Geist ist geil

Lichtspielreklame: März 1951

Dienstag, 28.02.2006

Nachdem ich in den letzten vier Wochen Kinoanzeigen von vor 50, 40, 30 und 20 Jahren gezeigt habe, lege ich für die nächsten Folgen noch fünf Jahre drauf. Im März blicken wir also zurück in die Jahre 1951, 1961, 1971 und 1981. Im April kommen dann wieder die 19*6er-Jahre dran. Auf geht’s…
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Geniale Theorie

Dienstag, 28.02.2006

Robert Gernhardt, ohnehin einer der ganz großen, wartet in einem Spiegel-Interview zum Thema Komik mit einer tollen Theorie auf:

Den fünf Genres Horror, Porno, Melodram, Spannung und Komik entsprechen fünf Körperausscheidungen: Erbrochenes, Sperma, Tränen, Schweiß und Urin. Und jedes Genre will eine dieser Ausscheidungen herbeiführen: Das Melodram will Tränen, der Porno Sperma, der Horror das Erbrechen, die Spannung den Schweißausbruch. Die Komik will zweierlei: Entweder soll sich der Mensch vor Lachen bepissen oder Tränen lachen. Das ist der Unterschied zur Hochkunst: Alle fünf Genres wollen den Konsumenten eindeutig außer Gefecht setzen. Wer die Lust bis zum Höhepunkt getrieben hat oder vor Lachen unter den Tisch gefallen ist, fällt erst einmal aus.

Feines Interview. Besonders mag ich auch den allerletzten Satz von Gernhardt.

Abgelegt unter: zitiert
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Hey, Winter!

Montag, 27.02.2006

Frauenkirche im Schnee

Langsam ist mal gut. Lass mal wieder die anderen ran.

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Eine Liebe zu den Tönen

Samstag, 25.02.2006

Andreas und Nicorola schwelgen in musikalischen Jugenderinnerungen. Dann will ich mal erzählen, wie ich meine ersten Mixtapes gebastelt habe.

Zur Erstkommunion bekam ich mein erstes Radio geschenkt. Einen Radiowecker, dessen Klang vermutlich nicht besser war als der eines guten Telefons (Mono natürlich), der aber Bayern 3 empfangen konnte. Damals war B3 noch kein Festplatten-Format-Radio, sondern hatte noch eine echte Musikredaktion, echte Sendungstitel (Seven O’ Pop) und Moderatoren mit Profil, z.B. Fritz Egner oder ein gewisser Thomas Gottschalk, dessen B3-Radioshow schnell meine Lieblingssendung wurde. Noch toller waren allerdings Die Schlager der Woche, die bayerischen Top Ten, moderiert vom lahmarschigen stoischen Thomas Brennicke. Die waren deshalb so toll, weil dort die Musik ausgespielt wurde, keiner laberte hinein. Ideal fürs Mitschneiden.

Wie schneidet man jetzt mit einem Radiowecker Musik mit? Was ich noch hatte, war der Kassettenspieler, ein klobiges Teil mit Tragebügel, auf dem in Prä-Radiozeiten immer Hörspielkassetten nudelten und der ein eingebautes Mikrophon hatte. Dieser musste jetzt zum Aufnahmegerät umfunktioniert werden. Erster Versuch: Radio an, Kassettenrekorder auf REC. Ergebnis: Mehr Rauschen und Nebengeräusche als Musik. Dann die geniale Idee: Verkürze den Weg zwischen Lautsprecher und Mikrofon! Also wurde das Radio kopfüber auf den Kassettenrekorder draufgestülpt. Ein Audio-Sandwich. Auf diese geniale Innovation bin ich noch heute sehr stolz. Die Ergebnisse waren freilich immer noch nicht toll, aber erträglich, wenn man während der Aufnahme schön leise war.

