Auf DVD: Confessions of a Dangerous Mind (Geständnisse)

Gestern startete George Clooneys neuer Film Good Night, and Good Luck in den Kinos. Ein guter Anlass, endlich mal Clooneys Regiedebüt von 2002 anzusehen, der seit Monaten ungenutzt in meinem DVD-Regal stand. Die Kernthemen sind in beiden Filmen erstaunlich ähnlich, auch wenn die Ergebnisse sicher grundverschieden sind: Fernsehen und Politik.

Confessions of a Dangerous Mind ist die Verfilmung der Autobiographie von Chuck Barris, der in den USA ein recht berühmter Fernsehproduzent und -moderator war. Ihm sind TV-Formate wie Herzblatt und die Gong Show zu verdanken (letztere hatte auch in Deutschland ein kurzes Gastspiel, eines der unrühmlicheren Kapitel in der Karriere von Götz Alsmann). Confessions ist jedoch aus zwei Gründen kein gewöhnliches Biopic: Erstens erzählt Barris in seinem Buch davon, dass er im Nebenjob ein von der CIA angeheuerter Auftragsmörder war und lange Zeit ein Dopellleben geführt hat — eine Behauptung, bei der immer in der Schwebe bleibt, ob sie wirklich stimmt. Und zweitens stammt das Drehbuch von Charlie Kaufman, und der hat immerhin so geniale Spinnereien wie Being John Malkovich oder Eternal Sunshine of the Spotless Mind auf dem Kerbholz.

Confessions ist weniger schräg und wesentlich geradliniger als die beiden letztgenannten, aber trotzdem unkonventionell und originell erzählt und verbindet ganz locker Elemente von Dokumentarfilm, Thriller und Komödie. Chuck Barris beginnt als kleiner Möchtegern bei ABC und macht eher zufällig als geplant Karriere, sowohl beim Fernsehen als auch bei der CIA. Sam Rockwell verkörpert den egozentrischen, nicht besonders sympathischen Helden sehr glaubhaft. Ein Mensch ohne echte Ziele und Überzeugungen, der sich treiben lässt und nicht nein sagen kann. Überhaupt ist der Film ausgezeichnet besetzt (bis hin zu einem sehr schönen Mini-Cameo von Danny Oceans Kumpels Brad P. und Matt D.).

Es muss Clooney und Co. großen Spaß gemacht haben, die 60er und 70er Jahre auf die Leinwand zu bringen. Farben, Musik, Frisuren, Kostüme — alles passt. Das macht Confessions auch zu einem gelungenen period piece und zu einer liebevollen Hommage an das Fernsehen, als es noch etwas unschuldiger war.