Numb3rs

Kinocharts sieht man ja allerorten. So eine Top-Ten-Liste sagt allerdings verdammt wenig aus, vor allem dann, wenn nur die Platzierungen genannt werden und nicht die Besucherzahlen. Da lohnt sich eine näherer Betrachtung.

Die Besucherzahlen, die mit den Kinocharts verbreitet werden, stammen von Media Control und beziehen sich in der Regel auf das Wochenende (Donnerstag bis Sonntag). Dazu gibt es eine Gesamtsumme, in der die neuen Zahlen zu den Zahlen der Vorwoche addiert werden (da sind dann auch Montag bis Mittwoch mit drin). Beispiel: Die Nummer 1 dieser Woche, Dick und Jane, kam am Wochenende auf 193.085 Zuschauer. Das Wochenende davor waren’s 330.218. Die Gesamtsumme, 582.803, liegt nochmal um 59.500 höher als die Summe der beiden Wochenenden.

Nun könnte man meinen: „Wow, zweimal in Folge die Nr. 1, dieser Dick und Jane ist ja mächtig erfolgreich.“ Das stimmt nur bedingt, denn nicht jede Woche gehen gleich viele Leute ins Kino. Am letzten Wochenende waren es z.B. etwa 1.605.000. Die ganz großen Blockbuster schaffen solche Zahlen schon allein am Startwochenende.

Und noch eine Zahl gilt es zu beachten, will man den Erfolg eines Films messen: die Menge der Kopien. Klar, dass ein Film erfolgreicher ist, wenn er mit riesig viel Kopien noch ins letzte Provinzkino gedrückt wird. Zum Beispiel das erste Wochenende im Oktober 2005: Spitzenreiter ist Brothers Grimm, 416 Kopien, im Schnitt 642 Zuschauer pro Kino. Weiter unten auf Platz 5: Leander Haußmanns NVA mit nur 199 Kopien, aber 748 Zuschauer pro Kino. Welcher Film ist nun erfolgreicher?

Wie auch immer:

There are three kinds of lies: Lies, Damned Lies and Statistics.
Leonard Henry Courtney

Eine recht interessante Analyse der Kinocharts gibt es Woche für Woche bei insidekino.com. Die Seite hat zwar ein recht eigenwilliges Design und enthält auch ein überflüssiges Tippspiel, aber eine derart ausführliche Zahlensammlung zum Thema (bezogen auf Deutschland und frei zugänglich) habe ich bisher noch nirgends gesehen.