Zum Glück war irgendwann wieder Weihnachten und das Christkind brachte einen echten Radiorekorder (mit “Doppeldeck”, klaro). Endlich nebengeräuschfreies Mitschneiden! Das letzte Hindernis vor einer lückenlosen Dokumentation der Schlager der Woche war dann nur noch das gemeinsame Abendbrot der Familie. Das gab’s zwischen sechs und sieben, genau wie Sendung. Der Rebell in mir war immer schon eher zurückhaltend, Fernbleiben vom Essenstisch kam nicht in Frage, also umging ich auch dieses Problem mit Hilfe der Technik. Schließlich hatte mein Radiorekorder ja zwei Tapedecks. Top-Idee: zuerst die Sendung während des Abendessens ungeschnitten aufnehmen, anschließend sauber die einzelnen Songs von A nach B spielen. Zu beachten war allerdings, dass die Sendung eine knappe Stunde dauerte, eine 90er-Leerkassette aber pro Seite nur Platz für 45 Minuten hatte. Es galt also, den Beginn des Abendbrots geschickt bis 18.15 Uhr zu verzögern, um nicht am Schluss ausgerechnet die Spitzenreiter der Charts zu verpassen!

Die so entstandenen Mixtapes bekamen zwar ein einheitliches äußeres Erscheinungsbild (meine Handschrift, den super Titel “Power Play” und eine fortlaufende Nummer), waren aber inhaltlich nicht sehr stylisch. Es wurde halt kritiklos so ziemlich alles aufgenommen, was in den Charts war. So vereinten die Tapes große Weltstars (Madonna, Michael Jackson) mit heute vergessenen Teeniepoppern (Dan Harrow, Sabrina, Sandra), gefürchteten 80er-Legenden (Modern Talking, Alphaville, Wham!) und eigentümlichen Deutschrockern (Klaus Lage, Purple Schulz). Wenn’s euch beruhigt: wenige Jahre später kam gnadenlos der Tesafilm zum Einsatz und die Kassetten wurden überspielt.

Ich danke der B3 History Page, die ich beim Schreiben dieses Eintrags entdeckt habe, und die mir gerade einen schweren Nostalgieflash verpasst hat, vor allem mit den Audiofiles.

Und nächstes Mal erzähle ich etwas über mein Lieblings-Periodikum in dieser Zeit: Das top-Schlagertextheft.

Abgelegt unter: erinnert
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Ein Tritt frei

Freitag, 24.02.2006

The Rolling Stones, Eisstadion Mannheim 1973: 15,- DM
Pink Floyd, Dortmunder Westfalenhalle 1981: 34,- DM
David Bowie, Dortmunder Westfalenhalle 1990: 40,- DM
Robbie Williams, Velodrom Berlin 2005: 93,- EUR

Die Süddeutsche Zeitung von morgen, inkl. eines sehr lesenswerten Artikels von Dirk Peitz über die Explosion der Ticketpreise, ihre Ursachen und ihre Profiteure: 1,70 EUR



Auf DVD: Star Wars Episode III - Revenge of the Sith

Donnerstag, 23.02.2006

Viel zu schreiben lohnt sich hier nicht. Erstens gibt es im Netz hunderte von Texten zu diesem Film (z.B. hier) und zweitens ist er so hohl und leer, dass mir die Worte fehlen. Die digitalen Effekte sind große Klasse, gar keine Frage. George Lucas hat auf diesem Feld schon immer Standards gesetzt und tut es auch hier. Die Mischung aus Realszenen, digitalen Effekten und am Rechner erzeugten Hintergründen funktioniert perfekt. Die dünne Story: Anakin wechselt zur dunklen Seite und wird Darth Vader. Seine Frau Amidala bekommt zwei Kinder: Luke und Leia. Das wusste man vorher schon, und mehr relevantes passiert auch nicht. Mindestens zwei Drittel des Films bestehen aus hübsch anzusehenden, aber belanglosen Actionszenen. Der Rest zwischen den Actionszenen ist weniger erbärmlich als in Episode I und II, aber ein guter Dialogautor wird Lucas in diesem Leben nicht mehr.

Die DVD bestätigt meine Entscheidung, kein Eintrittsgeld ausgegeben zu haben, als der Film im Kino lief. Auf der anderen Seite entschädigt sie durch wirklich sehenswertes Bonusmaterial. Neben ordentlich präsentierten Deleted Scenes (Himmel, hättet ihr die doch nur verwendet, es hätte was geholfen!) ist das Kernstück ein ausführliches Making Of, das sich auf die Entstehung einer einzigen kurzen Sequenz (der Laserschwertkampf zwischen Ankin und Obi Wan) konzentriert, dafür aber auch wirklich alle beteiligten Prozesse bis hin zum Catering berücksichtigt. Das kommt zwar mit viel Hollywoodpathos daher, macht aber Spaß.

