Auf DVD: Code 46

Gelungene Mischung aus Science-Fiction und Arthaus-Film. Michael Winterbottoms Film erzählt von einer Zukunft, in der die Menschheit in zwei Klassen geteilt ist: die drinnen und die draußen. Wer ein “Cover” hat, eine Art Visum, darf rein in die Städte, der Rest muss draußen bleiben und in slumartigen Siedlungen in der Wüste leben. Natürlich gibt es illegale Deals mit solchen Dokumenten und William Geld (Tim Robbins) reist von Seattle nach Shanghai, um einen solchen Fall aufzudecken. Dank eines speziellen Empathie-Virus, mit dem er Gedanken lesen kann, findet er die Schuldige schnell, allerdings verliebt er sich auch in sie und sie wird schwanger. Da der genetische Code der beiden zu 50% übereinstimmt (weil Klonen längst akzeptierte Realität ist), verstoßen sie, ohne es zu wissen, gegen den Gesetzescode 46, der bei Strafe untersagt, dass genetisch ähnliche Menschen Kinder zeugen.
Im Kern ist Code 46 eine einfache Liebesgeschichte von einem Paar, das zu Outlaws wird, ohne es zu wollen. Darüber hinaus aber auch eine Dystopie von einer nicht sehr fernen Zukunft, deren einzelne Motive (Überwachungsstaat, Repression, Gentechnik) zwar nicht direkt originell, aber zu einem überzeugenden Ganzen zusammengesetzt sind.
Was ich an Code 46 besonders mochte, ist die visuelle Umsetzung der Geschichte. Denn die unterläuft die Standards, die von teuren Hollywood-SF-Filmen gesetzt wurden: keine Effektschlachten, keine Exzentrik bei Architektur und Mode. Winterbottom filmte in Shanghai und Dubai, in rasant wachsenden Städten, die schon fremdartig und futuristisch genug aussehen. Es sind eher beiläufige Kleinigkeiten, die dem Zuschauer sagen, dass er sich in der Zukunft befindet: ein paar Hightech-Gadgets und vor allem die Sprache, in die immer wieder Wörter aus verschiedenen Sprachen der Welt gemischt werden. Auf Action wird praktisch komplett verzichtet. Code 46 ist ein sehr ruhiger Film, getragen von den Hauptdarstellern Tim Robbins und Samantha Morton, aber auch von den Bildern und dem Soundtrack von David Holmes.
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[…] Als Liebesgeschichte zwar interessant, aber wenig überzeugend (Samantha Morton war meiner Meinung nach fehlbesetzt). Als Zukunftsvision mit einer Portion Melancholie ein echter Geheimtipp. Der Abspannsitzenbleiber hat noch mehr dazu zu sagen. Filed under: Filmtagebuch | […]
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