu gehen, bleibt aber fast immer noch im erträglichen Rahmen (ob das in der deutschen Synchro auch der Fall ist, kann ich nicht sagen). Wie passend die Wahl Jim Carreys für die Hauptrolle tatsächlich ist, und wieviel eigene Ideen und Improvisationen er darin einbrachte, wird in den Special Features der DVD deutlich.

Richtig Klasse an diesem Film ist v.a. das Set-Design. Hier wurde eine Welt kreiert, die altertümlich aussieht, aber nicht klar einer bestimmten Zeit zugeordnet werden kann. Kostüme und Gebäude deuten auf das späte 19. Jahrhundert hin, andererseits gibt es z.B. Faxgeräte oder Autos mit Telefon und Tonbandgerät. Die Kulissen sind bis in kleinste Details sehr liebevoll gestaltet und tragen so zum Flair und zur Atmosphäre des Films bei. Dass Production Designer Rick Heinrichs zuvor an fast allen Tim-Burton-Filmen beteiligt war, ist deutlich zu sehen.

Ist es ein Kinderfilm? Für die ganz kleinen ist er sicher zu düster. Die ganze Atmosphäre, das Gothic-Flair und die Tatsache, dass einige der „Guten“ ihr Leben lassen müssen, machen Lemony Snicket eher zu einem Film für die größeren Kinder. Andererseits ist die Handlung nicht besonders komplex und es gibt natürlich ein Happy End. Erwachsende dürfen sich wie gesagt an den liebevollen Details erfreuen – störend fand ich nur das letzte Drittel des Films, das sich arg in die Länge zieht.

Abspann: eine hübsche, Scherenschnitt-artige Animation in gedeckten Farben, die bestens zur Stimmung des Films passt.

 

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