Auf DVD: Jersey Girl

Jersey Girl

Es war einmal ein Hollywood-Traumpaar, das hieß „Bennifer“ (Ben Affleck und Jennifer Lopez) und machte sich mit dem Film Gigli lächerlich, der weltweit als grottenschlecht gebrandmarkt wurde. Wenig später kam Jersey Girl ins Kino, ebenfalls starring Bennifer, was auch diesen Film zu einem Kassenflop machte. Dabei stirbt J-Lo in Jersey Girl schon nach wenigen Minuten. Das war aber nicht der Grund, warum ich den Film ausgeliehen habe, der Grund war sein Regisseur und Autor: Kevin Smith.

Smith wurde mit seinem Low-Budget-Film Clerks bekannt und drehte in den folgenden Jahren mal schlechtere (Mallrats) und mal bessere (Chasing Amy, Dogma) Filme, die alle in New Jersey spielten und junge Leute mit losem Mundwerk zeigten. Als Running Gag waren stets die Figuren Jay und Silent Bob mit dabei. Jersey Girl spielt — Überraschung — auch wieder in New Jersey, ansonsten ist dies jedoch kein typischer Kevin-Smith-Film, sondern eine sehr glatt gebügelte, familientaugliche Mainstreamkomödie, auf deren DVD-Cover das Pressezitat „Der perfekte Film fürs erste Date“ gepappt wurde. Sehr konventionell, von der Bildsprache bis zur Filmmusik.

Ben Affleck spielt einen New Yorker PR-Fuzzi im Musikbusiness, dessen Frau bei der Geburt seiner Tochter stirbt. Wenig später begeht er bei einer Will-Smith-Pressekonferenz einen grandiosen Fauxpas und wird in der Branche zur Persona non grata erklärt. Ohne Job, als Vater völlig überfordert, zieht er zurück zu seinem Daddy nach New Jersey. Der Rest ist sehr sehr vorhersehbar, zum Teil ziemlich überzuckert und natürlich mit einem fetten Happy-End versehen, hat aber immerhin Liv Tyler als Blickfang zu bieten.

Die Tatsache, dass Smiths Stärke in den Dialogen liegt, und er von den Produzenten keine allzu engen Fesseln angelegt bekam, retten den Film immerhin soweit, dass er nicht zur totalen Disney-Plastikware verkommt. Sehr hübsch ist auch der Cameo-Auftritt von Will Smith und der kurze Auftritt der beiden Smith-Buddies Jason Lee und Matt Damon. Wesentlich mehr Spaß als Jersey Girl macht allerdings das Bonusmaterial auf der DVD. Einige Clips aus der Reihe Roadside Attractions, in der Smith für Jay Lenos Late-Night-Show skurille „Attraktionen“ besucht, sind dort zu finden, ebenso wie ein ausführliches Große-Jungs-Geplauder mit Affleck und Smith. Bei den Audiokommentaren durfte dann auch Jason Mewes (alias Jay) als Special Guest seinen Senf dazu geben.

Abspann: Wie immer bedankt sich Kevin Smith im Abspann bei Gott (ja, wirklich) und der Welt mit einigen netten persönlichen Zeilen.