Donnerstag, 31.08.2006

Sebastian Schneider, oder besser: der Schneidersebastian, 11 Jahre alt, Lausbub, lebt in einem kleinen oberbayerischen Dorf mit Bruder und Vater, dem die Dorfwirtschaft gehört. Seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben und seit ihm sein Bruder erklärt hat, dass er daran schuld sein, hat der Schneidersebastian ein sehr schlechtes Gewissen. Sein Bruder sagt, er käme ins Fegefeuer und müsse für seine Sünden büßen (ein paar Stallhasen hat er auch schon auf dem Gewissen).
Kindliche Logik, Einflüsterungen der Stammtischbrüder im Wirtshaus, katholische Erziehung und einige Alpträume sorgen dafür, dass der Bub beschließt, er müsse sich von seinen Sünden reinwaschen oder am besten gleich unsterblich werden, so wie der Jimi Hendrix. Und den Tod seiner Mutter will er wieder gutmachen, indem er eine neue Frau für seinen Vater findet.
Also geht Sebastian ans Werk, und zwar sehr kompromisslos. Da werden Hasen gesprengt, teure Gitarren geklaut und Lehrerinnen wird ins Ohrläppchen gebissen. Regisseur Marcus Hausham Rosenmüller inszeniert seine Geschichte einerseits sehr bayerisch-bodenständig (fast alle sprechen Dialekt), was den Film sehr erdig und glaubwürdig macht, andererseits leistet er sich einige surreale Schlenker, die schon fast ins Terry-Gilliam-hafte gehen. Vordergründig ist sein Film eine gagreiche Komödie, allerdings eine, die das unlustige Thema Tod thematisiert und auch düstere Sequenzen einbaut. Eine sehr unterhaltsame Mischung, getragen von guten Dialogen und dem umwerfenden Hauptdarsteller Markus Krojer.
Der Film ist sicher nicht perfekt, stellenweise ist das Drehbuch etwas holprig oder zu vorhersehbar, manche Gags sind allzu klamaukig geraten. Trotzdem macht Wer früher stirbt, ist länger tot sehr viel Spaß. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Filmen, speziell Komödien, ist dieser nicht als zu groß geratener Fernsehfilm inszeniert, sondern sichtbar für die große Leinwand. Und er hat einen Showdown, an dem Sergio Leone seine Freude hätte.
(Der Film läuft zur Zeit in vielen Kinos in Süddeutschland, aber auch in Hamburg und Berlin. Grundkenntnisse des Bairischen sind zu empfehlen.)
Donnerstag, 31.08.2006
Vor einem Monat interviewte die SZ Gerd M. Hofmann, den Macher von apostrophen-alarm.de, zum immer wieder beliebten Thema Deppenapostroph. Dabei fiel auch der Satz:
Manchmal setzen die Menschen auch statt des Deppenapostrophs ein Deppenkomma, weil sie die Apostrophtaste auf der Tastatur nicht finden.
Und was läuft mir ein paar Wochen später über den Weg? Ein Deppenkomma? Nein, sogar zwei! Vor einem Vodafone-Shop! Gut gemacht, Vodafone. Trends muss man schnell aufgreifen und vermarkten, oder wie ihr es sagt, “Make the most of now”.

Und, nebenbei, die Jungs von der Bundeswehr, die heißen Wehrdienstleistende. Oder kriegt bei euch die ganze Armee ihre Handy,s billiger?
Mittwoch, 30.08.2006
Diesen Donnerstag starten neun neue Filme, zu acht davon waren Trailer im Netz zu finden.
Im Kino sehen:
Thank You for Smoking: Satire über die Spin-Doctors der Zigaretten-, Waffen- und Alkohol-Lobby. Und William H. Macy spielt auch mit! Für mich der interessanteste Film der Woche.
