Auf DVD: The Village

Ich wollte diesen Film vermeiden. Zu bitter war der Nachgeschmack von M. Night Shyamalans Vorgängerfilm Signs (siehe Björns ausführlichen Beitrag dazu). Ich wollte mir nicht schon wieder einen Filmabend von einem miesen Ende versauen lassen. Die Meinungen, die man beim Kinostart von The Village so hörte, waren sehr gemischt und machten auch nicht unbedingt Mut. Also erst mal nicht ins Kino.

Jetzt hab ich mich doch hinreißen lassen, die DVD auszuleihen, und siehe da: der Film hat mir gefallen, sogar sehr gut. Wie üblich (The Sixth Sense, Unbreakable) setzt Shyamalan auch in diesem Film wieder auf einen überraschenden Storytwist gegen Filmende, den man als Zuschauer auf keinen Fall vorher kennen sollte. Und wie üblich kann man auch hier vorzüglich den Film dahingehend unter die Lupe nehmen, ob die Geschichte nach dieser Enthüllung noch stimmig ist oder Logiklöcher hat. Ganz wasserdicht ist The Village hier nicht, wer will, kann wohl einiges bemängeln. Für mich war die Wendung aber durchaus glaubwürdig (im Kontext des Films, nicht im Sinne von „total realistisch“).

Ganz abgesehen vom Schluss hat Shyamdingsbums hier einen sehr atmosphärischen und angenehm unzeitgemäßen Thriller gedreht. Sehr langsam, mit ruhigen Kameraeinstellungen und großartiger Musik erzählt er die Geschichte einer kleinen amerikanischen Puritanersiedlung, deren Einwohner abgeschnitten vom Rest der Welt leben. Das Dorf ist umgeben von einem Wald, den keiner betreten darf und will, denn dort hausen „Those we don’t speak of“ und die verstehen keinen Spaß. Als ein junger Dorfbewohner (Joaquin Phoenix) schwer krank wird, beschließt seine Verlobte, die blinde Ivy (Bryce Dallas Howard), sich in den Wald zu wagen und Medikamente aus der Stadt zu besorgen.

The Village hat einige hübsch gruselige Momente, ist aber viel mehr als klassisches Spuk-Kino. Anstelle von Schockeffekten oder Splattereinlagen setzt der Film auf den Einsatz von Licht und Schatten und auf die Klasse seines Schauspielerensembles. Mir hat’s gefallen. Trotzdem hätte ich nichts dagegen, wenn MNS beim nächsten Mal seine Erfolgsformel vom überraschenden Ende mal links liegen lässt und einen ganz anderen Film dreht.

(Schalten Sie auch das nächste mal wieder ein, wenn es wieder heißt: Der Abspannsitzenbleiber hinkt total hinterher und stellt völlig unaktuelle Filme vor, die es schon seit Monaten auf DVD gibt.)

 

Ein Gedanke zu „Auf DVD: The Village

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