Im Netz: Montagskonferenz

Harald Schmidt fühlt sich bemüßigt, unter die Videoblogger zu gehen. Seit letzter Woche gibt’s einmal pro Woche die Montagskonferenz zum Download… Moment. Zum Download gibt’s die schonmal nicht, sondern nur als Windows-Media-Stream auf haraldschmidt.tv.

Die ersten beiden Folgen hab ich mir mal zu Gemüte geführt und im Gegensatz zum Popkulturjunkie fand ich die gar nicht so schlecht. Schmidt sitzt in der Teeküche seiner Redaktion (im Hintergrund Kühlschrank und Kaffeemaschine) und plaudert darüber, was die Redaktion seiner Late-Night-Show in ihrer Konferenz für die Sendungen der Woche geplant hat. Im Grunde ist das ein kleiner Wochenrückblick: Was ist passiert, was schreiben die Zeitungen? Das Material, das später in der Fernsehsendung verwertet werden wird. Man könnte diese Videos als Alternativ-Version der Standup-Monologe sehen, mit denen jede Harald-Schmidt-Show beginnt. In der Show sind das vorbereitete, von Pappe abgelesene Witzeleien, hier ist es improvisiertes Draufloslabern. Und darin war Schmidt schon immer besser.

Man nimmt sich recht viel Zeit für die Montagskonferenz, der erste Teil dauerte mehr als eine Viertelstunde (was eindeutig zu lang war). Der zweite Teil ist mit fünfeinhalb Minuten deutlich kürzer, bietet aber immer noch genügend Zeit für freies Schwadronieren. Mich hat das Ding jedenfalls ganz gut unterhalten, mir gefällt dieses Format fast besser als die Late-Night-Show (in ihrer derzeitigen Mittelmaß-Qualität). Kein Knüller, den man unbedingt sehen müsste, aber durchaus mal eine Kostprobe wert. Im Grunde braucht’s kein Mensch, aber das gilt ohnehin für viele Dinge.

Am Format hab ich allerdings zu meckern. Mit einem Blog hat das ja nun gar nix zu tun. Man kann hier weder was abonnieren noch downloaden noch kommentieren. Da wollte man halt mal eben einen Modebegriff besetzen. Und warum muss das überhaupt ein Video sein? Sehen tut man eigentlich nix, außer eben Harald Schmidt, am Tisch sitzend. Das ist gefilmter Hörfunk, würde auch als Audio-Datei reichen. Vielleicht sollte das Schmidt-Team mal zu den WDR-Kollegen gehen und sich zeigen lassen, wie sie das mit dem Dittsche-Podcast machen. Den kann man abonnieren, runterladen und dann gemütlich auf seinem MP3-Player anhören. So macht man das im Webzwodreiviertel.

 

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