Auf die DVD warten:
Adams Æbler (Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite): Mal wieder Schwarzer Humor aus Dänemark. Da kam in den letzten Jahren schon so einiges Nettes her (z.B. In China essen sie Hunde und Wilbur Wants to Kill Himself), und Anders Thomas Jensen war fast immer dabei, mal als Autor, mal — wie hier — auch als Regisseur. Ich tippe auf schräge Unterhaltung ohne viel Tiefgang, aber mit viel Liebe für die Figuren.
Lady in the Water (Das Mädchen aus dem Wasser): Der neue M. Night Shyamalan. Hmmm, der Mann polarisiert ja immer, aber diesmal gibt’s fast überall nur schlechte Kritiken. Wobei der Trailer nicht mal schlecht aussieht und ich Hauptdarsteller Paul Giamatti toll finde.
Vielleicht mal im Fernsehen:
Combien tu m’aimes? (Wie sehr liebst du mich?) Eine französische, also freizügigere, Variante von Ein unmoralisches Angebot. Wann spielt Monica Bellucci eigentlich mal keine Sexbombe?
Muss nicht sein:
Bandidas: Die beiden Vorzeige-Latinas Penelope Cruz und Salma Hayek in einer Western-Action-Komödie. Wenn das von Robert Rodriguez wäre, wär’s sicher formidabel. In diesem Fall sieht es eher nach albernem und banalem Slapstick aus.
Fauteuils d’orchestre (Ein perfekter Platz): Französischer Ensemblefilm im Künstlermilieu. Bestimmt kein Scheiß, aber mich lockt’s nicht.
Olga: Zeitgeschichtsdrama aus Brasilien. Der Trailer badet regelrecht in Bedeutungsschwere und Schicksalhaftigkeit.
Little Man: Strunzdoofe Komödie mit Zwerg “vertically challenged guy”. Zielgruppe: 13jährige Popcorn-Fressmaschinen mit seitlich aufgesetzter Baseballkappe.
Dienstag, 29.08.2006

Die Fortsetzung von Fluch der Karibik hat ja ziemlich viel Kritik abbekommen, meist nach dem Motto “Der erste war besser”. Ich hab die beiden jetzt kurz hintereinander gesehen, und sage: Der zweite ist fast genausogut wie der erste. Vielleicht liegt’s ja daran, dass Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl damals auch deshalb eingeschlagen hat wie eine Bombe, weil keiner damit gerechnet hatte. Ich meine: ein Piratenfilm (ein mausetotes Genre), der auf einer Disneyland-Achterbahn basiert (hallo?) und dann auch noch produziert von Jerry “Krachbumm” Bruckheimer. Da hätte ich auch nicht viel erwartet. Dass es dann doch ein höchst vergnüglicher Film wurde, lag am charmanten und humorvollen Drehbuch und natürlich an Johnny Depp als Jack Sparrow.
Dieser Überraschungseffekt ist natürlich inzwischen weg, inzwischen weiß man, was man zu erwarten hat. Das kriegt man aber auch, finde ich. Auch Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest bietet ein rasantes und humorvolles Drehbuch (das stellenweise auch recht düster ausfällt) und abermals einen Johnny Depp in Hochform, dem ich problemlos doppelt so lange zuschauen könnte. Dazu gibt es hervorragend designte und animierte Kreaturen, tolle Kulissen und einen prächtigen Soundtrack. Ich habe mich bestens unterhalten und genau das bekommen, was ich von einem Sommer-Blockbuster haben will. Was stören mich Logik-Löcher im Drehbuch, wenn ich dafür Johnny Depp am Spieß auf einer Kannibaleninsel bekomme?
Manchem stößt wohl auch auf, dass Teil 2 mit einem Cliffhanger endet und direkt auf Teil 3 verweist. Diese Leute haben, im Gegensatz zum Autorenteam, nicht verstanden, dass eine Filmreihe gleich viel mehr Spaß macht, wenn es sich nicht nur um drei Filme gleichen Namens handelt, sondern wenn sich die einzelnen Stories auch noch aufeinander beziehen. Genau das tut dieser Cliffhanger und schlägt damit eine wunderbare Brücke sowohl zum ersten als auch zum dritten Teil. Und den werd ich mir auch ansehen, keine Frage.
