Too big to fail.

Zusammenreißen

Dienstag, 28.11.2006

Wenn man auf dem Weg zur Arbeit die Podcast-Version von Dittsche hört und so ständig diesen speziellen Sound im Ohr hat, muss man sich ziemlich anstrengen, die Kollegen im Büro nicht mit einem schmetternden “Mahlzeit!” zu begrüßen.

Sie würden’s nicht verstehen.

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Ironisch, aber auch irgendwie konsequent

Montag, 27.11.2006

… ist es, ein Buch mit dem Titel Datenmüll und Infosmog ins Altpapier zu werfen.
(Oder will’s jemand haben, dann fisch ich es nochmal raus?)



Lichtspielreklame: November 1951

Sonntag, 26.11.2006

Mal wieder ein paar schöne Kinoanzeigen aus den freaky Fünfzigern.
Weiterlesen…



Trailerschau für Filmstarts vom 23.11.

Donnerstag, 23.11.2006

Im Kino sehen:
Winterreise: Sepp Bierbichler, der vielleicht beste bayerische Schauspieler, als bankrotter Ex-Unternehmer, der nach Afrika reist, um sich dort Geld zurückzuholen, das er an eine kenianische Betrügerbande verloren hat. Frau Schygulla, Frau Kekili und das Wort “Arschloch” sind auch dabei.

Earthlings: Ugly Bags of Mostly Water (Earthlings): Doku über das Klingon Language Institute. Auch wenn ich mit Star Trek wenig bis nichts am Hut habe, diesen Film würde ich schon gerne sehen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Eden: Eine kulinarische Dreiecks-Liebesgeschichte mit, Achtung: Charlotte Roche. Wenn der im Fernsehen läuft, will ich den auf jeden Fall sehen.

Casino Royale: Ich gebe zu, dass der Trailer gar nicht mal so schlecht aussieht (v.a. der schwarzweiße Anfang), aber für mich ist der Bond-Franchise höchstens mal einen kleinen TV-Nachmittag wert, nicht jedoch das Kinoeintrittsgeld.

Muss nicht sein:
Goya’s Ghosts (Goyas Geister): Kostümschinken und Malerbiographie. Nicht meine Tasse Bier. Aber immerhin spielt Natalie Portman mit.

The Making of: Eine Dokumentation über Hirnforschung, aber auch übers Filmemachen. Eher was für Spezialisten.

Idlewild: Die Idee, mit den Rapstars von Outkast ein 40er-Jahre-Gangster-Nachtclub-Musical zu machen, ist genial, und für Outkast-Fans ist das sicher ein Ereignis. Ich hab’s damit nicht so und muss bei den Bildern sofort an das schrecklich nervige Lady-Marmalade-Video denken. Aber die zwei kleinen Animationsszenen im Trailer sind hübsch.

Der Prinz aus Wanne-Eickel: Um Himmels willen. Eine Ruhrpott-Komödie, die mit dem verstaubten Slogan “Schrill Schräg Schrullig” wirbt, Gastauftritte von den schlimmsten Pappnasen des Privatfernsehens sportet, auf der Filmhomepage total krampfhaft lustig sein will und natürlich kommt auch ein Blowjob aufm Klo im Film vor. Gehen RTL-Zuschauer eigentlich ins Kino?



Auf DVD: Munich (München)

Donnerstag, 23.11.2006

Steven Spielbergs Film über die israelische Antwort auf die Attentate während der Olympischen Spiele 1972 in München sorgte für etliche Kontroversen, u.a. weil das Buch Vengeance von George Jonas, das Spielberg als Vorlage diente, sehr umstritten ist und vielfach als erfunden gilt. Spielberg selbst hatte daher wohl auch das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen. Auf der DVD wird der Film (optional) mit einer Einleitung abgespielt, in der der Regisseur erklärt, warum er den Film so gedreht hat und wie er nicht verstanden werden will. Spielberg sagt, ihm gehe es nicht um Akuratesse, er habe einen fiktiven Spielfilm gedreht und keine Dokumentation. Er will den Film als Diskussionsbeitrag verstanden wissen.

