Neil Young: Living with War

Neil Young, die alte Hütte, packt wieder die Strom-Gitarren aus. Sein neues Album Living With War kann man komplett per Stream hören, und es ist genau die Sorte Neil-Young-Musik, die ich am liebsten mag. Nach den eher ruhigen bis winselnden letzten Platten mit viel Folk und Country wird hier wieder gerockt. Wer Mirror Ball (feat. Pearl Jam) mochte, oder das famose Feedback-Gewitter von Ragged Glory, wird hier gut bedient. Pretty old-school natürlich, das ganze. Bitte keine Innovationen erwarten. Bei Track 4 kann man sogar problemlos „My My Hey Hey“ drüber singen.

Die Promo für das Album läuft komplett über die Schiene „Politisches Protest-Album“. Mit Anti-Kriegs- und Anti-Bush-Parolen ist Neil Young natürlich nicht alleine, aber nachdem er nach 9/11 sich eher auf die andere Seite gestellt hatte, ist das durchaus bemerkenswert. „Let’s Impeach The President“ ist ein richtig schöner, mitsingbarer Protestsong mit simpler Melodie und simpler Botschaft. Sowas musste mal wieder sein. Trotzdem haut Young volle Pulle auf die Patriotistenpauke (nach dem Motto: „Ich liebe Amerika und muss deshalb gegen Bush sein“) und lässt als letzten Track einen Gospelchor „America, the Beautiful“ singen. Das hätt’s dann doch nicht gebraucht, aber ansonsten: gutes Album, Mr. Young. Ich hör mir das jetzt gleich nochmal an. Und dreh noch ein bissl lauter auf.

Das Gerücht, dass es das komplette Album für lau zum Dowload geben würde, stimmt wohl leider nicht. Schade.

Noch ein paar Links:
Das Blog zum Album (der Meister bloggt freilich nicht selbst)
Videos: CNN-Interview zu „Let’s Impeach the President“,
Trailer zu Jim Jarmuschs Year of the Horse,
Mehrere Clips aus Rust Never Sleeps
MP3: Neil Young & Crazy Horse: Love to Burn (aus Ragged Glory)

 

Ein Gedanke zu „Neil Young: Living with War

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