Heute abend beginnt die zweite Staffel der Serie 4400 auf Pro Sieben. Muss ich nicht mehr sehen. Die Serie mit dem komischen Titel (in der deutschen Übersetzung sagen sie tatsächlich “Vierzundvierzig Hundert”) wurde ja als großer Wurf angekündigt und das machte mich neugierig genug, die ersten Folgen mal anzutesten. Bis zur letzen Folge der ursprünglichen Miniserie hab ich dann doch durchgehalten, denn darin wurde enthüllt, wer die 4400 Menschen entführt hatte und warum. Die Auflösung ist übrigens gar nicht mal so blöd und eröffnet durchaus Raum für weiteren Erzählstoff. Trotzdem verzichte ich auf die weiteren Folgen, denn für meinen Geschmack hat die Serie einfach zu viele Schwächen: 4400 erzählt wahnsinnig langatmig, mit wenig Sinn für Suspense und Timing. Es gibt zu viele Nebenplots, die einfach nur öde und vorhersehbar sind. Es fehlen markante, schillernde Charaktere, die den Zuschauer faszinieren (wenn ich da z.B. an Locke in Lost denke…), und die Schauspieler sind auch nicht gerade umwerfend.

Außerdem erinnert 4400 immer wieder an andere Filme und Serien, von denen sie deutlich inspiriert ist, die allerdings deutlich besser sind: Von den X-Files borgte man das Ermittlerteam (ein Mann und eine Frau, die eine kühl-misstrauisch-analytisch, der andere mit einem eher intuitiven Zugang), an Lost erinnert das Prinzip, eine große Menge von Figuren zu haben, die einzeln — teilweise in Rückblenden — beleuchtet werden. Und schließlich das Storyelement der besonderen Begabungen, mit denen die Rückkehrer ausgestattet sind, ihre Unsicherheit im Umgang damit und das Ausgrenzen der Sonderlinge durch die “normale” Bevölkerung: das stammt eindeutig von den X-Men, wurde dort aber viel interessanter umgesetzt.