Archive for Februar, 2007

Trailerschau für Filmstarts vom 15.2.

Auf die DVD warten:
The Good Shepherd (Der gute Hirte): Robert De Niro erzählt die Geschichte der CIA anhand eines Mannes, der 40 Jahre für den Dienst arbeitet, und hat dafür eine erlesene Besetzung zusammengetrommelt. Die Hauptrolle spielt Matt Damon (ich kann diesen Namen nicht mehr normal schreiben, sprechen oder denken, seit ich Team America gesehen habe…).

Hollywoodland (Die Hollywood-Verschwörung ): Vielleicht der erste Film, in dem Ben Affleck tatsächlich zeigt, dass er schauspielern kann. Er spielt George Reeves, den ersten Superman-Darsteller der 50er Jahre, der unter myteriösen Umständen ums Leben kam. Adrien Brody ermittelt.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Yes I Am!: Doku über das Brothers Keepers-Projekt, bei dem dunkelhäutige deutsche Künstler gemeinsam durch Ostdeutschland tourten. Sehr ehrenhafte Geschichte, nur leider mit Xavier Naidoo. Der singt im Auto zu seinen eigenen Songs aus dem Autoradio…

Babooska: Dokumentarfilm, der einen kleinen italienischen Familienzirkus beim Tingeln begleitet.

Muss nicht sein:
Hannibal Rising (Hannibal Rising – Wie alles begann): Ich liebe Das Schweigen der Lämmer. Und das soll auch so bleiben.

Zur YouTube-Schau bitte hier entlang: Weiterlesen…

Taufrisch von der Buchmesse: Ein Interview mit Jeff Smith

Zur Abwechslung verweise ich mal wieder auf Comicgate, das gemütliche Internet-Magazin für Freunde der Sprechblasenliteratur: Letzten Herbst, bei der Buchmesse, hatten Björn (of Agitpop fame) und ich eine Audienz beim Schöpfer eines meiner Lieblingscomics. Wir sprachen eine gute halbe Stunde mit Jeff Smith, Autor und Zeichner von Bone.

Nun sind solche Interviews für so Hobby-Nebenbei-Schreiberle wie mich sowieso schon kleine Highlights im rostigen Alltag, aber dieses Interview war definitiv ein toller Moment. Das ganze Gespräch kann man hier nachlesen. Und nächstes Mal brauchen wir dann für Abschrift, Übersetzung und Online-Aufbereitung hoffentlich nicht wieder vier Monate.

Adjektiv des Tages

Eröffnungsfilm über die Piaf, soll mau sein. Heißt es, heißt aber nichts. Auftritt Barbara Schöneberger. Pose, Drehung, Armeinsatz, Lächeln, dann exakt der Blick aus der T-Com-Werbung. Schwer zu beschreiben, der Blick, fickig irgendwie.

Juan Moreno bloggt schreibt eine Kolumne von der Berlinale.

Liebe Warner-Brüder,

am Mittwoch habe ich eurer Presseabteilung eine E-Mail geschrieben und ihr ein paar Fragen gestellt. Wahrscheinlich seid ihr alle auf der Berlinale (Schampusschlürfen, Filmegucken, Visitenkartentauschen) und habt keine Zeit mir zu antworten. Verstehe ich. Bis dahin kann ich ja schonmal die Fragen online stellen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
ich führe ein kleines Weblog, das sich schwerpunktmäßig mit Filmen beschäftigt. Gerade habe ich festgestellt, dass der von mir mit großer Vorfreude erwartete Film “Tenacious D and the Pick of Destiny”, der morgen von Ihrem Verleih in die Kinos gebracht wird, in der Großstadt München in nur einem einzigen Kino läuft, dort auch noch versteckt im Spätprogramm um 23 Uhr. Ich vermute, dass es in anderen Städten auch nicht sehr viel besser aussehen wird.
 
Ich glaube, dass es in Deutschland eine (zwar kleine, aber dafür enthusiastische) Zahl von Menschen gibt, die Fans von Jack Black und seiner Band sind, und die über diesen schwachbrüstigen Kinostart sehr enttäuscht sein werden.
 
Daher habe ich folgende Fragen, die ich gerne, gemeinsam mit Ihren Antworten, in meinem Blog veröffentlichen möchte:
 
* Traut der Verleih dem Film keinen Erfolg in Deutschland zu?
* Wieviele Kopien sind bundesweit im Einsatz?
* Stimmt es, dass für die Synchronfassung des Films auch die Songtexte übersetzt wurden? Wenn ja, wie begründen Sie diese Entscheidung?
* Gibt es in Deutschland auch Kopien des Films in englischer Sprache? Wenn nein, warum nicht?
* Würden Sie der folgenden Aussage zustimmen: Die Kinoauswertung eines Films dient in vielen Fällen nur noch der Publicity, damit der Film in Presse und Rundfunk bekannt gemacht wird. Fürs eigentliche Geschäft sind dann die DVD-Verkäufe entscheidend.
 
Ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

Trailerschau für Filmstarts vom 8.2.

