Auf DVD: Jarhead

Ihre kahlgeschorenen Köpfe sehen aus wie Einmachgläser, deshalb nennen sie sich Jarheads: die Kerle, die sich beim U.S. Marine Corps gemeldet haben. Sam Mendes erzählt in Jarhead aus der Perspektive von Anthony Swofford (Jake Gyllenhall), einem Neuankömmling, der von seinen Stubengenossen mit einem freundlichen „Welcome to the Suck“ begrüßt wird und erstmal die klassische Drill-Instructor-Schule durchleiden muss.

In diesem Abschnitt denkt man natürlich sofort an Kubricks Full Metal Jacket, und das ist nicht der einzige Kriegsfilm, der sich beim Schauen von Jarhead vors geistige Auge drängt. Diese Filme sind inzwischen Teile der Popkultur, und Jarhead spielt ganz vortrefflich mit dieser Tatsache. So sehen sich die Rekruten etwa gemeinsam im Truppenkino Apocalypse Now an. Später, als die Marines bereits im Irak sind und irgendwo die Doors aus den Boxen schallen, beschwert sich Swoff, dass diese Musik doch der Vietnam-Soundtrack sei, das passe nicht hierher.

Mendes ging es bei der Verfilmung des autobiografischen Stoffes von Swofford vor allem darum, wie es sich anfühlt, auf eine Aufgabe hingedrillt zu werden und dann in einen Einsatz geschickt zu werden, in dem man diese Aufgabe nicht wahrnehmen darf, sondern zum Warten verurteilt ist. Swoff und seine Leute sind Scharfschützen, aufs Töten trainiert. Jetzt sitzen sie in der Wüste und drehen Däumchen, weil die Airforce die Arbeit von oben erledigt. Sie sind wie hochgezüchtete Kampfhunde, denen man eine extrem kurze Leine, einen Maulkorb und einen viel zu engen Zwinger verpasst hat. Die Szenen, in denen dieses Gefühl vermittelt wird, sind die stärksten Momente von Jarhead.

Der Film hat nicht die Wucht eines Apocalpyse Now, nicht die Dringlichkeit eines Platoon und nicht den Biss eines Three Kings. Er ist leiser, ruhiger, zurückhaltender, verzichtet weitgehend auf Kriegsbilder und lebt besonders von der guten Leistung der Hauptdarsteller Jake Gyllenhall und Jamie Foxx, der seinen Vorgesetzten spielt. Sehenswert!