Live: Tomte

Die erste Überraschung des Abends: Das Konzert war vom Backstage ins nagelneue „Backstage Werk“ verlegt worden, das neue Gelände auf der anderen Seite der Friedenheimer Brücke, das das bisherige Backstage bald ganz ablösen wird. Die neue Location hat dank abgesenktem Innenraum ein bisschen was arenenhaftes, ohne dabei die Clubatmosphäre einzubüßen. Gefällt mir.

Tomte live, das ist vor allem die große Thees-Uhlmann-Show. Thees singt und spielt nicht nur, er gibt auch den Conferencier, der jeden Song mit ausführlichen Ansagen einleitet. Mit seinem Hang zum Albernen setzt er einen schönen Kontrast zu den Tomte-Texten, die gerne mal sehr pathetisch ausfallen. Thees zeigt sich als wandelndes Poplexikon, imitiert Richard Ashcroft, erzählt launige Tour-Anekdoten, sinniert über die Tattoos des Testament-Sängers und teilt uns mit, was ihn viel mehr antörnt als sich prügelnde Mädchen im Christina-Aguilera-Video: Mädchen, die die Zeit und viele Bücher lesen.

Uhlmann ist im Herzen immer noch Fan, der sich tierisch freut und es noch immer nicht recht glauben mag, dass er jetzt da oben steht und die Leute ihm zuhören. Natürlich ist das eine Pose, aber das tolle ist: man nimmt sie ihm ab. Im Zugabenteil wird die in München ansässige Metal Hammer-Redaktion mit Gitarrenparts von Slayer und Metallica gegrüßt, und wenn dann alle im Chor von der Schönheit der Chance singen, dann ist das eben genau das: schön.

(Hier stehen noch’n paar Fotos)

 

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