Auf DVD: Shaun of the Dead

Der als „RomZomCom“ angekündigte Shaun of the Dead von Edgar Wright ist ein sehr spaßiger britischer Film, der mit „Horrorparodie“ nur unzureichend beschrieben ist. Anders als in puren Genre-Verarschungen wie z.B. Scary Movie geht es hier nicht darum, möglichst viele Filmzitate in 90 Minuten unterzubringen und auf Handlung oder Atmosphäre keinen Wert zu legen. Nein, Shaun of the Dead funktioniert auch vorzüglich als eigene (wenn auch teilweise alberne) Geschichte. Man muss dazu nicht einmal die klassischen Zombiefilme kennen, auch wenn diese natürlich zitiert werden.

Shaun ist ein ehemaliger DJ und jetziger Elektro-Verkäufer, der am liebsten mit seinem verwahrlosten Kumpel Ed im Pub oder vor der Playstation sitzt, anstatt mit seiner Freundin mal gepflegt Essen oder ins Theater zu gehen. Eine überzeichnete Version des typischen Nick-Hornby-Protagonisten. Wenn in Shauns Umgebung sich plötzlich alles verändert und mehr und mehr Menschen zu Zombies mutieren, braucht er sehr lange, bis er das überhaupt bemerkt. Als es soweit ist, beschließt er, seine Mutter und die Freundin, die ihm grade den Laufpass gegeben hat, zu retten. Er stellt fest, dass Cricketschläger und geschickt geworfene Vinyl-LPs sich gut als Waffen eignen, zumindest solange, bis die Untoten extrem in der Überzahl sind.

Der Film glänzt, vor allem in der ersten Hälfte, mit herrlichen Dialogen, originellen Regieeinfällen, viel Liebe zum Detail und einem hohen Tempo. Wunderbar vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Shaun und Ed die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass es auf einmal überall von Zombies wimmelt. Ist eben so. Der Zuschauer bekommt zwar ständig kleine Hinweise, wo die Ursache dafür liegen könnte, eine Auflösung des Rätsels wird aber immer geschickt umgangen.

Zwar lässt die zweite Hälfte bezüglich Tempo und Witz etwas nach, bietet aber immer noch einige tolle Szenen. Ich meine, man muss das doch lieben, wenn die Musicbox im Pub lautstark Queens „Don’t Stop Me Now“ spielt und dazu im Takt ein Untoter verpügelt wird…

Ich kann nicht direkt festmachen, woran’s liegt, aber der Film fühlt sich sehr britisch an. Ich bin sicher, dass eine US- oder eine deutsche Produktion aus der gleichen Grundidee etwas völlig anderes (vermutlich sehr viel platteres) gemacht hätte. Die Namen Edgar Wright und Simon Pegg (Co-Autor und Hauptdarsteller), die in England gemeinsam durch ihre Sitcom Spaced erfolgreich wurden, wird man sich jedenfalls merken müssen.

Abspann: Ganz am Ende erklingt die Kaufhausmusik aus George A. Romeros Dawn of the Dead (Zugegeben, das hab ich nicht selber erkannt, da hat mir die IMDB geholfen).

 

5 Gedanken zu „Auf DVD: Shaun of the Dead

  1. Shaun ist auch einer meiner Lieblingsfilme – den kann ich wie die zwei Spaced-Staffeln auch schon auswendig mitsprechen. ;-)
    Und aufgepasst: Wenn demnächst hier Doctor Who auf Pro7 gezeigt wird, verpasse man nicht den Zweiteiler „Aliens in London / World War III“ sowie Folge Nummer 7. ;-)
    Ad Astra

  2. ich hab ihn mir letztens auf dvd angekuckt. it’s so british! unbelievable! sehr, sehr ordentlich!!!

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