Im TV: Tatort – Der Finger

Jetzt weiß ich wieder, warum ich allenfalls ein- bis zweimal im Jahr den Tatort gucke: Die ein oder andere Perle mag darunter sein, die meisten Folgen sind jedoch von ausgeprägter Mittelmäßigkeit. Nicht so schlecht, dass man direkt abschaltet. Aber so, dass man hinterher verzweifelt fragt, wer einem jetzt die 90 Minuten vergeudeter Lebenszeit wieder zurück erstattet. Der Finger mit dem bewährten Münchner Kommissarenteam hatte einige nette Momente, vor allem in den Kabbeleien zwischen Batic/Leitmayr/Menzinger. Der Rest aber pendelte zwischen unglaubwürdigen, an den Haaren herbeigezogenen Plotpoints (Fahrrad verfolgt Müllwagen) und einer ganzen Batterie von Klischees über Nobelrestaurants und deren Besucher, Besitzer und Kritiker.

Und all die Figuren, um die die Krimihandlung sich drehte, blieben mir den gesamten Film so egal wie nur was. Münchner Nobelhobel, wie man sie sich vorstellt, wenn man jahrzehntelang Derrick geschaut hat. Und das, obwohl immerhin Helmut Berger den Spitzenkoch spielte. Aber anstatt ihn Kinski-mäßig aufdrehen zu lassen, ließ Regisseur Peter Fratzscher ihn lieber in einer Berghütte vor einem Videotape rumheulen.

Fade, unspannend, behäbig. Ist das immer so oder erwische ich einfach nur die falschen Tatort-Folgen?

 

Ein Gedanke zu „Im TV: Tatort – Der Finger

  1. Das wollen wir Deutschen halt so, damit sind wir perfekt auf die Bräsigkeit der nachfolgenden Talkshow eingestimmt…
    Ad Astra

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