Geist ist geil

Blogpause.

Freitag, 21.07.2006


(Bild generiert bei letterjames.de)

Ich geh jetzt mal nachschauen, ob Slartibartfast seinen Preis wirklich zu Recht gewonnen hat. Die Antwort könnt ihr dann in ca. drei Wochen hier lesen. Bis bahald!

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Kommentarspam an einem geschlossenen Beitrag?

Donnerstag, 20.07.2006

Hier mal technischer Mumbo-Jumbo zum Thema Wordpress und Kommentarspam. Es gibt einen ganz bestimmten Blogeintrag hier, dessen Überschrift wohl Spammer anzieht wie Motten das Licht. Da steht was von “Kapitalismus” und von “Jungfräulichkeit”, und dann auch noch auf englisch. Zwei Stichworte, bei denen Spammer das Herz aufgeht. Jedenfalls, dieser eine Eintrag wird zugespammt wie nichts sonst. Also habe ich gestern für diesen einen Beitrag die Kommentarfunktion geschlossen. Und was sehe ich heute? Fünf neue Spam-Kommentare an dem Beitrag. Wie kann das sein? Hat jemand Erfahrungen mit sowas?

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Ausweis!

Sonntag, 16.07.2006

Alexander Gorkow war beim Madonna-Konzert in Manhattan und hat für die SZ einen herrlichen Text drüber geschrieben:

Und wenn man im Madison Square Garden zwei gefälschte Budweiser für sich und die Begleitung bestellt, muss man die ID, also Papiere, dabeihaben.
 
„Hören Sie, ich werde in wenigen Wochen 40. Sie sind die erste Frau seit Jahrzehnten, die mich jünger schätzt statt älter. Sie sind großartig. Aber geben Sie mir jetzt bitte das Bier?“
„Zeigen Sie mir Ihre ID!“
„Sie glauben mir nicht, dass ich volljährig bin? Sie sind so wundervoll.“
„Zeigen Sie mir Ihre ID!“
„Meine ID ist im Hotel. Wie soll ich die ID holen? Haben Sie den Regen erlebt?“
„Zeigen Sie mir Ihre ID!“
„Sie halten mich für 19 oder so was? Auch Sie sind sehr attraktiv. Und bitte geben Sie mir jetzt die zwei Budweiser?“
„Zeigen Sie mir Ihre ID!“
„Geht auch mein Führerschein?“
„Sure, man… cool.“
 
Jedes Mal, wenn man nach New York kommt, denkt man: Yep, wieder sind sie eine Spur bekloppter als letztes Mal.

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Kino-Sommerloch

Freitag, 14.07.2006

Die Süddeutsche schreibt in ihrem Lokalteil heute vom Wehklagen der Kinobetreiber (Bezahl-Link). Die letzten Wochen waren für sie schlicht desolat, fast niemand wollte ins Kino. Ich selber war übrigens auch seit Wochen nicht mehr da. Bestes Wetter, Fußball-WM, und — Hand aufs Herz — auch kaum ein Film im Programm, den man unbedingt sehen müsste.

Fakt ist, dass die Verleiher alle erfolgsversprechenden Filme entweder rechtzeitig vor der WM platziert (und zwar geballt bis zum Overkill), oder sie sich für die Zeit danach aufgespart haben. Gut möglich, dass das eine richtige Entscheidung war. Gegen ein Mega-Ereignis wie die WM ist schwer anzukommen. Aber ich frage mich, ob es nicht doch schlau gewesen wäre, zumindest ein oder zwei große Blockbuster anzubieten und ein oder zwei “Qualitätsfilme”, über die viel berichtet und gesprochen wird (z.B. sowas wie Das Leben der Anderen). Der letzte Film, der im großen Rahmen mediale Beachtung fand, war der Da Vinci Code, dessen Bundesstart jetzt acht Wochen zurückliegt.

Klar, der WM-Hype und das Wetter sind entscheidende Faktoren für die miserablen Zuschauerzahlen. Am Final-Wochenende reichten schlappe 10.861 Zuschauer für einen zehnten Platz in den Kinocharts. Die Branche macht es sich aber zu einfach, wenn sie nur Sonne und Fußball verantwortlich macht. Ein paar interessante Filme wären vielleicht ganz hilfreich gewesen.

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Florian Weber: You’ll Never Walk Alone

Mittwoch, 12.07.2006

(Rock-) Musiker schreiben mehr oder weniger autobiografisch gefärbte Romane über ihre Jugend auf dem Lande und ihre musikalischen Erweckungserlebnisse. Das wird schon bald ein eigenes Genre. Heinz Strunk und Rocko Schamoni haben mit zwei wunderbaren Büchern vorgemacht, wie’s geht. In eine ähnliche Kerbe schlägt jetzt Florian Weber, besser bekannt als “Der Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller, der immer sone Truckermütze aufhat”.

Seine Jugend war neben der Musik vor allem vom Fußball geprägt, und so kam das Buch auch zu seinem nicht besonders originellen Titel: You’ll Never Walk Alone. Erlebnisse vom Bolzplatz, vom Stadion, aus Klassen- und Jugendzimmern werden — natürlich — in elf Kapiteln erzählt. Dazwischen gibt’s jeweils eine Kurzvorstellung eines Spielers aus Flo Webers persönlicher Weltauswahl. Die einzelnen Episoden sind stellenweise recht nett zu lesen, aber es fehlt das Überraschende. Klar lief I love Rock’n'Roll und We Will Rock You auf allen Jugendfeten. Klar waren irgendwann alle betrunken. Klar nannten sich die Torhüter auf dem Bolzplatz Pfaff und die Mittelfeldspieler Maradona. So weit, so bekannt. Leider gelingt es dem Autor auch nicht besonders gut, seine Episoden zu einem großen Ganzen zu verknüpfen. Erst gegen Ende, bei einem sehr hübschen Showdown im Fußballstadion, gelingt das ansatzweise. Dieser Showdown dreht sich um den Bruder des Ich-Erzählers, der beinahe in eine Hooligan-Karriere abgedriftet wäre und zum Schluss in dramatischer Weise seine verflossene Liebe zurückerobert.