Dienstag, 29.08.2006

Expertenrunde (Symbolbild)
Kleiner Hinweis: Drüben beim Musikblog Die Stagediven bespricht eine kuschlige kleine Expertenrunde eine Auswahl kostenloser (legaler) MP3-Downloads. Meine Wenigkeit ist auch dabei.
Montag, 28.08.2006
Nachdem ich dieses Jahr schon die Golden-Globe- und die Oscar-Verleihung gesehen habe, wollte ich auch mal die Emmies testen, die ich bisher noch nie geguckt hatte. Die Emmy Awards sind das Fernseh-Gegenstück zum Kino-Oscar, ausgezeichnet werden also TV-Produktionen. Das bringt es mit sich, das man als deutscher Zuschauer schon mal viele der nominierten Produktionen, Macher und Schauspieler nicht kennt. Das macht es gleich weniger interessant. Die Spannung hält sich in Grenzen, wenn man von keinem der Nominierten in einer Kategorie jemals etwas gehört hat.
Das gilt besonders für die Kategorien, die sich mit Miniserien und Fernsehfilmen befassen, von denen es bisher einfach (noch) keine ins deutsche Fernsehen geschafft hat. Absahner war hier die Miniserie Elizabeth I mit vier Emmies. Serien haben es da leichter: die laufen meist über mehrere Staffeln und die Chancen stehen gut, dass man sie auch als deutscher Zuschauer kennt. Leider wird einem hier aber auch wieder schmerzlich bewusst, dass ein Teil der hochkarätigen US-Serien in Deutschland entweder gar nicht läuft (The West Wing, Curb Your Enthusiasm, Extras, My Name Is Earl, Arrested Development) oder zu Unrecht gefloppt ist (The Sopranos, mannomann, es ist eine Schande…). Nochmal anders ist es bei The Office (gewann als Beste Comedy-Serie): das ist in Amerika eine Adaption des britischen Originals von und mit Ricky Gervais, die sich aber offiziell auf dieses Original beruft — im Gegensatz zum deutschen Stromberg, wo eher inoffiziell abgekupfert wurde.
Die Emmys folgen der gängigen, von den Oscar-Verleihungen hinlänglich bekannten Dramaturgie einer Award Ceremony. Mehr oder weniger bekannte Stars sagen die Nominierten auf, der Gewinner hält seine Dankesrede undsoweiter. Dazwischen gibt es noch Standing Ovations für verdiente alte Haudegen des Business, in diesem Fall für den Moderatoren-Veteran Dick Clark, und einen ausgiebigen Nachruf auf Produzenten-Legende Aaron Spelling, bei dem es ein Wiedersehen mit Joan Collins und den 3 Engeln für Charlie gab, wahrscheinlich gesponsort von der Vereinigung der plastischen Chirurgen von Los Angeles.
Ich könnte eine solche Show nie live sehen, die Vorspul-Taste des Videorekorders ist nicht nur wegen der unzähligen Werbepausen sehr wichtig. Ein paar kleine Highlights gab es dann aber doch, und zwar immer dann, wenn die Late-Night-Komödianten am Zug waren. Conan O’Brien als Moderator hatte einige gute Sprüche auf Lager (”A man whose first name is German for ‘very odd name’ — please welcome Kiefer Sutherland!”) und tanzte und sang eine Musicaleinlage, die mit den Problemen der Fernsehbranche und des übertragenden Senders NBC kokettierte. Großartig war der kurze Eröffnungsfilm, in dem O’Brien durch diverse Serien wie Lost, 24, The Office, South Park oder Dr. House stolpert — wobei der jeweilige Stil und Look exakt nachgeahmt wurde.
