Falsche Zeit, falscher Ort

Nehmen wir mal an, man möchte den Silvesterabend ausnahmsweise mal nicht auf einer privaten Party verbringen, sondern mit ein paar Freunden in irgendeinem Etablissement in dieser großen Stadt. Da gilt es dann diverse Läden abzutelefonieren und zu erfragen, ob an Silvester geöffnet sei, was dort geboten werde und wieviel der Spaß denn kosten soll. Irgendwann findet man was brauchbares, einigt sich darauf und trifft sich also am Silvesterabend in der Kneipe XY.

Man selbst war dort vorher noch nie gewesen – da hätte man schon skeptisch sein sollen. Nunja, nichts ist perfekt, und wenn der Rest okay ist, dann kann man es gerne mal hinnehmen, dass

– die Musik in einer Lautstärke dröhnt, die Gespräche nur mit dem direkten Tischnachbarn zulassen
oder
– diese Musik aus den grusligsten Partyhits der 70er, 80er und 90er besteht
oder
– das versprochene „Begrüßungsgetränk“ erst nach mehrfacher Nachfrage auf dem Tisch landet
oder
– der Service unter aller Kanone ist und der Getränkenachschub extrem zu wünschen übrig lässt
oder
– die Menschen an den anderen Tischen trotzdem schon mächtig betrunken sind und sich entsprechend benehmen.

Wenn allerdings nicht einer dieser Punkte, sondern alle auf einmal zutreffen, dann ist man eindeutig zur falschen Zeit am falschen Ort. Vorherrschendes Gefühl: „Ich will hier nicht sein.“ Nächstes Jahr wird wieder privat gefeiert.

Achja: Was war gleich nochmal so toll daran, zum Jahreswechsel tonnenweise Knallkörper und Feuerwerk zu verpulvern und die Stadt erst in ein Schlachtfeld, und dann in eine Müllhalde zu verwandeln?

 

2 Gedanken zu „Falsche Zeit, falscher Ort

  1. Auf dem Weg zu meiner Silvesterparty haben erst ein paar Unterschichtenbandenkinder versucht mir die dicken Böller so dicht wie möglich ans Bein zu werfen, wobei man in den Kriegsgebieten am Stadtrand inzwischen offenbar Military Grade D-Böller verwendet. Die Dinger sind garantiert nicht mehr EU genormt.

    Kurz nach Mitternacht hat mir dann noch so ein fettes Hartz-IV-HipHop-Kind ’ne Schreckschußknarre ins Gesicht gehalten und „frohes Neues, ihr Scheißstudenten“ gewünscht, bevor es feststellte „jetzt machste dir inne Hose, was?“.

    Die Party selbst war eigentlich okay, aber ich werde wohl in 365 Tagen auch darüber nachdenken an einer anderen Ecke der Stadt zu feiern. Das wird mir doch ein bisschen zu stressig, mit den selbsternannten Bushido-Imitaten die in dem Viertel rumlaufen.

    So oder so: Frohes Neues und alles Gute, Thomas.

  2. Dank einer leichten „Ich hab was falsches gegegessen“-Maßnahme lag ich im Bett. Irgendwie habe ich so das Gefühl, das mach ich das nächste Jahr auch wenn keiner mich einlädt. ;-)
    Ad Astra

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