Archive for März, 2007

Try this at home

Sehr geil: beim Bad-Putzen Raining Blood von Slayer hören.

Spam auf dem Postamt

Neuerdings scheinen die Menschen bei der Post, die hinter dem Schalter stehen (früher hießen die Postbeamte), gezwungen zu werden, ihrer Kundschaft nach dem Aufgeben von Briefen, Päckchen o.ä. noch eine kleine Frage mit auf den Weg zu geben. “Haben Sie schon ein kostenloses Girokonto?” “Kennen Sie schon die neue Telekom-Flatrate?” Und ganz neu: “Spielen Sie Lotto, wenn ich fragen darf?”

Nein, dürfen Sie nicht. Ich nenne solche Fragen Spam.

Im Netz: Ijon Tichy: Raumpilot

In seinen Sterntagebüchern ließ Stanislav Lem den Kosmonauten Ijon Tichy haarsträubende Geschichten nach dem Vorbild des Baron Münchhausen erzählen. Inspiriert von diesen Geschichten drehte vor ein paar Jahren ein kleines Team von Berliner Filmstudenten zwei Kurzfilme. Das ZDF, bzw. dessen “Formatlabor” quantum, ließ dieses Team jetzt eine kleine Serie mit Ijon Tichy drehen, die ab morgen kommenden Montag, 26.3., sechsmal am späten Montagabend zu sehen ist. Die ZDF-Mediathek zeigt die 15minütigen Episoden vorab im Internet, wo ich mir die erste Folge schon mal zu Gemüte geführt habe.

Das nette an Ijon Tichy: Raumpilot ist der Trash-Charme, den schon die Kurzfilme hatten, und der für die Serie beibehalten wurde. Tichys Raumschiff ist von außen eine Bodum-Kaffeemaschine, von innen eine Berliner Altbauwohnung, deren Gerätschaften (Staubsauger, Kühlschrank usw.) als Bordequipment dienen. Tricks und Effekte werden bewusst billig und “sichtbar” eingesetzt. Neu ist Nora Tschirner, die als Hologramm auftritt. Die erste Folge erzählt von der Erschaffung dieses Hologramms und von Tichys Kampf gegen eine außerirdische Art von Kuschelbären, die ein bisschen wie Samson aus der Sesamstraße aussehen.

Das alles könnte wirklich sehr nette und witzige Unterhaltung sein, wenn da nicht die Tonspur wäre. Tichy spricht ein Pidgin-Deutsch, das so klingt, wie Leute, die zuviel Erkan und Stefan gesehen haben, denken, dass Russen deutsch sprechen würden (sorry für diesen Schachtelsatz). Sowas mag in einem kurzen Sketch in der Bullyparade o.ä. okay sein, aber über 15 Minuten ist das eindeutig zuviel. Mir ging dieser Sound fürchterlich auf die Nerven und raubte mir wirklich den Spaß an der Sache.

Schade, denn ich wollte Ijon Tichy mögen. Es ist prima, dass das ZDF wenigstens ab und zu mal ein paar Gebühren-Euro für Ungewöhnliches ausgibt und Leute ausprobieren lässt. Sowas müsste öffentlich-rechtliches Fernsehen viel öfter leisten, gerade auf dem Unterhaltungssektor. Ein echter Knüller aber sind die Sterntagebücher nicht. Etwas zu albern und zu wenig echte Lacher. Und der Pseudo-Russen-Akzent, der geht halt überhaupt nicht.

Glanzstück

Fußball ist immer noch wichtig, darum hier dieses unglaubliche Tor des Brasilianers Matuzalem, erzielt am Donnerstag im UEFA-Cup bei Schachtjor Donezk gegen FC Sevilla.


(Direktlink)

Geholfen hat’s trotzdem nichts, in der Nachspielzeit schoss der Torwart (!) von Sevilla das Tor, das zur Verlängerung führte, in der Sevilla dann der Siegtreffer gelang. Fußball kann wundervoll und grausam sein, manchmal im gleichen Spiel.

Trailerschau für Filmstarts vom 15.3.

Im Kino sehen:
The Last King of Scotland (Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht): Für seine Rolle als Idi Amin hat Forest Whitaker, der Karl Dall Hollywoods, den Oscar bekommen. Sicher der interessanteste Film der Woche (was diese Woche aber nicht viel heißen muss).

Vielleicht mal im Fernsehen:
Losers and Winners: Einen Culture Clash zwischen chinesischer und deutscher Arbeitswelt zeigt diese Doku, die davon handelt, wie ein chinesisches Unternehmen in Dortmund eine Kokerei abbaut, um sie in China wieder aufzubauen.

Neues vom Wixxer: Deutsche Comedians machen Kino. Einen Borat wird dieses Land nie hervorbringen, aber der Wixxer ist vermutlich das Beste, was derzeit an deutschem Mainstream-Humor im Kino machbar ist. Mehr geht halt nicht. Was die Wixxer-Filme über den Durchschnitt erhebt, sind weniger die Gags oder das Drehbuch, ganz bestimmt nicht, sondern die spürbare Liebe und die Detailversessenheit, mit der die Filme gemacht sind. Als Bonus zum Trailer hier noch der schöne Anti-Handy-Spot mit C.M. Herbst als Hatler (via Affenheimtheater):


(Direktlink)

Muss nicht sein:
Het Schnitzelparadijs (Schnitzelparadies): Immigrantenkomödie aus Holland, mutmaßlich auf Erkan-und-Stefan-Niveau. Die weibliche Hauptdarstellerin allerdings, Bracha van Doesburgh, die ist richtig süß.

Nach dem Klick: Die YouTube-Playlist. Weiterlesen…

Sponsoring mit Humor

Also ich musste heute sehr lachen, als ich das Grinsen von Virgil Hill sah, der demnächst gegen Stefan Raab Henry Maske kirmesboxt, und anschließend den Namen seines aktuellen Hauptsponsors.

Dagegensein wieder erlaubt

Karlsruhe ist vernünftig. Dann geht das hier ja ab sofort wieder in Ordnung:

Der Kläger, der in den Pressemeldungen meist nur “Stuttgarter Antifa-Versand” genannt wird, heißt übrigens Nix Gut. Darf man ruhig mal sagen.

Oh Captain, mein Captain!

Kaum ist man mal ein paar Tage weg, schon wird gestorben. Marvel Comics hat eine seine berühmteren Figuren sterben lassen, Captain America. Cleverer Marketingschachzug, keine Frage. Marvel kriegt mal wieder ein bisschen Aufmerksamkeit und ein paar Irre spielen bei ebay verrückt. Lustig daran ist, wie die Presse drauf anspringt und dieses “Ereignis” politisch zu deuten versucht. Viel brauche ich dazu nicht mehr zu schreiben, denn Björn hat das im Agitpopblog schon so wunderbar auf den Punkt gebracht:

Wer ein bisschen Ahnung von der Comicindustrie hat, der sollte wissen was hinter Captain Americas Tod steckt: Marvel mag Geld.

(Das Bild stammt von CostumeCity, noch viel besser ist aber das hier.)