Im Kino: The Prestige

Wer ist besser? Batman oder Wolverine? Comic-Geeks tragen ja gerne solche imaginären Superhelden-Battles aus. Auf der Leinwand messen sich jetzt zwar nicht die beiden Helden, aber ihre aktuellen Darsteller: Christian Bale und Hugh Jackman geben zwei Zauberkünstler, die Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in England zu großen Bühnenstars und vor allem zu erbitterten Rivalen werden.

Regisseur Christopher Nolan hat für The Prestige ein leckeres Ensemble um sich geschart: Neben den beiden Hauptdarstellern glänzt Michael Caine als Spiritus Rector, von dem beide Rivalen viele Tricks lernen, David Bowie spielt Nikola Tesla, außerdem sind (in kleineren Rollen) Andy „Gollum“ Serkis und Scarlett Johansson dabei. Auch Kostüme und Ausstattung sind klasse. Das alles würde aber nicht viel nutzen, wenn die Geschichte Schrott wäre. Das ist sie zum Glück nicht.

Kern der Story ist die Vendetta zwischen Borden (Bale) und Angier (Jackman), die damit beginnt, dass Angiers Ehefrau bei einem missglückten Entfesselungstrick ums Leben kommt und der Witwer Borden die Schuld dafür gibt. Von da an gibt es einen Vergeltungsakt und einen Übertrumpfungsversuch nach dem anderen, was schließlich damit endet, dass Borden vor Gericht landet und wegen Mordes zum Tod am Strang verurteilt wird.

Nun ist das ganze ja ein Film über Tricks und Illusionen. Und Nolan, der Regisseur von Memento, ist selbst ein großer Trickser und Illusionist. Also verschachtelt er er seine Zeit- und Erzählebenen gleich mehrfach und hat, so wie der Zauberer seine Kaninchen aus dem Zylinder holt, stets noch einen weiteren Storytwist für den Zuschauer parat. Diese Erzählweise, die darin gipfelt, dass Borden in einem Notizbuch von Angier liest, wie Angier in einem Notizbuch von Borden liest, klingt kompliziert und anstrengend, macht aber großen Spaß und ist sehr unterhaltsam. Und natürlich wird The Prestige dadurch zu einem jener Filme, die man auf jeden Fall noch ein zweites Mal sehen möchte. Achtung: Der Wikipedia-Eintrag zum Film verrät bereits die wichtigsten Überraschungen — lieber nicht lesen!

Nolan hat auch großen Spaß, hinter die Kulissen der Bühnenzauberer und Illusionisten zu blicken und einige ihrer Tricks zu verraten. Fast jeder Zaubertrick ist rational erklärbar und durchschaubar. Bis auf einen: Es gibt einen Punkt in der Geschichte, der wesentlich für die Auflösung ist, und bei dem der Zuschauer bereit sein muss, die Kröte zu schlucken und dem Filmemacher einfach mal zu glauben. Wer dazu nicht bereit ist, wird an dieser Stelle wahrscheinlich sauer werden. Aber wie sagt Michael Caine im Film so schön: „You don’t really want to know the secret… You want to be fooled.“

The Prestige ist für mich genau so, wie ein Hollywood-Film sein sollte: Besetzt mit Top-Schauspielern (nicht zu verwechseln mit Top-Stars), opulent ausgestattet, unterhaltsam aber nicht unterfordernd, gefüllt mit einer Menge cleverer Ideen, ohne dabei zu verwirrend zu werden.

Abspann: Wir hören „Analyse“ von Thom Yorke. Passt überhaupt nicht zum Film, ist aber ein toller Song.

 

Ein Gedanke zu „Im Kino: The Prestige

  1. die würfel sind gefallen!
    da mir der sinn mal wieder extremst nach dem leckeren onkel hugh steht und ich mir unschlüssig war, ob ich nun fountain oder prestige mitnehme, hab ich mich soeben dank dir für prestige entschieden (und dank der vorarbeit der 5 filmfreunde bereits zur hälfte gegen die blöde fontäne).

    wünsche eine entzückende n8…;o)

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