Sehr hübsch auch Conans Ansage des Accounting Teams, also der zuständigen Notare von Ernst & Young. Weil das ja immer so dröge sei, wolle er das mal anders machen. Also wurden die Herren im Stile von NBA-Stars aufgerufen, mit Spotlights und Trockeneis-Nebel, und Basketball-Held Kareem Abdul-Jabbar kam gleich auch noch mit auf die Bühne.
Dann waren da noch Jon Stewart und sein Ex-Mitarbeiter Stephen Colbert. Stewart gewann zwei Preise für seine Daily Show (”I think this year you made a terribe mistake.”), auch Colbert war mehrmals nominiert. Gemeinsam durften sie die Nominierten für die Kategorie “Outstanding Reality-Competition Program” (der Preis für Reality- und Casting-Shows) ansagen und machten dabei keinen Hehl daraus, was sie von dieser Art Fernsehen halten.
Schade, dass die Show nur wenige solcher gelungenen witzigen Momente hatte. Aber immerhin waren die Emmies, vor allem dank Conan O’Brien, unterhaltsamer als die Golden Globe Awards, und um Längen besser als die krampfigen Nachahmungs-Veranstaltungen, die man in Deutschland so pflegt.
Update 31.08.: Inzwischen tummeln sich auf YouTube etliche Videoclips von der Emmy-Verleihung. Die sehenswerten Ausschnitte sind jetzt im obigen Text entsprechend verlinkt. Recht witzig auch die Vorstellung der Nominierten in der Kategorie “Best Writing for Comedy, Variety or Musical Series” (via BatzLog).
Samstag, 26.08.2006
Peter Biskind ist Filmjournalist in Hollywood und hatte vor ein paar Jahren mit Easy Riders, Raging Bulls, in dem er die Geschichte des New Hollywood erzählte, einen beachtlichen Bucherfolg. Als Nachfolger schickte er das Buch Down and Dirty Pictures hinterher, das in Deutschland als Sex, Lies & Pulp Fiction bei Zweitausendeins zu haben ist.
Der Untertitel der Originalfassung beschreibt den Inhalt schon sehr gut: Miramax, Sundance, and the Rise of Independent Film. Biskind erzählt vom amerikanischen Independent-Kino der 90er Jahre, wobei er den Begriff “Independent” sehr weit fasst: alles was nicht direkt von den großen Major-Studios produziert wird, ist Independent. Und bei der Lektüre versteht man auch ganz gut, warum er das so definiert. Biskind beschreibt die Entwicklung des Indie-Films vom kleinen Kunstfilm, der nur in speziellen Kinos der Großstädte lief, bis zum Beinahe-Blockbuster mit Starbesetzung und Oscarruhm, und die daraus folgende gegenseitige Annäherung zwischen Indies und Mainstream. Seine filmischen Eckpfeiler in der Geschichte sind Soderberghs Sex, Lies and Videotapes (als Auslöser der Entwicklung) und Tarantinos Pulp Fiction (als deren Höhe- und Wendepunkt).
Eine wichtige Rolle im Buch spielen Robert Redford (der nicht besonders gut wegkommt) und sein Sundance Institut, das mit dem Filmfestival in Utah eine zentrale Brutstätte des Indie-Kinos war (und teilweise noch ist), außerdem treten eine Menge Filmemacher und Produzenten auf, aber die absoluten Hauptrollen des Buches tragen die Brüder Bob und Harvey Weinstein. Die Gründer von Miramax, die ihre Firma vom kleinen Verleiher zum Oscar-Dauerabonnenten und Produktionsstudio unter dem Dach von Disney gemacht haben (und inzwischen ausgestiegen sind) haben laut Biskind entscheidenden Anteil am Aufstieg des Independent-Films aus dem Underground. Mit einer Mischung aus unkonventionellen Methoden, aggressivem Marketing, knallhartem Kosten-Nutzen-Denken, aber auch mit einer großen Liebe zum Film als Medium erreichten sie Zuschauerzahlen für “kleine” Filme, die zuvor undenkbar waren. Auf der anderen Seite sorgten sie, die Taschen voller Disney-Geld, für ein Erdbeben im Markt der Independent-Filme, das diesen für immer verändern sollte.
