Auf DVD: Dark Water

In der Regel sind sich Filmfreunde ja einig, dass amerikanische Remakes von europäischen oder asiatischen Filmen überflüssig sind. Hollywood spart sich gerne das Geld für Synchronarbeiten oder Untertitelung, sondern dreht lieber gleich nochmal alles neu, wobei das Ergebnis meistens glatter, erwartbarer, eben amerikanischer aussieht. Ich habe leider das japanische Original von Hideo Nakata (der auch Ringu drehte) nicht gesehen, sondern kenne nur das Remake, kann also nicht vergleichen. Aber Dark Water ist auf jeden Fall ein gelungener Film.

Vor allem ist der Film schon mal bis in die Nebenrollen sehr toll besetzt: John C. Reilly als schmieriger Vermieter, Pete Postlethwaite als zwielichtiger Hausmeister und Tim Roth (den man kaum erkennt!) als fürsorglicher Anwalt sind großartig. Da kann Hauptdarstellerin Jennifer Connelly als geplagte alleinerziehende Mutter gar nicht mehr viel falsch machen. Und Ariel Gate, die das Töchterchen Ceci spielt, macht ihre Sache auch gut. Merke: Kinder in Filmen sind okay, wenn sie nicht nerven, und dieses Mädchen nervt fast gar nicht.

Man merkt dem Film auch sehr positiv an, dass man hier keinen altgedienten Horrorspezialisten auf den Regiestuhl gesetzt hat, sondern den Brasilianer Walter Salles, dessen erster größerer Erfolg die Motorcycle Diaries (Die Reise des jungen Che) war. Salles will den Zuschauer nicht erschrecken, sondern eher eine unbehagliche Atmosphäre und Hitchcock’schen Supsense erzeugen, was ihm sehr gut gelingt. Seine Bilder lassen einen die Trostlosigkeit der Umgebung, in der der Film spielt, sehr deutlich spüren.

Der Plot ist nicht unbedingt die größte Stärke des Films: Eine Mutter im Scheidungsstreit mit ihrem Ex-Mann zieht mit dem Töchterchen in ein runtergekommenes Mietshaus in einem der schlecheren Viertel von L.A., und einiges in diesem Haus ist ihr bald nicht mehr geheuer. Die Sorgen um ihre Tochter und die unheimlichen Phänomene im Haus bringen Sie an den rand der Verzweiflung. Da wird ziemlich viel Psychoballast aufgefahren, und natürlich hatte diese Figur in ihrer Kindheit selbst große Probleme mit ihrer Mutter undsoweiter. Die Story selbst und ihre Auflösung sind also eher mittelmäßig, trotzdem hat mir der Film gut gefallen: spannend erzählt, vorzüglich fotografiert und überzeugend gespielt.

 

Ein Gedanke zu „Auf DVD: Dark Water

  1. Kann mich der Meinung auch anschließen. Finde diesen atmosphärischen dichten Film auch sehr unterschätzt. Sah es auch eher als Drama, denn als Horrorfilm an.

Kommentare sind geschlossen.