Freitag, 31.03.2006
Heute könnte man mal ausnahmsweise Maischberger auf n-tv einschalten. Es wird ihre letzte Sendung sein, zu Gast ist Harald Schmidt. Läuft um 17:10 und um 22:10. Schmidt als Gast ist meistens sehr unterhaltsam, wie er unlängst bei Sigmund Gottlieb und bei Johannes B. Reinhold Beckmann bewiesen hat.
In der Nacht von Freitag auf Samstag werden dann noch ein paar ältere Maischberger-Sendungen wiederholt, und zwar die mit den ganz hochkarätigen Gästen: Rau, Schröder, Kohl, Merkel, diese Liga. Und Helge Schneider.
Und noch mehr Schmidt kann man im Interview bei der Netzeitung lesen, das unsinnigerweise auf mehrere Tage gestreckt wird. Schmidt spricht dort u.a. etwas an, was ich mir auch schon gedacht habe:
Was ich sowieso nicht verstehen kann, ist dieses Gejammer: «Wir Deutschen sterben aus.» Wo ist da das Problem? Zumal ja schon geklärt ist, wer nachrückt - der Afrikaner.
Donnerstag, 30.03.2006
Die Musik auf diesen Platten dürfte auch ganz gut sein, aber die Titel sind schon mal ganz große Klasse:

Die Sterne: Räuber und Gedärm |

Kate Mosh: Breakfast Epiphanies |
Wortspiele gehen auch im Jahr 2006 noch. Wenn sie gut sind.
Mittwoch, 29.03.2006

Der läuft ja nun schon etliche Wochen und wer sich für den Film interessiert, dürfte schon reichlich drüber gelesen haben. Deshalb nur ein paar Worte.
Nüchtern betrachtet ist dieser Film über Johnny Cash just another biopic. Eine Musikerbiographie mit Höhen und Tiefen, wie sie in ähnlicher Form immer wieder mal gemacht werden. Das Drehbuch folgt gängigen Konventionen, beginnt in Cashs Kindheit und hakt dort einige kleine und große Motive ab, die später nochmal aufgegriffen werden. Hollywood-Standard, getragen von zwei Schauspielern (Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon) die ihre Rollen wirklich sehr glaubhaft verkörpern. Richtig in Fahrt kommt Walk the Line aber erst mit der Musik. Man muss kein Johnny-Cash-Fan und erst recht kein Country-Fan sein, um die Magie zu spüren, die in vielen seiner Songs steckt. Von Cash-Darsteller Joaquin Phoenix selbst gesungen und von Regisseur James Mangold äußerst effektiv inszeniert, waren es vor allem die Songs, die mich berührt haben.
Ich finde es prima, dass der Film nicht versucht, Cashs ganzes langes Leben in 136 Minuten zu quetschen, sondern sich auf einen Teil seiner Karriere (bis 1968) beschränkt. Womöglich hätte Walk the Line noch ein stärkerer Film werden können, wenn er sich noch genauer auf einen kürzeren Abschnitt von Cashs Leben konzentriert hätte. So werden doch einige Stationen zu schnell abgehakt, es bleibt vor allem eines unklar: Warum wurde Cash in den Fünfzigern und Sechzigern ein so großer Star (immerhin parallel zu Größen wie Elvis, den Beatles und Dylan)? Im Film passiert das “einfach so”, er nimmt ein paar Platten auf, tourt ein bisschen und ist plötzlich die Top-Berühmtheit. Wie soll das gehen, damals gab’s doch noch gar keine Blogs?
Fazit: Sehr ordentliches Biopic, das vor allem durch die Musik besticht.
Dienstag, 28.03.2006
Was reimt sich auf Flash Gordon?
Didi Hallervorden.
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Montag, 27.03.2006
Nicht nur, aber auch deshalb: Wenn übereifrige Juristen meinen, mit harter Hand und Drohungen gegen ihnen unliebsame Beiträge im Internet vorgehen zu müssen, dann entwickelt das eine erstaunliche Eigendynamik, meistens zuungunsten des Juristen oder seiner Auftraggeber. In der letzten Zeit gab’s fast jede Woche ein neues Beispiel dafür. Die Geschichte mit Transparency International und dem Blog Gedankenträger ist da nur das aktuellste Beispiel. (Wer noch nichts drüber gelesen hat, startet am besten hier).
Es ist einfach faszinierend, wie sich hier eine völlig inhomogene Gruppe von Menschen solidarisiert und die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, v.a. das Erzeugen von Öffentlichkeit, einsetzt. Einfach weil ihnen der gesunde Menschenverstand sagt, dass das so nicht in Ordnung ist. Das ironische I-Tüpfelchen ist die Tatsache, dass die Rolle des “Bad Guy” hier ausgerechnet von einer NGO besetzt wird, deren Grundprinzipien nach eigener Aussage “Integrität, Verantwortlichkeit, Transparenz und Partizipation der Zivilgesellschaft” lauten und die “nicht konfrontativ arbeitet”.
Moni selbst, die hier unmittelbar betroffene, wird das alles sicher nicht so viel Spaß machen, schließlich wird sie extrem unter Druck gesetzt. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Für Beobachter jedoch, die sich für die Dynamik der Medien im Allgemeinen und von Onlinemedien und Blogs im Besonderen interessieren, ist der Fall ein hochinteressantes Studienobjekt. Hoffentlich eines, aus dem auch PR- und Rechtsabteilungen, Spin Doctors und Abmahnkönige etwas lernen können.
Ergänzung, 28.03.: Einen hervorragenden chronologischen Überblick über die Geschichte hat Robert Basic auf BasicThinking veröffentlicht. Er meint: “Das ist zugleich eine der Sternstunden der deutschen Blogosphere”.
Montag, 27.03.2006

