Live: Blackmail

Ungefähr zehn Jahre gibt es diese Band jetzt schon, ihre Platten werden allseits in höchsten Tönen gelobt, aber eigentlich kennen sie immer noch viel zu wenige. Immerhin, ihr langer Atem und ein abermals sehr gutes Album (Aerial View) sorgen dafür, dass das Münchner Backstage diesmal zwar nicht ausverkauft, aber doch ziemlich gut gefüllt ist.

Die Vorband heißt Revolt und klingt, v.a. wegen der Stimme des Sängers, sehr nach Placebo. Was insofern passend ist, dass von Blackmail ja oft das gleiche behauptet wird.

Während vom Band der geniale Bläsersatz aus „Couldn’t Care Less“ vom neuen Album als Intro ertönt, entern Blackmail die Bühne und gehen nahtlos in den Song über. Es folgt eine gute Mischung aus neuen und alten Songs, dazwischen ab und zu ein paar sparsame Worte von Aydo Abay.

Kurt Ebelhäuser Aydo Abay Carlos Ebelhäuser

Es stimmt schon, großes Entertainment und Showeinlagen bekommt man nicht bei Blackmail. Hier wird gerockt, das muss reichen. Und wie das reicht. Fette Bässe, große Melodien und immer wieder Brüche und Widerhaken in den Songs. Es ist außerdem wirklich eine Freude, den Gebrüdern Ebelhäuser dabei zuzusehen, wie sie, in sich versunken und ohne Rockergepose, ihre Gitarrenwände bauen und dabei wirklich glücklich zu sein scheinen. Der Abend endet mit dem großartig ausschweifenden, viertelstündigen Krachepos „Friend/Foe“. Wie sagt man bei eBay immer so schön? Jederzeit gerne wieder.