Archive for April, 2007

Trailerschau für Filmstarts vom 12.4.

Mit Verspätung nachgereicht.

Auf die DVD warten:
A Prairie Home Companion (Robert Altman’s Last Radio Show): Herrn Altmans Vermächtnis dreht sich um das Personal einer Live-Radio-Show, deren letzte Sendung läuft. Klingt nicht sehr aufregend, aber hey, es ist Altman, und die Besetzung ist erlesen: u.a. John C. Reilly und Woody Harrelson als zotiges Country-Duo.

TMNT – Teenage Mutant Ninja Turtles: Cowabunga allerseits. Als die Turtles ihre Heydays hatten, war ich nicht dabei, habe also keine sentimentalen Erinnerungen an sie. Wenn ich sie hätte, würde ich jubeln, denn dieser Trailer sieht gar nicht so schlecht aus. Für einen Hirn-aus-DVD-Abend sollte das ganz gut geeignet sein.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Perfect Stranger (Verführung einer Fremden): Thriller mit Halle Berry und Bruce Willis. Es gibt dunkle Geheimnisse und Dreck am Stecken, aber so ganz hab ich nicht kapiert, worum’s geht, muss ich zugeben.

Boy Culture: Schwule Beziehungskomödie um einen Callboy und seinen Weg zur wahren Liebe.

Goodbye Bafana: Die Geschichte des persönlichen Gefängniswärters von Nelson Mandela, der später zu seinem Freund wurde. Mit Präsident Palmer aus 24 als Mandela.

Twentynine Palms: Kunstkino aus Frankreich. Ein Mann und eine Frau, die die Sprache des anderen nicht sprechen, durchqueren eine Wüste, lieben und hassen sich.

Muss nicht sein:
Sipur Hatzi-Russi (Love & Dance): Niedlicher Originaltitel! Israelischer Film über einen Jungen, der Tanzen lernt. Für mich eine Spur zur rührselig.

Vollidiot: Die Buchvorlage dürfte mit diesem Zitat aus einer SZ-Rezension treffend beschrieben sein:

Es war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis es eine männliche Antwort auf Susanne Fröhlich oder Ildikó von Kürthy geben würde.

Die dann standesgemäß auch mit den üblichen TV-Comedy-Pappnasen verfilmt wird, allen voran Oliver Pocher als Hauptdarsteller. Am allerschlimmsten ist aber der Titelsong, in dem doch tatsächlich das tolle “Young Folks” von ausgerechnet Nena und Stephan Remmler verdeutscht wird. Urgs.

Mana: Beyond Belief (Mana – Die Macht der Dinge ): Esoterik im Kino. Nix für mich. Immerhin mit geiler Merchandising-Idee: Heilkarten zum Film hat man ja auch nicht alle Tage.

Nominiert

Überraschung neulich im E-Mail-Postfach: Mein Blog ist für einen Preis nominiert. Es handelt sich um die sogenannten “Superblogs 2007″, ausgelobt von der Medientauschplattform Hitflip. Nominiert wurden und werden Blogs, die sich mit Film, Musik und Büchern beschäftigen (dieses hier in der Kategorie “Medienübergreifend“).

Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich diese Nominierung annehmen möchte und ob ich darüber bloggen will. Schließlich ist das ganze im Kern nichts anderes als eine geschickte Marketingaktion von Hitflip. Man versucht sich an die Blogosphäre ranzuflanschen und hat damit auch einigen Erfolg. Über die Firma wird gesprochen, ihr Blog wird verlinkt, der Name wird bekannter. Hitflip hat solches schon mehrfach versucht, zuerst mit gekauften Blogeinträgen, später mit der sogenannten Blogitzeljagd.

Ich finde einen Versuch wie diesen aber deutlich sinnvoller, als das peinliche Ranwanzen, das Calvin Klein vor kurzem praktiziert hat, weil er die Blogosphäre nicht nur als billigen Link- und Aufmerksamkeitslieferanten missbraucht, sondern sie auch ernst nimmt und die Geschichte keine Einbahnstraße ist. Man holt Besucher auf seine Seite, schickt sie aber über die Nominierungslisten wieder auf Blogs, die sie vielleicht interessieren könnten. Von mir aus geht die Nominierung also in Ordnung. Ich werde aber auf den Button, den ich einbinden könnte, verzichten. Weil ich ihn ganz schön hässlich finde.