Die erste Überraschung des Abends: Das Konzert war vom Backstage ins nagelneue “Backstage Werk” verlegt worden, das neue Gelände auf der anderen Seite der Friedenheimer Brücke, das das bisherige Backstage bald ganz ablösen wird. Die neue Location hat dank abgesenktem Innenraum ein bisschen was arenenhaftes, ohne dabei die Clubatmosphäre einzubüßen. Gefällt mir.
Tomte live, das ist vor allem die große Thees-Uhlmann-Show. Thees singt und spielt nicht nur, er gibt auch den Conferencier, der jeden Song mit ausführlichen Ansagen einleitet. Mit seinem Hang zum Albernen setzt er einen schönen Kontrast zu den Tomte-Texten, die gerne mal sehr pathetisch ausfallen. Thees zeigt sich als wandelndes Poplexikon, imitiert Richard Ashcroft, erzählt launige Tour-Anekdoten, sinniert über die Tattoos des Testament-Sängers und teilt uns mit, was ihn viel mehr antörnt als sich prügelnde Mädchen im Christina-Aguilera-Video: Mädchen, die die Zeit und viele Bücher lesen.
Uhlmann ist im Herzen immer noch Fan, der sich tierisch freut und es noch immer nicht recht glauben mag, dass er jetzt da oben steht und die Leute ihm zuhören. Natürlich ist das eine Pose, aber das tolle ist: man nimmt sie ihm ab. Im Zugabenteil wird die in München ansässige Metal Hammer-Redaktion mit Gitarrenparts von Slayer und Metallica gegrüßt, und wenn dann alle im Chor von der Schönheit der Chance singen, dann ist das eben genau das: schön.
(Hier stehen noch’n paar Fotos)
Sonntag, 26.03.2006
Ich war ein guter Junge,
heute mache ich mich schick.
Samstag, 25.03.2006
Tobias Kniebe vergleicht in der SZ die verschiedenen Mechanismen der Instant-Starwerdung anhand von Tobias Regner (DSDS) und Grup Tekkan (”Sonnenlischt”):
Wenn es um inhaltliche Leere, fehlendes Charisma und die Abwesenheit einer künstlerischen Identität geht, geben sich die beiden Star-Modelle jedoch nichts.
Freitag, 24.03.2006

Das kannte ich auch noch nicht: Werbung für einen einzelnen Abend, auf einem Linienbus!
(gesehen auf einem Bus der Linie 52 am Viktualienmarkt)
Donnerstag, 23.03.2006

Die Fantastic Four gehören zu den Superheldencomics, die den Mythos des Marvel-Verlags begründeten, und zählen (zumindest in den USA) zu den langlebigsten und bekanntesten Comicserien. Hierzulande ist eine gewisse schwäbische Hip-Hop-Gruppe unter diesem Namen weitaus berühmter, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass der deutsche Verleih den Filmtitel nicht eindeutschte, obwohl die Comics in Deutschland seit jeher als Die fantastischen Vier laufen.
Die Verfilmung von Tim Story, bei der auch Bernd Eichinger und seine Constantin ihre Finger im Spiel hatte, muss sich erstmal mit dem gleichen Problem herumschlagen wie alle anderen Superhelden-Filme, die keine Fortsetzung sind: die Origin muss erzählt werden. Wie und warum kamen die Helden zu ihren Superkräften? Das ist meist mühsam, weil es viel Zeit kostet, bis die eigentliche Geschichte richtig losgehen kann, und weil die simplen Erklärungen, die in einem Comic der 60er Jahre okay waren, nicht ohne weiteres in einem heutigen Film funktionieren. Obwohl sich der Film Mühe gibt, nicht allzu lächerlich zu wirken, braucht man schon eine wohlwollende Haltung zum Genre, um das zu akzeptieren: Vier erstaunlich junge Weltraumforscher fliegen ins All, werden von einem kosmischen Sturm erwischt und sind hinterher dehnbar, unsichtbar, entzündbar oder ein Golem-artiger Steinklops.
Anschließend folgt der Teil des Films, in dem die Helden ihre neuen Fähigkeiten und deren Vor- und Nachteile kennenlernen. Dieser Teil ist sehr unterhaltsam, mit viel Humor und netten Onelinern inszeniert und macht wirklich Spaß. Es ist sehr angenehm, dass die Vier nicht sofort die ganze Welt retten müssen, sondern ihre Kräfte erstmal im kleinen Rahmen testen können.
Es kommt Fantastic Four sehr zu gute, dass er nie mehr sein will als ein Summer Blockbuster, ein unterhaltsames, actionreiches Popcornmovie für eine junge Zielgruppe. Anders als beim überambitionierten Hulk von Ang Lee oder den politisch interpretierbaren X-Men gibt es hier keine Metaebene, über die man lange nachdenken müsste. Das hier ist Rummelplatzkino, und als solches funktioniert der Film. Auf große Namen wurde verzichtet, die Hauptdarsteller wurden großteils eher aus einem Model- als aus einem Schauspielerkatalog gecastet. So kann Michael Chiklis, der als “The Thing” die meiste Zeit unter einer Maske steckt, seine Kollegen mühelos an die Wand spielen und seine Figur zu dem machen, was sie auch in den Comics ist: der sympathischste und interessanteste Charakter der Vier.