Musik. Tanz. Flirt.
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Archive for Mai, 2006
Musik. Tanz. Flirt.
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Ein Quell der Freude ist das kleine Begleitheftchen Destination Germany, das die FIFA bzw. das WM-OK den Ticketinhabern mit in die Post gelegt hat. In vier Sprachen gibt es darin Infos wür WM-Reisende.
Am schönsten ist die Checkliste zum Ankreuzen, mit Dingen, die man auf jeden Fall einpacken sollte auf dem Weg nach Deutschland. Die Tickets natürlich, Ausweis, Reiseführer, Sonnencreme, aber auch die MasterCard (offizieller Sponsor), und: “National pride”. Den darf man auf keinen Fall vergessen, aber warum habt ihr den denn ganz hinten hingeschrieben, an die letzte Stelle, noch hinter “Sunscreen”? Mensch FIFA, so ne Flasche Sonnenmilch gibt’s in Deutschland an jeder Ecke, die kann man schnell mal nachkaufen, wenn man die vergessen hat. Aber Nationalstolz? Mist, den hab ich zuhause vergessen, wo krieg ich jetzt auf die schnelle einen Ersatznationalstolz her? Und wenn ich ihn dann dabeihabe, was mach ich dann damit? Soll ich bei Tunesien gegen Saudi-Arabien ein Schwarz-Rot-Gold-Käppi tragen und “Schlaaand” brüllen? Mach ich doch gerne!

Über dreieinhalb Stunden dauert No Direction Home, aufgeteilt auf zwei DVDs, und das obwohl Martin Scorsese keinen Überblick über die gesamte Karriere Bob Dylans geben will, sondern sich auf die erste Hälfte der Sechziger Jahre beschränkt. Diese wird dafür umso detaillierter beleuchtet.
Dylans Anfänge im Greenwich Village, seine Bewunderung für Woodie Guthrie, seine Verwurzelung in der Folk-Szene, sein Aufstieg zum berühmten Protestsänger. Das alles dokumentiert Scorsese, indem er zum einen Dylan selbst ausgiebig reden lässt, zum anderen viele damalige Kollegen und Mitstreiter interviewt. Dazu gibt es reichlich Archivmaterial, auf einen Off-Kommentar wurde verzichtet. Dem Film gelingt es sehr gut, die Zeit und vor allem den Zeitgeist, der damals herrschte, lebendig werden zu lassen.
So richtig interessant und spannend wird er aber erst in der letzten Stunde, wenn es um den ersten großen Bruch und Wendepunkt in Dylans Karriere geht. No Direction Home, der Filmtitel, ist ein Zitat aus Like A Rolling Stone, einem der größten Dylan-Hits, der symbolisch für das steht, was plötzlich alles anders war: Eine Rockband anstatt eines Solosängers, elektrisch verstärkte und verzerrte Instrumente, mehr Blues, weniger Folk. Scorsese zeigt ausführlich, welchen Sturm der Entrüstung dies unter Dylan-Fans damals auslöste, und lässt auch erahnen, warum Dylan wohl gar nicht anders konnte, als diesen Schritt zu machen. Wer die völlig absurden Szenen aus diversen Pressekonferenzen sieht, in denen der Sänger die abstrusesten Fragen gestellt bekommt, der versteht, dass Bob Dylan die Schnauze voll davon hatte, als “Sprachrohr einer Generation” und ähnliches zu gelten.
Dass dieser Film von einem Regie-Superstar stammt, merkt man ihm nicht an, stilistisch folgt er weitgehend den Konventionen der “Rockumentary”. Wer also Scorsese-Anhänger ist, aber für Dylan gar nichts übrig hat, kann sich No Direction Home sparen. Für Dylan-Fans ist der Film dagegen Pflicht, und auch für Menschen, die sich eher allgemein für die Musik der Sechziger interessieren, zu empfehlen.

Gefunden in diesem Fragebogen.
Dazu fällt mir dann wieder dieses schöne Gedicht ein:
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit, das wäre doch was.
Hans-Hubert Vogts
Die Zeitmaschine steht diesmal auf minus fünfundfünfzig. Kommen Sie, staunen Sie!
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Frisch geschlüpft, ein neues Blog: Die Stagediven. Entstanden aus der Feststellung, dass mein Kumpel Hike und ich oft zusammen Konzerte besuchen und hinterher auf unseren Blogs so ziemlich das gleiche schreiben. Also wurden Kräfte gebündelt, und es gibt ein neues Blog mit dem Schwerpunkt (Live-) Musik in und um München. Das Archiv ist schon mit älteren Einträgen gefüllt, in Kürze legen wir offiziell los mit einem Konzertbericht, der gar nicht besser passen könnte: Die offizielle Hauskapelle der Blogosphäre, die Arctic Monkeys, war gestern in München.
Hier im Blog geht alles wie gewohnt weiter, außer dass die “Live”-Postings aus der Kategorie besucht in Zukunft nicht mehr hier, sondern nebenan erscheinen werden.
Neues (Themen-) Album, neues Buch des Schlagzeugers, Anlass für eine besondere Tournee und für die Erfindung einer neuen Form des Rockkonzerts: des dreigeteilten Abends.
Weiterlesen bei die-stagediven.de