Versuchen wir uns mal von der Meta-Diskussion frei zu machen und betrachten den Film einfach nur als Film. Dann ist Munich erst mal ein spannender, gut gemachter Agenten- und Polit-Thriller (Was nochmal einen netten Drive bekommt, wenn eine der Hauptrollen von Daniel Craig gespielt wird, der gerade als neuer Bond omnipräsent ist). Eine Gruppe von Männern wird dafür bezahlt, andere Männer umzubringen, und wir schauen ihnen bei der Arbeit zu. Wir sehen, wie sie ihre Attentate besprechen, planen, vorbereiten, wie ihre Aktionen gelingen oder scheitern. Wir sehen klassische Zutaten des Genres: Vertrauliche Hintergrundgespräche, geheime Treffen mit hochgeschlagenem Kragen, den Tüftler beim Bombenbauen. Dazu kommt die persönliche Ebene bei Avner (Eric Bana), von dem wir auch viel über sein Innenleben erfahren.

Aber Spielberg hat dann doch keinen “gewöhnlichen” Thriller aus dem Stoff gemacht, dafür ist ihm das Thema zu ernst. Er macht aus Munich keinen Hollywood-Mainstream, lässt sich viel Zeit, nimmt immer wieder das Tempo aus dem Film. Wichtiger als die Action sind die Dialoge. Deren Grundtenor ist zwar einerseits recht platt (Gewalt erzeugt Gegengewalt. Krieg, egal mit welchen mitteln, ist immer grausam und barbarisch.), stellen aber auch etliche Fragen, die bewusst offen gelassen werden. Ist Rache legitim, und wenn ja, an welchem Punkt gibt es eine Grenze? Spielberg vermeidet es, sich auf eine Seite zu stellen. Dramaturgisch sind zwar die Israelis eher die “Guten”, mit denen der Zuschauer mitfiebert und um die er bangt, aber ihr Vorgehen wird nicht moralisch legitimiert, im Gegenteil. Das Urteil über richtig und falsch muss der Zuschauer selbst fällen. Dass Spielberg von beiden Seiten vorgeworfen würde, er nehme zu sehr für die jeweils andere Seite Partei, zeigt vielleicht, dass er es genau richtig gemacht hat.

Munich ist jedenfalls keine lockere Unterhaltung, aber auch keine bleischwere Politikvorlesung. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Film wirklich gut fand. Aber was er wirklich hervorragend rüberbringt, ist das Zeitkolorit der 70er Jahre. Und er schafft es, etwas von der weltpolitischen Stimmungslage zu vermitteln, die zu dieser Zeit geherrscht hat. Und gerade diesen Aspekt fand ich wirklich sehr spannend und interessant.



Es ist wie immer.

Dienstag, 21.11.2006

Der Pawlowsche Reflex in Reinkultur: Die Glocke bimmelt, der Speichel läuft. War total klar. Ich würde mich jetzt gerne drüber aufregen, aber zu diesem Thema ist hundertmal alles gesagt worden, zum Beispiel hier, vor fast genau einem Jahr. Es bringt nix. Dem Hund wirft man ja auch nicht vor, wenn er sabbert. Die sind eben so.

Ich kann Hunde nicht leiden.

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Auf DVD: Dark Water

Montag, 20.11.2006

In der Regel sind sich Filmfreunde ja einig, dass amerikanische Remakes von europäischen oder asiatischen Filmen überflüssig sind. Hollywood spart sich gerne das Geld für Synchronarbeiten oder Untertitelung, sondern dreht lieber gleich nochmal alles neu, wobei das Ergebnis meistens glatter, erwartbarer, eben amerikanischer aussieht. Ich habe leider das japanische Original von Hideo Nakata (der auch Ringu drehte) nicht gesehen, sondern kenne nur das Remake, kann also nicht vergleichen. Aber Dark Water ist auf jeden Fall ein gelungener Film.

Vor allem ist der Film schon mal bis in die Nebenrollen sehr toll besetzt: John C. Reilly als schmieriger Vermieter, Pete Postlethwaite als zwielichtiger Hausmeister und Tim Roth (den man kaum erkennt!) als fürsorglicher Anwalt sind großartig. Da kann Hauptdarstellerin Jennifer Connelly als geplagte alleinerziehende Mutter gar nicht mehr viel falsch machen. Und Ariel Gate, die das Töchterchen Ceci spielt, macht ihre Sache auch gut. Merke: Kinder in Filmen sind okay, wenn sie nicht nerven, und dieses Mädchen nervt fast gar nicht.

