Im Kino: Walk the Line

Der läuft ja nun schon etliche Wochen und wer sich für den Film interessiert, dürfte schon reichlich drüber gelesen haben. Deshalb nur ein paar Worte.

Nüchtern betrachtet ist dieser Film über Johnny Cash just another biopic. Eine Musikerbiographie mit Höhen und Tiefen, wie sie in ähnlicher Form immer wieder mal gemacht werden. Das Drehbuch folgt gängigen Konventionen, beginnt in Cashs Kindheit und hakt dort einige kleine und große Motive ab, die später nochmal aufgegriffen werden. Hollywood-Standard, getragen von zwei Schauspielern (Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon) die ihre Rollen wirklich sehr glaubhaft verkörpern. Richtig in Fahrt kommt Walk the Line aber erst mit der Musik. Man muss kein Johnny-Cash-Fan und erst recht kein Country-Fan sein, um die Magie zu spüren, die in vielen seiner Songs steckt. Von Cash-Darsteller Joaquin Phoenix selbst gesungen und von Regisseur James Mangold äußerst effektiv inszeniert, waren es vor allem die Songs, die mich berührt haben.

Ich finde es prima, dass der Film nicht versucht, Cashs ganzes langes Leben in 136 Minuten zu quetschen, sondern sich auf einen Teil seiner Karriere (bis 1968) beschränkt. Womöglich hätte Walk the Line noch ein stärkerer Film werden können, wenn er sich noch genauer auf einen kürzeren Abschnitt von Cashs Leben konzentriert hätte. So werden doch einige Stationen zu schnell abgehakt, es bleibt vor allem eines unklar: Warum wurde Cash in den Fünfzigern und Sechzigern ein so großer Star (immerhin parallel zu Größen wie Elvis, den Beatles und Dylan)? Im Film passiert das „einfach so“, er nimmt ein paar Platten auf, tourt ein bisschen und ist plötzlich die Top-Berühmtheit. Wie soll das gehen, damals gab’s doch noch gar keine Blogs?

Fazit: Sehr ordentliches Biopic, das vor allem durch die Musik besticht.

 

Ein Gedanke zu „Im Kino: Walk the Line

  1. hey, das knutschebild scheint neu zu sein. scheinbar aendern die das painting ab und an (oder wenn der film halt so lang laeuft und dann auch noch oscars gewinnt)

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