Abgelegt unter: geguckt
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Neues vom rechten Rand

Mittwoch, 22.02.2006

(Sorry für die dämliche Überschrift.)
Wollte nur darauf hinweisen, dass die rechte Spalte dieses Blogs ein wenig aufgefrischt wurde. Ganz neu sind die Link-Empfehlungen (powered by del.icio.us), regelmäßig aktualisierte Wegweiser zu interessantem oder amüsantem Zeugs im Netz.
Ein paar Änderungen in der Blogroll: drei Blogs hab ich gestrichen (v.a. solche, die kaum mehr aktualisiert werden), dafür sind fünf neu dazu gekommen.
Und wo ich schonmal dabei war, wurden auch die CD- und Buchlinks wieder aufgefrischt.

Abgelegt unter: blog-intern
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Lichtspielreklame: Februar 1986

Dienstag, 21.02.2006

Das Jahr 1986 liegt zwar auch schon wieder 20 Jahre zurück, das reicht aber wohl noch nicht, um viel unfreiwillige Komik in den damaligen Kinoanzeigen zu finden. Dafür gibt’s ein bisschen Nostalgieflair…
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Live: Vollplaybacktheater - Die drei ??? und das Gespensterschloss

Montag, 20.02.2006

Das Vollplaybacktheater aus Wuppertal war mal wieder mit einer Bühnenversion eines Drei-???-Hörspiels in der Stadt. Das Prinzip des VPT ist ziemlich simpel: ein Hörspiel kommt aus den Boxen, Schauspieler agieren dazu, machen synchrone Mundbewegungen - Vollplayback eben. Dass daraus eine funktionierende Show entstehen kann, liegt vor allem am “Kult”-Faktor (ich hasse dieses Wort, aber es passt hier nun mal) der Drei ???. Damit ist eine ganze Generation aufgewachsen, die das seit ein paar Jahren retromäßig wiederentdeckt. Das klappt aber nur ironisiert, denn kein Erwachsener wird die Drei-???-Bücher und -Hörspiele noch ernsthaft als “gut” bezeichnen wollen.

Das VPT sorgt für diese Ironisierung vor allem dadurch, dass die Tonspur übertrieben visuell umgesetzt und mit Wortspielen verfeinert wird. Außerdem wird bewußt mit den begrenzten Mitteln gespielt, die eine simple Theaterbühne bietet, und teilweise absichtlich “trashig” agiert. Den eigentlichen Pfiff erhalten die Playback-Stücke aber erst dadurch, dass das Hörspiel nicht 1:1 auf die Bühne gebracht, sondern etliche Tonschnipsel aus Filmen, Songs oder anderen Hörspielen dazwischengeschitten werden. Zitate galore: Da darf dann Hui Buh durch die Kulisse schweben, ein Kind mit dem Dreirad über den Flur fahren, Justus Jonas hört sich eine TKKG-Kassette an, Freddy Krueger und John Sinclair schauen vorbei, usw.

Wäre das mein erster Besuch beim Vollplaybacktheater gewesen, wäre ich wohl sehr angetan. Bei mir war’s gestern der dritte, und ich muss sagen, es war schon mal besser und cleverer. Im aktuellen Stück sind viele der eingebauten Gags äußerst platt, viel zu naheliegend und werden oft auch zu lange breitgetreten. Viel zu lang ist auch der vom VPT-Team selbst geschriebene Prolog geraten, der die Vorgeschichte zum Drei-???-Fall erzählt. Unterhaltsam war’s trotzdem, und der Großteil des Publikums war auch schwer begeistert, nur ist man halt immer enttäuscht, wenn man weiß, dass es eigentlich noch besser gehen könnte.



Star Wreck

Sonntag, 19.02.2006

Letzte Woche lief bei Tracks ein Beitrag über Star Wreck, eine finnische Science-Fiction-Parodie, die mit minimalen Mitteln aber viel Enthusiasmus gedreht wurde und alles andere als billig aussieht. Trailer gibt’s hier. Den kompletten Film (finnisch mit Untertiteln) kann man als DVD kaufen oder (legal und kostenlos) als Torrent downloaden. Damit ist er auch ein schöner Diskussionsbeitrag in Sachen legales Filesharing.

Mein Download läuft grade, Besprechung folgt demnächst.

Abgelegt unter: geguckt
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