Auf DVD: Collateral

Eine Nacht in L.A. wird für einen Taxifahrer zur Hölle, als ein Profikiller einsteigt und sich von ihm von Auftragsmord zu Auftragsmord kutschieren lässt. Collateral von Michael Mann ist ein sehr solider Thriller mit einem guten Drehbuch ohne Hänger, stellenweise verdammt spannend. Herausragend an Collateral ist nicht so sehr die Handlung: Diese bewegt sich in etwa auf dem Niveau einer richtig guten Tatort-Folge (was ja selten genug vorkommt). Herausragend ist allerdings die ästhetische Umsetzung: Michael Mann findet außergewöhnliche Bilder für diese zeitlich und räumlich komprimierte Story (alles spielt sich innerhalb weniger Stunden in L.A. ab), das nächtliche Los Angeles wird gezeigt als eine Riesenstadt, die ebenso anziehend wie angsteinflößend ist.

Großartig ist Jamie Foxx in seiner Rolle als Taxifahrer. Er bekam dafür eine Oscar-Nominierung als „Best Performance by an Actor in a Supporting Role“. Dabei spielt er hier in meinen Augen definitiv die Hauptrolle. Er trägt den Film, seine Figur ist die, um die sich die Story dreht, und mit der der Zuschauer mitfiebert. Das ist keine „Supporting Role“, liebe Academy, das ist eine verdammte „Leading Role“! Auch wenn der Name „Tom Cruise“ größer und weiter vorne auf dem Plakat steht. Cruise spielt den Killer, geht nicht sonderlich auf die Nerven, und hat sich hier merkwürdigerweise als Richard Gere verkleidet. Umgekehrt wär’s auch gegangen.