Im Kino: Brokeback Mountain

Fast jeder hat von diesem Film gehört, fast jeder meint, etwas über den Film zu wissen, zumindest diese zwei Worte: Schwule Cowboys. Diese werden dem Film in keiner Weise gerecht: Weder ist Brokeback Mountain ein klassischer Western, noch ist es ein „typischer“ Film zum Thema Homosexualität. Es ist auch kein mit Streichern, Pathos und Hochglanzbildern aufgeladenes Rührstück für Freunde romantischer Lovestories. Brokeback Mountain ist ein großartig erzähltes Porträt zweier Menschen und ihrer tragischen Liebe zueinander.

Ein Film über den Zwang der Verhältnisse, denen man gerne entfliehen möchte, es aber nicht kann (oder nicht möchte, oder sich nicht traut). Ein Film über verpasste Chancen und die Bitterkeit, die man spürt, wenn man merkt, dass die Chance vorbei ist. Und was mir besonders gefiel: Ein Film, der nicht eindeutig Stellung bezieht, dessen Helden nicht ausschließlich sympathisch sind. Helden, die nicht nur an ihrer Umwelt scheitern, sondern auch an sich selbst.

Der Film braucht nicht viele Worte. In den entscheidendsten Szenen wird sehr wenig oder gar nichts geredet. Für solche Szenen wurde das Medium Film erfunden. Tolle Regie (Ang Lee), großartige Bilder, beeindruckende Schauspieler, toller Soundtrack. Kein Zufall, dass es hierfür so viele Preise und Nominierungen gab.