Die Süddeutsche schreibt in ihrem Lokalteil heute vom Wehklagen der Kinobetreiber (Bezahl-Link). Die letzten Wochen waren für sie schlicht desolat, fast niemand wollte ins Kino. Ich selber war übrigens auch seit Wochen nicht mehr da. Bestes Wetter, Fußball-WM, und — Hand aufs Herz — auch kaum ein Film im Programm, den man unbedingt sehen müsste.

Fakt ist, dass die Verleiher alle erfolgsversprechenden Filme entweder rechtzeitig vor der WM platziert (und zwar geballt bis zum Overkill), oder sie sich für die Zeit danach aufgespart haben. Gut möglich, dass das eine richtige Entscheidung war. Gegen ein Mega-Ereignis wie die WM ist schwer anzukommen. Aber ich frage mich, ob es nicht doch schlau gewesen wäre, zumindest ein oder zwei große Blockbuster anzubieten und ein oder zwei “Qualitätsfilme”, über die viel berichtet und gesprochen wird (z.B. sowas wie Das Leben der Anderen). Der letzte Film, der im großen Rahmen mediale Beachtung fand, war der Da Vinci Code, dessen Bundesstart jetzt acht Wochen zurückliegt.

Klar, der WM-Hype und das Wetter sind entscheidende Faktoren für die miserablen Zuschauerzahlen. Am Final-Wochenende reichten schlappe 10.861 Zuschauer für einen zehnten Platz in den Kinocharts. Die Branche macht es sich aber zu einfach, wenn sie nur Sonne und Fußball verantwortlich macht. Ein paar interessante Filme wären vielleicht ganz hilfreich gewesen.