Seltsamerweise ist der Handlungsfaden, der sich um den Bruder dreht, viel interessanter als das, was der Ich-Erzähler selbst erlebt. Bis man zum eben erwähnten Finale kommt, quält man sich über lange Strecken durch eher fade Geschichtchen, die nie ein großes Bedürfnis zum sofortigen Weiterlesen wecken.

Nachdem ich oben schon auf die Herren Strunk und Schamoni abgehoben habe: diesen beiden gelingt es perfekt, saukomisch zu sein und dabei auch noch authentisch zu wirken. You’ll Never Walk Alone hat auch komische Momente, aber die entstehen in der Regel nur, wenn Weber den Münchhausen gibt und gnadenlos übertreibt. Die Authentizität bleibt dann aber auf der Strecke. Ich erwarte hier natürlich keine hundertprozentige Wahrheit, ist ja schließlich ein Roman, aber wenn schon dauernd auf reale Fußballer, Musiker und Ereignisse angespielt wird, dann sollte die Geschichte sich zumindest real anfühlen und nicht klingen wie Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn.

Schade, ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Die Passagen, die auf der Sportfreunde-Lesereise vorgetragen wurden, fand ich ganz hübsch. Ein wirklich toller Roman ist es am Ende nicht geworden, die in den Amazon.de-Kundenrezensionen gezogenen Vergleiche mit Nick Hornby sind jedenfalls stark übertrieben.



Neues aus der Wortspielhölle

Montag, 10.07.2006

Was Wortspiele angeht, sind die Redakteure der Sun immer wieder ganz weit vorne.



Am Morgen danach

Montag, 10.07.2006

Es ist ein bisschen, wie wenn ein Urlaub zuende geht. Die letzten Wochen waren irgendwie anders, und jetzt geht der Alltag wieder los. Die letzten Wochen waren besonders, dieses Turnier im Fußballspielen hat unseren Tag bestimmt, Fußball war das Thema Nr. 1, auch in einem Büro mit 80% Frauenanteil. Das Turnier hat sehr viele Menschen begeistert und die deutsche Mannschaft erst recht. Und hier in München, war auch ein bisschen was davon zu spüren, dass das Turnier hier im Land, hier in der Stadt stattfindet, und nicht irgendwo anders in der Welt.

Was wurde nicht gehöhnt, unmittelbar vor der WM. Man war — zu Recht — genervt vom medialen Dauerfeuer, von den Trittbrettfahrern in Marketing, Werbung und Supermarkt und von der alles vereinnahmenden Politik der FIFA. Das war vor vier Wochen, aber es scheint Ewigkeiten her zu sein.

Es war toll. Es war ein Erlebnis, bei drei (wenn auch nicht besonders wichtigen) Vorrundenspielen im Stadion dabei zu sein. Auch wenn ich sämtliche Datenschutzgrundsätze über Bord werfen musste, um überhaupt Karten bestellen zu können. Es war ein Riesenspaß, gemeinsam mit anderen Kneipengästen bei Spielen der deutschen Mannschaft mitzufiebern. Es war faszinierend zu sehen, wie sich plötzlich alle auf dieses Thema einigen konnten: Kantinengespräche über Fußball mit Leuten, die Roy Makaay für einen Magier aus Las Vegas mit weißen Tigern halten. Eine Kanzlerin auf der Tribüne, die beim linkischen Jubeln zwar schon ein bisschen peinlich, aber doch irgendwie auch ziemlich sympathisch rüberkommt.

Natürlich waren das nicht 64 hochklassige Fußballspiele, im Gegenteil, da waren eine Menge miese und durchschnittlliche Kicks dabei. Ich bin eingeschlafen beim Halbfinale Portugal gegen Frankreich! Und trotzdem gab es eine Menge toller Momente, und diesmal war erstaunlicherweise sehr oft die deutsche Mannschaft dabei. Eine Mannschaft, die zu den besten Teams des Turniers gehört hat, die einen begeisterten und begeisternden Fußball gespielt hat, und die (so ziemlich als einzige Mannschaft des Turniers) nicht ein wirklich schlechtes Spiel gemacht hat. Das war super, Herr Klinsmann, bitte weitermachen.

Der Urlaub ist zuende, der Alltag beginnt wieder. Ich werde wieder fragende Blicke ernten, wenn ich an einem Champions-League-Spieltag erkläre, dass heute abend Fußball kommt. Man wird wieder lächeln, wenn ich nach einem Fernseher mit Videotext Ausschau halte, falls ich Samstag nachmittag irgendwo zu Besuch bin.

Ach ja, eure Fähnchen könnt ihr dann wieder von den Autos wegmachen. Macht ihr das bitte? Jetzt gleich? Danke.

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Am Tag, an dem ich Weltmeister wurde

Sonntag, 09.07.2006

Turn it up!

Die Aeronauten - Weltmeister

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Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen

Samstag, 01.07.2006

Wenn du am Tag des Viertelfinalspiels Deutschland - Argentinien den kompletten Münchner Odeonsplatz für ein Klassik-Open-Air bestuhlst, dann solltest du eins von vornherein klarstellen:


 
 
 












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