„Blogs sind doof“ auf schwyzerdüütsch

Für einige Journalisten in den „alten“ Medien scheinen Blogs immer noch ein Gespenst zu sein, dass sie nicht verstehen, von dem sie sich aber diffus bedroht fühlen und sich gezwungen sehen, undifferenziert auf das Phänomen Blogs einzudreschen.

Das Schweizer Radio DRS 3 hat am Mittwoch einen Beitrag gesendet mit dem Tenor: „Liebe Radiohörer, ihr habt vielleicht auch schon von diesen Blogs gehört, aber keine Sorge, das könnt ihr ignorieren, das ist doofer, langweiliger und belangloser Quatsch und nächstes Jahr schon wieder vergessen. Befasst euch lieber erst gar nicht damit und hört weiter schön brav Radio.“ (hier anhören)

Ich bin völlig damit einverstanden, wenn Heilsprediger verspottet und kritisiert werden, die in Blogs die Rettung der Demokratie, die große Medienrevolution und das große Geldverdienen sehen. Aber der DRS-Beitrag ist einfach nur ein perfektes Beispiel für schlechten Journalismus:

1. These aufstellen
2. Behauptung anhand eines willkürlich herausgegriffenen Beispiels illustrieren (ein beliebiger Blogeintrag soll da stellvertretend für alle Blogs stehen, mit derselben Methode könnte ich auch hiermit beweisen, dass Bücher generell scheiße sind)
3. Immer gut: ein „Experte“ im O-Ton (der sich hier durch die Behauptung disqualifiziert, dass ja auch Foren, Auktionen, Chatrooms und Sexseiten mal der totale Internet-Hype waren und heute würde das ja keinen mehr interessieren. Schon klar, Herr Dr.!)
4. Statistiken! Zahlen! Egal, was die eigentlich aussagen.
5. Der Rauswerfer, der das Thema abschließt. („Entwarnung, wir müssen uns nicht stressen lassen…“)

Ironischerweise beweist der Beitrag dann wieder indirekt, dass Blogs eben doch nicht so doof sind. Denn natürlich wird in der Blogosphäre, wie in solchen Fällen üblich, fleißig reagiert, kommentiert und verlinkt.

 

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