Im Kino: Mein Führer


(Screenshot von www.meinfuehrer-derfilm.de)

Darf man über Hitler lachen? Logo. Muss man bei Mein Führer lachen? Nicht unbedingt, denn der Film ist nicht lustig genug.

Dani Levys Komödie mit dem wirklich blöden Untertitel Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler ist ein eigenartiges Naja-Gehtso-Zwischending. Es ist kein enormer Schrott, den man von Herzen mies finden möchte, es ist aber auch nicht der erhoffte Spaß. Und eines ist Mein Führer auf gar keinen Fall: ein Helge-Schneider-Film. Schneider spielt zwar Hitler, und das tut er vorzüglich, im Zentrum steht aber die Figur des Adolf Grünbaum, ebenfalls sehr gut gespielt von Ulrich Mühe. Um diese Figur herum wurde eine relativ ernste, ja sogar tragische Geschichte aufgebaut, die den Film sehr schwerfällig macht.

Mein Führer ist immer dann am besten, wenn Helge Schneider ein wenig Raum bekommt, seinen Hitler ein bisschen von der Leine zu lassen. Dann bekommt er einen schönen Wutanfall, oder flüchtet mit Blondie nachts aus dem Fenster. Auch in Ordnung, wenngleich sicher nichts neues, sind die Szenen, in denen die Nazis und ihre Schergen als die Knallchargen dargestellt werden, die sie wohl auch waren. Hervorzuheben sind da besonders Lars Rudolph und einer, von dem ich dachte, es sei Gottfried John (der aber in den Credits nicht vorkommt).

Ansonsten bietet der Film eine Ladung Komik der Kategorie Bauerntheater (Namen wie „Obergruppenführer Rattenhuber“ oder der Hund Blondie, der sein Herrchen anpinkelt), reichlich abgenudelte Stereotypen und den küchenpsychologischen Kunstgriff, dass Hitler an einem schweren Vaterkomplex leidet. Was den Film auch nicht lustiger macht.

Ich finde es durchaus wichtig und richtig, eine Hitler-Komödie zu machen, um die Figur von diesem eigenartigen Sockel zu holen, auf den er durch Untergang, Guido-Knopp-Sendungen und Spiegel-Titelgeschichten gestellt wurde. Nur sollte sowas dann halt schon richtig komisch sein. Mein Führer hat ein paar Schmunzler, aber kaum große Lacher. Es heißt ja, dass der Film in seiner ersten Schnittfassung ein ganz anderer gewesen sei. Zynischer, mit Helge Schneiders Hitler als klarem Zentrum. Ich kann mir vorstellen, dass das der bessere Film gewesen wäre.

 

3 Gedanken zu „Im Kino: Mein Führer

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