Im Kino sehen:
Stranger than Fiction (Schräger als Fiktion): Trotz Will Ferrell, den man bisher nur aus Mittelmaß-Spaßfilmen kannte, scheint das eine ungewöhnliche und interessante Komödie zu sein. Ferrell spielt einen Mann, der in seinem Kopf die Stimme einer Autorin hört, die sein Leben schreibt. Von der Stimmung her ein bisschen wie Garden State oder I Heart Huckabees, oder vielleicht sogar ein bisschen wie Eternal Sunshine of the Spotless Mind? Wir werden sehen.

Auf die DVD warten:
Tenacious D in: The Pick of Destiny (Kings of Rock – Tenacious D): Der Trailer ist schon mal große Klasse. Würde normalerweise unter “Im Kino sehen” landen, aber wenn sämtliche Reviews empfehlen, den Film unbedingt im Original zu schauen, und diese nirgends läuft, und auch die deutsche Fassung hier in München in nur einem einzigen Kino mitten in der Nacht, dann warte ich doch gerne auf die DVD.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Ikke naken (Die Farbe der Milch): Ein paar Mädchen kommen in die Pubertät und beschließen, sich von jetzt an für Jungs zu interessieren. Was als amerikanischer (und auch als deutscher) Film fast hundertprozentig in die Hosen geht, hat in der norwegischen Variante auf einmal sehr viel Charme.

Je vous trouve très beau (Sie sind ein schöner Mann!): Was bei RTL Bauer sucht Frau heißt, geht auch als französische Arthaus-Variante. Vermutlich ganz nett, aber harmlos.

Muss nicht sein:
Rocky Balboa: Ich habe bisher noch keinen der Rocky-Filme gesehen, da muss ich beim sechsten Teil auch nicht mehr damit anfangen. Obwohl er ja wirklich gut sein soll. Sorry.

Die Aufschneider: Deutsche Krankenhauskomödie. Eher gruselig als lustig, befürchte ich.

Vier von sechs Trailern gibt’s auch in der Youtube-Playlist: Weiterlesen…

Der Verlinker

Der Gestörte, Der Fragensteller, Die Empathische, Der Siedler, Der Feststeller, Der Dauerredner, Der Kommentator, Der Immerlach, Der Aufrücker, Der Bildungsbürger, Der Rüttler, Die Platzhalterin.

Das sind die Typen, die das Münchner Online-Filmmagazin artechock in seinem Bestiarium der Kinogeher vorstellt. Und die kennen wir doch alle. Der Abspannsitzenbleiber fehlt leider, aber wahrscheinlich ist der Autor Michael Haberlander selber so einer.

Auf DVD: Following

1998 drehte ein unbekannter junger Londoner namens Christopher Nolan seinen ersten Langfilm. Fast ohne Budget, für fast kein Geld. Die Schauspieler waren seine Kumpels und Verwandten, er selbst erledigte Drehbuch, Regie und Kamera. Gedreht wurde an Wochenenden. Das Ergebnis war ein kleiner Erfolg auf diversen Festivals und führte dazu, dass Christopher Nolan Memento drehen durfte. Der Rest ist Geschichte.

Following, der in Deutschland erst 2005 (im Windschatten von Batman Begins) ins Kino kam und kurz darauf auf DVD zu haben war, handelt von einem jungen, erfolglosen Autor, der sich auf der Suche nach Inspiration an die Fersen von Fremden heftet und ihnen ein Stück in ihrem Alltag folgt. Eines Tages spricht ihn einer dieser Verfolgten überraschend an und bietet ihm an, ihn bei dessen Streifzügen zu begleiten: er ist nämlich Einbrecher.

Nolan entwickelt aus dieser Konstellation einen modernen Film Noir, der die klassischen Zutaten dieses Genres enthält (Ich-Erzähler, harte Schwarz-Weiß-Kontraste und die blonde Femme Fatale). Die Hauptperson, der Autor, verwickelt sich in ein Netz aus Lügen und Intrigen, aus dem er nicht mehr so leicht herausfindet. Dem Zuschauer präsentiert sich dieses Netz als Puzzle, denn Nolan pfeift auf die Chronologie. Er wirft einzelne Szenen wild durcheinander und überlässt es dem Zuschauer, die Puzzlestücke selbst zusammenzusetzen. Das erfordert Aufmerksamkeit und Mitdenken, mehr noch als bei Memento oder Nolans aktuellem Kinofilm The Prestige, die auch mit der Chronologie spielen. Aber es macht auch den Reiz dieses Films aus.

In klassischem, linearem Zeitablauf (eine solche Version ist übrigens zusätzlich auf der DVD enthalten) wäre Following ein okayer, nicht sonderlich aufregender Noir-Thriller. Das zeitliche Durcheinanderwürfeln der Handlung macht daraus ein beinahe interaktives Mitrate-Kino, das den Zuschauer so beschäftigt, dass er von der ein oder anderen überraschenden Wendung voll erwischt wird. Natürlich werden die Bruchstücke nicht planlos hingeworfen, sondern mit Bedacht, wie kleine Hinweise in einem Whodunnit-Krimi. Am Ende, nach straffen 70 Minuten, ergibt sich ein sehr stimmiges Gesamtbild. Nolan hat hier einen Film geschaffen, dessen wildes und doch planvolles Spiel mit dem Zeitstrahl nicht nur poppige Spielerei oder l’art pour l’art ist, sondern elementarer Bestandteil des Werks. Sehr sehenswert!

Wow

Im Kino gewesen. Gestaunt. Demnächst mehr.