Why I love the Blogosphere

Nicht nur, aber auch deshalb: Wenn übereifrige Juristen meinen, mit harter Hand und Drohungen gegen ihnen unliebsame Beiträge im Internet vorgehen zu müssen, dann entwickelt das eine erstaunliche Eigendynamik, meistens zuungunsten des Juristen oder seiner Auftraggeber. In der letzten Zeit gab’s fast jede Woche ein neues Beispiel dafür. Die Geschichte mit Transparency International und dem Blog Gedankenträger ist da nur das aktuellste Beispiel. (Wer noch nichts drüber gelesen hat, startet am besten hier).

Es ist einfach faszinierend, wie sich hier eine völlig inhomogene Gruppe von Menschen solidarisiert und die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, v.a. das Erzeugen von Öffentlichkeit, einsetzt. Einfach weil ihnen der gesunde Menschenverstand sagt, dass das so nicht in Ordnung ist. Das ironische I-Tüpfelchen ist die Tatsache, dass die Rolle des „Bad Guy“ hier ausgerechnet von einer NGO besetzt wird, deren Grundprinzipien nach eigener Aussage „Integrität, Verantwortlichkeit, Transparenz und Partizipation der Zivilgesellschaft“ lauten und die „nicht konfrontativ arbeitet“.

Moni selbst, die hier unmittelbar betroffene, wird das alles sicher nicht so viel Spaß machen, schließlich wird sie extrem unter Druck gesetzt. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Für Beobachter jedoch, die sich für die Dynamik der Medien im Allgemeinen und von Onlinemedien und Blogs im Besonderen interessieren, ist der Fall ein hochinteressantes Studienobjekt. Hoffentlich eines, aus dem auch PR- und Rechtsabteilungen, Spin Doctors und Abmahnkönige etwas lernen können.

Ergänzung, 28.03.: Einen hervorragenden chronologischen Überblick über die Geschichte hat Robert Basic auf BasicThinking veröffentlicht. Er meint: „Das ist zugleich eine der Sternstunden der deutschen Blogosphere“.

 

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