Wie üblich ist das interessanteste an der Aktion die Reaktionen darauf: Die einen lehnen eine Nominierung ab, andere nominieren sich erstmal selber und betteln aufdringlich um Stimmen. Wieder andere reagieren überhaupt nicht (Memo an mich: Nächstes mal diesem Beispiel folgen).

Wer abstimmen möchte, kann das ab sofort bis zum 23.4. hier tun.

Jewissermaßen

Hurra, Jürgen Kuttner hat eine Videokolumne. Bei der Netzeitung, mit dem Titel Was sagt eigentlich YouTube dazu?. Das Prinzip ist in etwa das gleiche wie bei Kuttners Videoschnipsel-Vorträgen, nur dass die vorgestellten Clips nicht aus den Tiefen der öffentlich-rechtlichen Fernseharchive, sondern aus dem Universalarchiv YouTube stammen. Feine Sache. Die Videonachbearbeitung, die dem ganzen einen Hauch von MTV-Hektik (nur viel billiger aussehend) verleihen, wäre aber nicht nötig gewesen.

Demnächst startet bei der Netzeitung auch die Bundesliga-Live-Berichterstattung vom WM-Studio Mitte. Kenne ich bisher nur vom Hörensagen, freue mich aber schon drauf.

Gute Leute, die sich offline vor einem kleinen Publikum bewährt haben, aber fürs Fernsehen zu schlau sind, ins Netz holen: ein super Trend. Mehr davon.

re:publica, Tag 3

Gemütlicher Ausklang mit Freibier auf der Straße.
Blogger A: Jetzt ist die Frauenquote doch ganz schön nach unten gesunken.
Blogger B: Ach, solange ich die Beine von Mercedes Bunz dort vorn sehe, ist das okay.

re:publica, Tag 2

Der Tag, an dem…

…ich endlich mal mein T-Shirt nicht umständlich erklären muss, sondern mehrfach drauf angesprochen werde, wie toll das sei.

Hike und ich endlich Nico und Guido von Jackpot Baby! kennenlernen.

…ich feststelle, dass Powerpoint Karaoke in der Praxis tatsächlich so funktioniert und extrem unterhaltsam ist, wie es in der Theorie klingt.

…die unglaubliche Präsentation Brotkultur in Europa für offene Münder sorgt.

…ein SMS-Kommentar, den ich beim Powepoint Karaoke absetze, mit Szenenapplaus bedacht wird.

…die re:publica ein wirklich gutes Abendprogramm bietet, das neben der schon genannten Show auch musikalisch fein ist: Toni Mahoni und seine charmante Beiläufigkeit, die Freie-Musik-Helden Jammin Inc., die zu zwölft auf der Bühne schwer einen los machen und zuletzt die Ohrbooten, die auch die Popos von Leuten wie mir, die mit Reggae und Hiphop nicht soviel anfangen können, ein bisschen zum Wackeln bringen.

…man aber auch ein paar interessante Vorträge gehört hat, z.B. ein Panel mit Udo Vetter u.a. über Rechtsfragen im Netz und die Diksussion zum Thema Werbung in Blogs, die nicht annähernd so kontrovers ausfiel, wie man sich das gewünscht hätte. Sascha Lobo kann aber auch ohne Gegner einen kämpferischen Eindruck machen.

re:publica, Tag 1

Gestern war der erste Tag der re:publica-Konferenz in Berlin. Noch nie habe ich soviele Laptops und schon gar nicht habe ich jemals soviele iBooks und MacBooks auf einem Haufen gesehen…
Sehr sympathisch: man sieht kaum Krawattenträger, die meisten Teilnehmer scheinen tatsächlich interessierte Laien, Studenten und Hobbyblogger zu sein. Mit Visitenkarten um sich werfende Businesstypen sind kaum vor Ort (was auch genau meine Erwartung und einer der Gründe dafür war, dass ich mich zur Teilnahme entschlossen habe).

