
Das kannte ich auch noch nicht: Werbung für einen einzelnen Abend, auf einem Linienbus!
(gesehen auf einem Bus der Linie 52 am Viktualienmarkt)

Das kannte ich auch noch nicht: Werbung für einen einzelnen Abend, auf einem Linienbus!
(gesehen auf einem Bus der Linie 52 am Viktualienmarkt)

Die Fantastic Four gehören zu den Superheldencomics, die den Mythos des Marvel-Verlags begründeten, und zählen (zumindest in den USA) zu den langlebigsten und bekanntesten Comicserien. Hierzulande ist eine gewisse schwäbische Hip-Hop-Gruppe unter diesem Namen weitaus berühmter, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass der deutsche Verleih den Filmtitel nicht eindeutschte, obwohl die Comics in Deutschland seit jeher als Die fantastischen Vier laufen.
Die Verfilmung von Tim Story, bei der auch Bernd Eichinger und seine Constantin ihre Finger im Spiel hatte, muss sich erstmal mit dem gleichen Problem herumschlagen wie alle anderen Superhelden-Filme, die keine Fortsetzung sind: die Origin muss erzählt werden. Wie und warum kamen die Helden zu ihren Superkräften? Das ist meist mühsam, weil es viel Zeit kostet, bis die eigentliche Geschichte richtig losgehen kann, und weil die simplen Erklärungen, die in einem Comic der 60er Jahre okay waren, nicht ohne weiteres in einem heutigen Film funktionieren. Obwohl sich der Film Mühe gibt, nicht allzu lächerlich zu wirken, braucht man schon eine wohlwollende Haltung zum Genre, um das zu akzeptieren: Vier erstaunlich junge Weltraumforscher fliegen ins All, werden von einem kosmischen Sturm erwischt und sind hinterher dehnbar, unsichtbar, entzündbar oder ein Golem-artiger Steinklops.
Anschließend folgt der Teil des Films, in dem die Helden ihre neuen Fähigkeiten und deren Vor- und Nachteile kennenlernen. Dieser Teil ist sehr unterhaltsam, mit viel Humor und netten Onelinern inszeniert und macht wirklich Spaß. Es ist sehr angenehm, dass die Vier nicht sofort die ganze Welt retten müssen, sondern ihre Kräfte erstmal im kleinen Rahmen testen können.
Es kommt Fantastic Four sehr zu gute, dass er nie mehr sein will als ein Summer Blockbuster, ein unterhaltsames, actionreiches Popcornmovie für eine junge Zielgruppe. Anders als beim überambitionierten Hulk von Ang Lee oder den politisch interpretierbaren X-Men gibt es hier keine Metaebene, über die man lange nachdenken müsste. Das hier ist Rummelplatzkino, und als solches funktioniert der Film. Auf große Namen wurde verzichtet, die Hauptdarsteller wurden großteils eher aus einem Model- als aus einem Schauspielerkatalog gecastet. So kann Michael Chiklis, der als “The Thing” die meiste Zeit unter einer Maske steckt, seine Kollegen mühelos an die Wand spielen und seine Figur zu dem machen, was sie auch in den Comics ist: der sympathischste und interessanteste Charakter der Vier.
Der Berliner Kinobetreiber Georg Klosters hatte schon vor der Berlinale gewarnt und einen offenen Brief an die Produzenten, Verleiher und Förderer deutscher Filme geschrieben. Sechzehn deutsche Filme kämen in den acht Wochen nach der Berlinale in die Kinos – und dann keiner mehr bis August: „Wie oft schafft der normale Filmbegeisterte den Weg ins Kino? Jetzt rechnet aus, was für Euren Film übrigbleibt, wenn sich zwei, drei oder unwahrscheinlicherweise vier Filme als Hits durchsetzen.” Und die Antwort gab er gleich selbst: „Der deutsche Film kannibalisiert sich selbst und alle klatschen.”
Michael Althen in der F.A.Z.
Dass Filmverleiher und Kinobesitzer Angst vor der WM haben, kann ich ja durchaus verstehen. Aber diese Taktik ist zum Scheitern verurteilt. Stellt euch vor, der Sommer wird verregnet und die deutsche Mannschaft scheidet im Achtelfinale aus. Dann fällt der WM-Hype zusammen wie ein Soufflé, wie unser Ex-Außenminister sagen würde, und dann wäre man doch vielleicht froh, ein paar frische Filme im Angebot zu haben.
(via Franziskript)
Die frühen siebziger Jahre. Es gab noch keine Videotheken, keine Privatsender mit Spätprogramm, kein Pay-TV und erst recht kein Internet. Aber schmutzige Filme, die gab es damals schon. Nur musste, wer sie sehen wollte, ins Kino gehen. Später wanderten exakt diese Filme in die Privatsender mit Spätprogramm, vielleicht auch ins Pay-TV. Und natürlich ins Internet.
Weiterlesen…
Ungefähr zehn Jahre gibt es diese Band jetzt schon, ihre Platten werden allseits in höchsten Tönen gelobt, aber eigentlich kennen sie immer noch viel zu wenige. Immerhin, ihr langer Atem und ein abermals sehr gutes Album (Aerial View) sorgen dafür, dass das Münchner Backstage diesmal zwar nicht ausverkauft, aber doch ziemlich gut gefüllt ist.
