Live: Visions Spring Break

Letzte Woche im Backstage: Ein Miniaturfestival mit nicht allzu berühmten, aber feinen Bands. Die Duels hab ich gleich mal verpasst. Als ich kam, spielten bereits die Kooks, die mir bis dahin auch kein Begriff waren. Jung, aus England, und ziemlich gehypt. Der jüngere Teil des Publikums schien zu einem beträchtlichen Teil genau wegen dieser Band hier zu sein, zahlreiche Kooks-Buttons und -T-Shirts waren zu sehen. Ihr Sound klingt ziemlich retro und kommt, wenn man das zarte Alter der Musiker betrachtet, erstaunlich routiniert rüber.

Nach der Umbaupause: The Zutons. Ein höchst unterhaltsamer Rock’n’Roll-Stilmix mit Schwerpunkt Gute Laune. Die Zutons dürfen sich das Verdienst ans Revers heften, ein Instrument wieder salonfähig zu machen, das durch exzessiven Missbrauch v.a. in den Achtzigern inzwischen als völlig uncooles Rock-Tabu galt: Das Saxofon. Nicht übertrieben oft, aber sehr effektiv eingesetzt, röhrt das Sax hier ganz wunderbar.

The Zutons

Zum Schluss das Kontrastprogramm nach den Party-Rocksongs der ersten Bands: Archive. Schwer zu beschreiben, schwer einzuordnen. Passende Schlagworte sind vielleicht „Prog-Rock“ oder „Radiohead“, aber damit trifft man es auch nicht ganz. Zu acht stehen Archive auf der Bühne und entwerfen beeindruckende Soundscapes. Schicht für Schicht entstehen diese Songs, die nie kürzer als fünf Minuten und oft wesentlich länger dauern. Obwohl das „Kunst“-Etikett hier nicht ganz falsch ist, wird Archives Musik nie zu verkopft, irgendwo ist immer ein eingängiger Hook versteckt, der dich mitreißt. Großartige Musik, die ich mir gerne noch länger angehört hätte als die etwa 60 Minuten, die der Gig dauerte.

Archive

Archive

Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher Abend, der für mich dank Losglück bei der Roten Raupe auch noch kostenlos war.

Archive