Live: Kaiser Chiefs

Dass bei einem Konzert mal der Gitarrenverstärker ausfällt oder der Bass den Geist aufgibt — kann passieren. Ein totaler Ausfall der Soundanlage ist da schon seltener, und dass das ganze dann auch noch zweimal innerhalb einer halben Stunde passiert — das ist dann schon sehr ungewöhnlich. Aber ich greife vor.

Gestern abend spielten also die Kaiser Chiefs in der rappelvollen Muffathalle in München. Die erste Vorband, The Chalets, hab ich verpasst, die zweite war We Are Scientists, die sich verdammt englisch anhören, aber aus New York kommen. Musikalisch sehr passend zum Headliner und für Vorgruppenverhältnisse schon sehr stark umjubelt.

Kaiser Chiefs

Unter all den viel gehypten und oft tatsächlich tollen neuen britischen Gitarrenbands sind die Chiefs sicher nicht die tiefgründigsten. Ihr Album „Employment“ wirkt nach mehreren Durchläufen eher ermüdend, aber die Songs sind wie geschaffen für die Bühne. Kaiser Chiefs sind Mitmach-Rock: Mitklatschen, Mitgrölen, Mithüpfen. Das alles wird vom Start weg ausgiebig praktiziert: Indie-Ballermann, indeed. Aber dann, nach etwa 20 Minuten, ist plötzlich nur noch das Schlagzeug zu hören, alles was Strom braucht, ist weg (das Licht ging zum Glück noch). Sänger Ricky Wilson grinst erst mal breit und singt dann mit dem Publikum nochmal den Refrain von „Everyday I Love You Less And Less“ a capella. Das trägt aber auch nicht allzu lange, Achselzucken, Abgang von der Bühne. Nach ein paar Minuten ist das Problem dann doch behoben und es kann weiter gehen. Schlauerweise spielen die Chiefs erstmal nicht den vorher abgebrochenen Song „Caroline, Yes“ zuende, sondern ziehen mit „I Predict A Riot“ die Stimmung direkt wieder von Null auf Hundert. Gesegnet, wer solche Hits in der Tasche hat.

Und jetzt die Händeee zum Himmeeel...

Etwas später sollte sich die Strompanne nochmal wiederholen, diesmal mit einer noch längeren Zwangspause und ein bisschen mehr Unmut beim Publikum. Aber zur Versöhnung gab’s ja am Ende noch „Oh My God“, und dann war auch schon Schluss, keine Zugaben. Ohne die Unterbrechungen wäre das ein runder Abschluss gewesen, so war es dann doch ein bisschen unbefriedigend.

Wenn der Band weiterhin so viele einprägsame und mitsingbare Hooklines (mit viel Oh-oh und Na-na-na) einfallen, werden das noch große Stadionrocker. Zur Sicherheit sollten sie künftig vielleicht ein Megaphon mitnehmen. Einen Mitschnitt des Konzerts gibt’s übrigens am 18. März um 23:00 auf Bayern2.