Im Kino: Wu Ji – The Promise (Die Reiter der Winde)

(Gesehen bei den Fantasy Filmfest Nights)

Für all die Superlative („teuerster Film Chinas“, Golden-Globe-Nominierung und chinesischer Vorschlag für den Auslands-Oscar), mit denen Chen Kaiges Fantasy-Märchen beworben wird, ist Wu Ji ein bemerkenswert mittelmäßiger Film geworden. Mit gutem Willen könnte man von dem Film sagen, dass er unterhaltsames und farbenprächtiges Popcornkino bietet, das für 100 Minuten recht gut unterhält. Wenn man aber hinterher nochmal fünf Minuten drüber nachdenkt, bleibt nicht viel übrig außer tollen Kostümen und (zu) vielen temporeichen Kampfeinlagen, die man aber in Filmen wie Hero oder House of Flying Daggers auch schon besser gesehen hat.

Die Geschichte dreht sich um eine wunderschöne Prinzessin, deren Schicksal es ist, alle Männer, die sie liebt, an den Tod zu verlieren, und um einige Männer, die um die Prinzessin herum angeordnet werden: den erfolgreichen General, seinen geheimnisvollen Sklaven, der verdammt schnell rennen kann, den fiesen Bösewicht und eine mysteriöse Gestalt, bei der man nicht recht weiß, auf wessen Seite sie steht. Stinknormale Genrezutaten halt, mit denen mehr oder weniger erfolgreich versucht wird, die zahlreichen Actionszenen zusammenzuhalten.

Wu Ji ist eine wahre Orgie von CGI-Effekten, was erstmal nicht schlimm wäre. Allerdings: die Effekte erzeugen nie die Illusion von Echtheit, wirken niemals real, sondern immer wie ein Ausschnitt aus einem Play-Station-Spiel, das gerade in den Film montiert wurde. Vielleicht könnte es der Film tatsächlich schaffen, eine Magie zu erzeugen, aber diese ständig deutlich sichtbaren Brüche zwischen Realfilm und Bildern aus dem Rechner rauben ihm jeden Zauber. Dass der Film dann auch noch ohne den kleinsten Funken Humor auskommt, sondern sich lieber eine ordentliche Portion Kitsch und Pathos gönnt, ist auch nicht gerade hilfreich. Enttäuschend.

Wer noch deutlich drastischere Worte zu diesem Film lesen will, sollte sich Thomas Grohs Rezension im Filmtagebuch ansehen.