Auf DVD: I, Robot

Fängt gut an, ist aber insgesamt enttäuschend. Basierend auf verschiedenen Kurzgeschichten von Isaac Asimov und dessen drei Gesetzen der Robotik hat man hier einen Hollywood-Actionkracher produziert, der eher eine Visual-Effects-Schlacht ist als eine Auseinandersetzung mit den Asimov’schen Ideen.

Dabei fängt der Film eigentlich ganz gut an. Will Smith spielt die Rolle, die er am besten kann: einen coolen Cop namens Spooner, der nicht mit lässigen Sprüchen geizt. Die Set-Designer haben eine recht hübsche Großstadt-Welt des Jahres 2035 geschaffen, in der humanoide Roboter ein alltäglicher Teil des Straßenbilds sind, z.B. als Dienstboten, Müllfahrer usw. Spooner wird zur Firma U.S. Robotics gerufen, die kurz davor steht, in großem Stil eine neue Robotergeneration auszuliefern. Deren Chefdenker Dr. Lanning ist einen gewaltsamen Tod gestorben. Der Firmenchef tippt auf Selbstmord, aber Spooner, der den Robotern sehr skeptisch gegenübersteht, glaubt, dass Lanning von einem seiner Roboter getötet wurde. Dies würde jedoch den Gesetzen der Robotik widersprechen.

Im weiteren Verlauf tauchen auf: eine schöne Wissenschaftlerin, die Spooner bei den Ermittlungen unterstützt, ein außergewöhnlicher Roboter, der die Fähigkeit hat, zu fühlen und zu träumen, und eine riesige Roboter-Armee, die sich gegen die Menschheit wendet und einen großen Umsturz anzettelt.

Je weiter der Film fortschreitet, um so mehr Wert wird auf Action gelegt und umso weniger auf eine plausible Geschichte. Keine Frage, das sieht ziemlich gut aus und ist tricktechnisch toll umgesetzt. Als SF-Action ist das durchaus gelungen, bleibt aber inhaltlich oberflächlich und blutleer. Enttäuschend, denn Asimovs Ausgangsstoff hätte viel mehr zum Thema Mensch/Maschine und Künstliche Intelligenz hergegeben. Aber dazu hätte man dem Zuschauer unkünstliche Intelligenz zutrauen müssen. Auch von Regisseur Alex Proyas hatte ich etwas mehr erwartet, hat der doch vor ein paar Jahren mit Dark City ein sehr atmosphärisches, düsteres SF-Märchen kreiert.

I, Robot ist kein Film, den man sehen muss. Aber immerhin bin ich jetzt neugierig darauf geworden, mal ein bisschen im Werk von Isaac Asimov zu stöbern und eine meine vielen Bildungslücken zu schließen. Falls jemand einen Lesetipp zum Einstieg hat, her damit.

 

2 Gedanken zu „Auf DVD: I, Robot

  1. Guter Einstieg für Asimov ist der Sammelband „Roboterträume“ (orig. „Robot Dreams“). Und wenn Du da durch bist, gleich mit dem Großmeister der klugen SF weitermachen: Iain Banks mit „Ein Geschenk der Kultur“. Muss sein.

  2. Ich hab zwei Kurzgeschichtensammelwerke gelesen, Best of Asimov und Alle ROBOTER-Geschichten. Danach habe ich mich umfassend über Asimovs Welt informiert gefühlt…

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