Die Miramax-Rolle im Buch ist so zentral, dass man es mit einigen Kürzungen auch problemlos als The Miramax Story verkaufen könnte. Und die ist ebenso interessant wie unterhaltsam. Biskind gibt nämlich eher den Boulevard-Reporter als den Filmwissenschaftler — statt sachlich-nüchternen Darstellungen gibt es süffige Details, Klatschgeschichten, Skandale und Skandälchen sonder Zahl. Die Weinsteins, vor allem Harvey, sind laut Biskind völlig unberechenbare, cholerische Arschlöcher, die ihre Mitarbeiter ausbeuten, Regisseure anlügen und skrupellos den eigenen Vorteil suchen. Und trotzdem scheint er sie für ihre Verdienste zu bewundern, zumindest sind sie ihm wesentlich lieber als die klassischen, buchhalterischen Hollywood-Studiobosse.
Es sind teilweise unglaubliche (und auch nicht immer zweifelsfrei belegte) Anekdoten, die Biskind erzählt: Wutanfälle, Handgreiflichkeiten, Größenwahn. Und immer wieder Harvey Weinsteins Eingriffe in die Filme, die er in die Kinos bringt — nicht umsonst trägt er den Spitznamen “Harvey Scissorhands”. Zweifellos eine schillernde Figur. Weinstein selbst hat mit Aviator ein Biopic über den Filmproduzenten Howard Hughes produziert; es sollte mich nicht wundern, wenn sein eigenes Leben dereinst auch mal verfilmt wird. Sex, Lies & Pulp Fiction jedenfalls ist ein sehr kurzweiliger und ausführlicher (über 700 Seiten) Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Filmwirtschaft, der dem Leser auch großen Appetit macht, sich mal wieder die Filme von Soderbergh, Solondz, Tarantino, van Sant, den Coens, den Andersons undwiesiealleheißen anzusehen.
Freitag, 25.08.2006
[…]
Der Film hat durchaus einige sehr sehenswerte Momente, die allerdings meistens außerhalb der Haupthandlung stattfinden. Supermans erster Rettungseinsatz, bei dem er ein Flugzeug von einem Space Shuttle trennen muss und anschließend in einem vollbesetzten Baseball-Stadion notlandet, ist eine unterhaltsame Actionszene, die großen Spaß macht. Schönes Special-Effects-Popcornkino, im besten Sinne comichaft. Auch seine kurzen Ausflüge ins All sind toll anzusehen. Und eine andere Actionszene beweist, dass man auch mit dem abgenudelten Effekt der Bullet-Time (The Matrix, ihr wisst schon) noch originell arbeiten kann.
Etwas zu kurz kommt leider der Humor. Es gibt nur ganz wenige Szenen, die das Publikum zum Lachen oder Schmunzeln bringen. Ich hätte sehr gerne mehr davon gesehen, denn die Autoren hatten durchaus ein paar gute Einfälle: das zufällig nachgestellte Cover des allerersten Superman-Heftes, die Bemerkung des Daily-Planet-Chefredakteurs, dass Pulitzerpreise wie Oscars seien (”Man erinnert sich daran, wer sie gewonnen hat, aber nicht, wofür”) oder das wunderbare Klavierduett mit Lois Lanes Sohn und einem Fiesemöpp aus Lex Luthors Entourage.
Es gibt Stimmen, die Superman Returns vorwerfen, er hätte zu wenig Action und zu viel ruhige Momente. Ich würde eher sagen, die ruhigen Momente sind einfach nicht gut genug gelungen. Das Thema “Braucht die Welt einen Superman?” wird nur oberflächlich angeschnitten und die Lovestory zwischen Lois und Clark funktioniert nicht besonders gut. Stattdessen präsentiert uns Bryan Singer in der letzten halben Stunde des überlangen Films eine klebrige Soße aus Pathos und Kitsch, die die Geduld der Zuschauer sehr strapaziert. Dass der Film am Ende trotzdem noch genügend Fragen offen lässt, um ein mögliches Sequel zu erlauben, war zu erwarten.