Man merkt dem Film auch sehr positiv an, dass man hier keinen altgedienten Horrorspezialisten auf den Regiestuhl gesetzt hat, sondern den Brasilianer Walter Salles, dessen erster größerer Erfolg die Motorcycle Diaries (Die Reise des jungen Che) war. Salles will den Zuschauer nicht erschrecken, sondern eher eine unbehagliche Atmosphäre und Hitchcock’schen Supsense erzeugen, was ihm sehr gut gelingt. Seine Bilder lassen einen die Trostlosigkeit der Umgebung, in der der Film spielt, sehr deutlich spüren.

Der Plot ist nicht unbedingt die größte Stärke des Films: Eine Mutter im Scheidungsstreit mit ihrem Ex-Mann zieht mit dem Töchterchen in ein runtergekommenes Mietshaus in einem der schlecheren Viertel von L.A., und einiges in diesem Haus ist ihr bald nicht mehr geheuer. Die Sorgen um ihre Tochter und die unheimlichen Phänomene im Haus bringen Sie an den rand der Verzweiflung. Da wird ziemlich viel Psychoballast aufgefahren, und natürlich hatte diese Figur in ihrer Kindheit selbst große Probleme mit ihrer Mutter undsoweiter. Die Story selbst und ihre Auflösung sind also eher mittelmäßig, trotzdem hat mir der Film gut gefallen: spannend erzählt, vorzüglich fotografiert und überzeugend gespielt.

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Trailerschau für Filmstarts vom 16.11.

Sonntag, 19.11.2006

Auf die DVD warten:
The Last Kiss (Der letzte Kuss): Zach Braff, dessen Garden State ich sehr mochte, spielt einen 30-jährigen, der Angst davor hat, ein Spießerleben mit Ehefrau, Kind und Eigenheim zu starten. Talking ’bout my generation… Sieht interessant aus, aber genausogut könnte man auch direkt das italienische Original ansehen.

The House is burning: Das sieht nicht schlecht aus: 24 Stunden im Leben einer Handvoll Jugendlicher in einer amerikanischen Vorstadt. Drogen, Sex, Gewalt, Trostlosigkeit. Vom deutschen Regisseur Holger Ernst ziemlich wild und schnell inszeniert und geschnitten (zumindest erweckt der Trailer diesen Anschein).

Alien Autopsy (Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden): Mal abgesehen von dem bescheuerten deutschen Untertitel, könnte dieser englische Film über gefaktes Roswell-Filmmaterial ziemlich amüsant sein.

Scoop (Scoop - Der Knüller): Der nächste Woody Allen, und ich hab noch nicht mal Matchpoint gesehen… Werde ich aber demnächst nachholen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Pingpong: Einer dieser nüchternen, realistischen kleinen Filme, die von der Kritik höchstes Lob bekommen, auf Festivals laufen, aber kaum Publikumserfolg haben und dann im Fernsehen nach null Uhr im Dritten Programm laufen. Das ist sehr schade, aber ich fasse mich da an die eigene Nase: Ich bin da auch nicht so scharf drauf.

My Super Ex-Girlfriend (Die Super-Ex): Uma Thurman als super-eifersüchtige Suuperheldin, klingt eigentlich ganz unterhaltsam. Der Trailer sieht allerdings eher nicht nach originellen Ideen, sondern sehr nach Standard-Comedykost, aufgepeppt mit Special Effects, aus.

Muss nicht sein:
In a Savage Land (In einem wilden Land): Ein Forscherpärchen bei Ureinwohnern in Papua-Neuguinea. Ich mag diese komische Kolonialromantik nicht, die Filmen dieser Art immer zueigen ist.

Wo ist Fred?: Jetzt probiert man also auch hier den Humor à la Farrelly und macht eine Behinderten-Komödie. Nix dagegen, aber vielleicht sollte man dann die Hauptrolle jemandem geben, der komisch ist. Und nicht Til Schweiger.



Ein Link und ein Link und noch ein Link

Donnerstag, 16.11.2006

Tut euch den gefallen und lest folgendes:

Peter Bogdanovich interviewt Jack Nicholson im SZ-Magazin (Online steht die englische Version, die Übersetzung gibt’s im Heft).

Die schlechtesten Magazine der Welt von Dirk Warnke (in der Titanic)

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R.I.P.

Donnerstag, 16.11.2006

After a long illness, the groundbreaking home-entertainment format VHS has died of natural causes in the United States. The format was 30 years old.

No services are planned.

Mehr bei Variety.


 
 
 












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