Im TV: Die Hard (Stirb langsam)


(Bild von Steven Hills grandioser Movie Title Screens Page)

Action altert schlecht.

Knapp 20 Jahre ist das schon her, dass Bruce Willis zum ersten Mal barfuß im Unterhemd gegen eine Bande von Terroristen antrat und damit zur Action-Ikone wurde. Ich glaube, man muss diesen Film schon damals gesehen haben, um ihn richtig schätzen zu können. Oder man muss ein Teenager gewesen sein, umspült von den ersten Testosteronschüben. Dann war man sicher begeistert über die coolen Sprüche und die – für damalige Verhältnisse – atemlose Action.

Sieht man Stirb langsam dagegen mit über 30 zum ersten Mal kurz nach Weihnachten 2006, dann ist man gute zwei Stunden lang ziemlich unterwältigt. Klar, es gibt einige gute Ideen, ein paar nette Sprüche undsoweiter, aber mehr als solide Action hat der Film eigentlich nicht zu bieten. Und Action altert eben schlecht. Sowas inszeniert man heute deutlich rasanter, wilder, hektischer. Oder, wie es meine Mit-Guckerin formulierte: „In ein paar Jahren werden wir auch bei Matrix einschlafen.“

 

5 Gedanken zu „Im TV: Die Hard (Stirb langsam)

  1. Tja, das Pech der späten Geburt. ;-) Ich find den immer noch toll. Aber ich war beim ersten Mal gucken auch definitiv im Testosteren-Alter. *g*
    Ad Astra

  2. Action altert mitunter hervorragend, finde ich. Gerade die Die Hard Trilogie hat wenig von ihrer Faszination verloren, ausgenommen vielleicht der dritte Teil (der aber auch nie viel davon hatte).

    Die 80er Jahre Actionhelden (Sly, Arnie, Willis, Gibson) sind grandios und haben heute noch keine würdigen Nachfolger gefunden. Selbst B-Action-Filmen wie ‚Lock Up‘ oder ‚Tango & Cash‘ stehen heute nur schlaffe CGI-Orgien gegenüber.
    Action war früher härter. Nur wir sind weicher geworden. ;-)

  3. Teil 1 der „Die Hard“-Trilogie ist in der Tat der beste der drei Filme; vom Filmhistoriker David Bordwell ist ein Transkript einer in München gehaltenen Rede („DIE HARD und die Rückkehr des klassischen Hollywood-Kinos“, erschienen in „Der schöne Schein der Künstlichkeit“, Verlag der Autoren, 1995) – zentrale These: das klassische amerikanische Kino ist so erfolgreich, da seine Erzählstruktur so angelegt ist, dass der Plot auch ohne wirklich gute Kenntnis der Sprache verständlich ist.
    Durch Bildaufbau, Zoom und Tiefenschärfe ist auch dem der Sprache nur bedingt mächtigen Einwanderer das Verfolgen der Story möglich.
    Am Beispiel „Die Hard“ wird dieses wirklich gut erläutert und man verblasst in Ehrfurcht, dass einem das noch nicht selbst aufgefallen ist.

    Das aber funktioniert nur in Teil 1 so gut, die später hinzugekommenen Teile 2 und 3 fallen deutlich von diesem Muster ab, wobei Teil 3 ohnehin ein auf die Serie adaptiertes Drehbuch ist, welches anfangs unter dem Titel „Simon Says“ (eigentlich ein Kinderspiel á la „Flaschendrehen“) die Runde machte und per definitionem sehr dialoglastig war (und ist – „Simon says …“).

Kommentare sind geschlossen.