[…]
Der vollständige Text ist bei Comicgate zu finden.
Dienstag, 22.08.2006
Am Donnerstag kommen folgende Filme ins Kino:
Im Kino sehen:
Diese Woche ist nichts dabei, was ich ganz dringend im Kino sehen müsste.
Auf die DVD warten:
Der freie Wille: Jürgen Vogel als Vergewaltiger. Ist höchstwahrscheinlich ein richtig guter Film. Wichtig, sehenswert, gut gespielt. Aber — und das ist so gewollt — vermutlich eine Qual für den Zuschauer. Harte Kost. Von Zeit zu Zeit sollte man sich sowas schon antun. Ich bin nur noch nicht sicher, ob ich wirklich will.
Die Könige der Nutzholzgewinnung: Kennt ihr diese seltsamen Lumberjack-Wettbewerbe, die man manchmal im DSF sieht? Einen solchen veranstaltet hier ein arbeitsloser Holzfäller im Ostharz. Sieht sehr sympathisch aus, dieser Trailer.
Vielleicht mal im Fernsehen:
Drum bun - Gute Reise: Ein Deutscher auf einer Irrfahrt in der rumänischen Provinz. Könnte ganz nett werden, läuft bestimmt bald mal auf arte.
Muss nicht sein:
Miami Vice: Trotz nerviger Linking-Park-Musik macht der Trailer einen ziemlich coolen Eindruck. Und Michael Mann hat einige tolle Filme auf dem Kerbholz. Trotzdem interessiert mich Miami Vice nicht die Bohne. Die Serie hab ich nie geguckt, und Speedboote faszinieren mich nicht besonders. Beim nächsten Mal dann wieder, Mister Mann.
Monster House: Filme, bei denen man ganz groß die Produzenten nennt, machen mich immer skeptisch. Hier sind’s die Herren Spielberg und Zemeckis. Monster House ist ein digital animierter Gruselfilm um ein Spukhaus, bei dem mir nicht ganz klar ist, warum er als Animationsfilm gedreht wurde. Damit Kinder reingehen? Die FSK-Freigabe ist zwar ab 6, aber ein bisschen zu gruslig scheint mir das dann schon für die Jüngsten. Und für Teenies ist es wieder viel zu uncool.
Montag, 21.08.2006
Nach wochenlanger Absenz ist Harald Schmidt ab Mittwoch wieder auf Sendung. Da die letzten Sendungen vor der langen Sommerpause ziemlich schwach waren, hatte ich ihn nicht besonders vermisst. Wenn er allerdings in der Show wieder Anekdoten bringt wie die folgende, dann freu ich mich doch wieder drauf:
Ich hatte mir ein Eis gekauft und saß damit auf einer Bank. Dann kam eine Frau, etwa mein Alter. Was natürlich ein grauenhaftes Alter für Frauen ist. Für Männer ist es fantastisch, aber für Frauen ist es schwierig. Diese Frau kam auf mich zugelaufen und tat mir zutiefst leid. Sie trug selbst abgeschnittene Jeans, so Hotpants, und hatte Krampfadern von WDR-Kugelschreiberstärke, in WDR-Blau. Sie zu mir: “Hallo, Herr Schmidt, darf ich ein Foto von Ihnen machen? Mein Sohn traut sich nicht.”
Und das waren dann diese menschlichen zehn Minuten, die ich mir pro Tag verordnet habe, auch im Dienst des Senders. Ich sage: Klar, machen Sie das. Und dann hab ich dieses Foto in Bild gesehen. 500 Euro dafür, das war wahrscheinlich deren halber, oder vielleicht sogar deren ganzer Urlaub. Und da dachte ich: Ist okay.
Mehr davon beim WDR.