Die Vorband heißt Revolt und klingt, v.a. wegen der Stimme des Sängers, sehr nach Placebo. Was insofern passend ist, dass von Blackmail ja oft das gleiche behauptet wird.
Während vom Band der geniale Bläsersatz aus “Couldn’t Care Less” vom neuen Album als Intro ertönt, entern Blackmail die Bühne und gehen nahtlos in den Song über. Es folgt eine gute Mischung aus neuen und alten Songs, dazwischen ab und zu ein paar sparsame Worte von Aydo Abay.
![]() |
![]() |
![]() |
Es stimmt schon, großes Entertainment und Showeinlagen bekommt man nicht bei Blackmail. Hier wird gerockt, das muss reichen. Und wie das reicht. Fette Bässe, große Melodien und immer wieder Brüche und Widerhaken in den Songs. Es ist außerdem wirklich eine Freude, den Gebrüdern Ebelhäuser dabei zuzusehen, wie sie, in sich versunken und ohne Rockergepose, ihre Gitarrenwände bauen und dabei wirklich glücklich zu sein scheinen. Der Abend endet mit dem großartig ausschweifenden, viertelstündigen Krachepos “Friend/Foe”. Wie sagt man bei eBay immer so schön? Jederzeit gerne wieder.
(Gesehen bei den Fantasy Filmfest Nights)
Für all die Superlative (“teuerster Film Chinas”, Golden-Globe-Nominierung und chinesischer Vorschlag für den Auslands-Oscar), mit denen Chen Kaiges Fantasy-Märchen beworben wird, ist Wu Ji ein bemerkenswert mittelmäßiger Film geworden. Mit gutem Willen könnte man von dem Film sagen, dass er unterhaltsames und farbenprächtiges Popcornkino bietet, das für 100 Minuten recht gut unterhält. Wenn man aber hinterher nochmal fünf Minuten drüber nachdenkt, bleibt nicht viel übrig außer tollen Kostümen und (zu) vielen temporeichen Kampfeinlagen, die man aber in Filmen wie Hero oder House of Flying Daggers auch schon besser gesehen hat.
Die Geschichte dreht sich um eine wunderschöne Prinzessin, deren Schicksal es ist, alle Männer, die sie liebt, an den Tod zu verlieren, und um einige Männer, die um die Prinzessin herum angeordnet werden: den erfolgreichen General, seinen geheimnisvollen Sklaven, der verdammt schnell rennen kann, den fiesen Bösewicht und eine mysteriöse Gestalt, bei der man nicht recht weiß, auf wessen Seite sie steht. Stinknormale Genrezutaten halt, mit denen mehr oder weniger erfolgreich versucht wird, die zahlreichen Actionszenen zusammenzuhalten.
Wu Ji ist eine wahre Orgie von CGI-Effekten, was erstmal nicht schlimm wäre. Allerdings: die Effekte erzeugen nie die Illusion von Echtheit, wirken niemals real, sondern immer wie ein Ausschnitt aus einem Play-Station-Spiel, das gerade in den Film montiert wurde. Vielleicht könnte es der Film tatsächlich schaffen, eine Magie zu erzeugen, aber diese ständig deutlich sichtbaren Brüche zwischen Realfilm und Bildern aus dem Rechner rauben ihm jeden Zauber. Dass der Film dann auch noch ohne den kleinsten Funken Humor auskommt, sondern sich lieber eine ordentliche Portion Kitsch und Pathos gönnt, ist auch nicht gerade hilfreich. Enttäuschend.
Wer noch deutlich drastischere Worte zu diesem Film lesen will, sollte sich Thomas Grohs Rezension im Filmtagebuch ansehen.
Es ist ja schon ein bisschen billig, sich über schlecht übersetztes (oder aus dem Google-Translator stammendes) Deutsch lustig zu machen. Aber wenn es so wunderbare und wundersame Blüten treibt wie auf der türkischen Website turkiyeninrehberi.com, dann kann ich nicht anders, als ein bisschen zu zitieren:
Die Türkei ist ein Land, das durch zärtlich Luftsportarten wie Paragleiten, Paragleiten, Segelflugzeug, Fallschirm und Ballon entdeckt werden soll.
Mikrolicht ist ein sehr grundlegendes motorisiertes fliegendes Gefäß (Schiff). [...] Es gibt keine Bedeutung von der Landung und nimmt Start-und Landebahnen weg, es kann landen und sich innerhalb von kurzen Entfernungen entfernen.
Es gibt auch Rezepte, z.B. für “Vollgestopfte Frikadellen”:
Vorbereitung :
1-Blutgeschwür bulgur in viel bis weichem Wasser. Abfluß und beisete gelegt.
2-schmelzen Margarine und leicht braune gehackte Zwiebeln und Kiefer-Wahnsinnige. [...]
9-Hitzeöl in frypan und brät leicht Frikadellen bis golden braun. Abfluß und dient.
Guter Apetite.
Dankeschön. Nach dem Kochen kann man sich dann ein grobes Lager suchen:

(via Axel Hacke im SZ-Magazin)
Falls jemand von Euch gerne am Montag abend auf das Blackmail-Konzert im Münchner Backstage gehen möchte: Ich hätte noch ein Ticket übrig. Stammleser bekommen nen Sonderpreis.