Hong-Kong-Trash-Experten gesucht

In der vorletzten Ausgabe der Lichtspielreklame ergab sich in den Kommentaren ein Mysterium, das mit einem obskuren Trashfilm aus Hong Kong zu tun hat. Es geht um diesen Film hier:


Das Rätsel lautet: Wie heißt dieser Film im Original und wo steckt der passende IMDB-Eintrag dazu? Die bisherigen Indizien (mit freundlicher Unterstütung von Omega Doom von den Trashzombies):

Der deutsche Titel ist klar: Frankensteins Kung-Fu Monster, aber auch Kung-Fu Riders. Von beiden gibt es Scans der VHS-Videohüllen in der OFDb. Beide Hüllen nennen auf ihren Covern Namen wie Wan Man-Lee und Woo-Du (!), die gleichen Namen stehen auch im Kabel-Eins-Filmlexikon und bei den Trashzombies. OFDb behauptet, der Originaltitel wäre Kamen Raidaa Bui Surii tai Desutoron Kaijin, aber hier wird’s kompliziert: der IMDB-Eintrag zu jenem Titel enthält völlig andere Namen für Darsteller, Regisseur usw. Ist das der gleiche Film? Oder doch ein anderer? Und wen juckt’s eigentlich? Herr Buttgereit, übernehmen Sie!

 

3 Gedanken zu „Hong-Kong-Trash-Experten gesucht

  1. Ich würde sagen: OFDB und IMDB haben mit ihren Angaben recht.

    Ursache für die Verwirrung dürfte wohl das zweifelhafte Gebaren der Verleiher wenig gediegener Filmkunst in den 1970er Jahren sein. Je vom Trend abhängig wurden seinerzeit haufenweise Filme eingekauft und in die Kinos geschaufelt – ob’s nun Italowestern, Godzillafilme oder später eben Kung-Fu-Filme waren. Die Filme an sich zählten dabei nicht viel, sie wurden umgeschnitten wie es ins Konzept passt, oder mit anderen Filmen sogar verschnitten, verfälscht synchronisiert, bekamen Fantasie-Titel (soviele Djangos, die in Deutschland durch Steppen ritten, gab’s in ganz Italien nicht ;-) ) oder wurden sonst auf irgendeine Weise dem eigenen Gutdünken angepasst (erfundene Schauspieler- und Regisseurnamen, etc).

    Ich vermute mal, dass man mit dem offenkundig japanischen Film mittels des Titels zum einen an die Bekanntheit der Godzilla-Filme (die größtenteils unter „Frankenstein“-Titeln in den hiesigen Kinos liefen), zum anderen an die gerade noch pulsierende Eastern-Welle und Bruce-Lee-Begeisterung anschließen wollte. Also klebte man dem Film flugs das Etikett „China“ an, klebte irgendwelche Fantasie-Namen an, solange sie nur nach „Lee“ oder ähnlich klangen und gab das als offizielle Info raus (wer hätte es damals auch kontrollieren wollen). Auf diese Weise kamen diese „Informationen“ wohl beim Filmdienst an (bei dem sich die „chinesischen Namen“ ebenfalls finden, das ergab gerade eine kurze Recherche im Munzinger Archiv online), aus dessen Infobeständen sich wiederum das Kabel-1-Lexikon speist. Und da in den seeligen 80er-VHS-Zeiten ebenfalls allseits herzliche Wurschtigkeit, was die Angabe irgendwelcher Angaben exotischer Schnell-auf-den-Markt-damit-Ware betrifft, herrschte, wanderten die Quatschfug-Namen flugs auch direkt vom Verleiher/Rechteinhaber hin zum Lizenznehmer und von da aus auch aufs Cover :)

    Bei OFDB und IMDB finden sich im übrigen jeweils dieselben (japanischen) Namen, ich gehe deshalb davon aus, dass der Film in der Tat weder aus Hongkong noch aus China, sondern aus Japan kommt und dass die Stabangaben einigermaßen stimmen. Dafür spricht auch, dass man bei der Bildersuche bei google auf Motive stößt, die auch in der oben zu sehenden Reklame auftauchen, wenn man zum Beispiel einen der internationalen Titel eingibt, die sich bei imdb finden lassen.

    Beste Grüße
    Thomas

  2. Wow, danke für deinen ausführlichen und kenntnisreichen Kommentar, Thomas. Ich hatte schon vermutet, dass es in diese Richtung geht, kenne mich aber in dem Metier nicht besonders aus. Mir fällt’s schon schwer, chinesische von japanischen Namen zu unterscheiden…

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