Unter den Vorträgen, Workshops und Panels, die ich am ersten Tag gehört habe, war noch kein echter Knüller, aber durchaus ein paar interessante Beiträge: Nils Reiters Einführung in Yahoo!Pipes, Jan Schmidts Vortrag über die Mythen der Blogosphäre, Nicole Ebbers Einführung in die Basics von Creative Commons und das Panel zum Thema Mashups, das zuerst recht theoretisch und technisch geführt wurde, aber mit der Zeit zu einer interessanten Diskussion über Google und seine Dienste wurde. Eher ermüdend war dagegen der ziemlich trockene Vortrag von Volker Grassmuck über ein an sich interessantes Thema, die Geschichte der Wissensverbreitung von Gutenberg bis heute.

Die Kalkscheune in Mitte ist als Veranstaltungsort ideal, zumindest wenn man von der ursprünglich anvisierten Besucherzahl ausgeht. De facto sind es wohl deutlich mehr, was zwischendurch schon mal zu räumlichen Engpässen führt. Aber immerhin: das WLAN funktioniert.

Positivste Überraschung des ersten Tages ist eine kleine technische Spielerei: Mit einem Handy kann man re:publica-Veranstaltungen live per SMS kommentieren. Die Mitteilungen erscheinen direkt per Beamer im Vortragssaal und sorgen immer wieder für Lacher. Eine interessante Mischung aus SMS-Chat und Kommentartool, die man auch direkt im Web sehen kann.

Auf DVD: Rocky

Also eins kam man Rocky (dem Original aus dem Jahre 1976) schon mal nicht vorwerfen. Dass er komplex wäre. Nein, die Story ist extrem simpel und straight (was ja nichts schlechtes sein muss): Kleiner erfolgloser Boxer schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben, aus heiterem Himmel bekommt er die Chance auf einen großen Titelkampf, diesen begreift er als große Gelegenheit, den amerikanischen Tellerwäschertraum zu verwirklichen.

Diesen simplen Plot bringt der Film auch souverän rüber, begeistert hat er mich aber trotzdem nicht. Das kann unter anderem daran liegen, dass das Erzähltempo vor 31 Jahren nun mal deutlich behäbiger war als heute. Ich habe nichts gegen langsames und ruhiges Erzählen. Aber gegen langatmiges und schnarchnasiges, und beides ist in den ersten 90 Minuten der Fall. Dazu kommen Dialoge, die zumindest in der deutschen Synchro so hölzern klingen, dass es kracht.

Zwei Punkte haben mich aber noch mehr gestört: Zum einen die Lovestory mit Adrian, dem schüchternen Mauerblümchen von nebenan. Hier wollte man gegen ein Klischee arbeiten (mal kein sexy Babe als Partnerin des Helden), nur um sofort im nächsten zu landen (bebrilltes Mädchen, das nur darauf wartet, von einem Prinzen aufgeweckt zu werden). Und was genau finden die beiden jetzt am jeweils anderen so anziehend? Der zweite Knackpunkt ist Rockys unverhoffter Aufstieg zum Herausforderer eines Champions. Hier ist Drehbuchautor Stallone überhaupt nichts überzeugendes eingefallen: Der Champion fischt Rocky zufällig aus einem Boxer-Verzeichnis, weil er den Kampfnamen “Italian Stallion” so toll findet. Tut mir leid, das kauf ich euch nicht ab.

Im letzten Viertel kriegt der Film dann nochmal die Kurve: Rockys hartes Training, die Szene mit dem alten Mickey, der sich als Manager andient, der schöne Moment mit Rocky allein in der großen Halle am Vorabend des Kampfes und schließlich der meisterlich und (im Gegensatz zum Rest) auch sehr temporeich inszenierte Höhepunkt, der Kampf um den WM-Titel. Ich glaube ja, dass Rocky vor allem deshalb so einen Legendenstatus hat, weil die Geschichte des Films in der Realität gespiegelt wurde, weil der Schauspieler Stallone ebenso von Null auf Hundert ging wie der Boxer Rocky. Der American Dream halt. Mit heutigen Augen betrachtet, sieht man jedoch keinen Nobody auf der Leinwand, sondern einen Weltstar in jung, und das nimmt dem Film womöglich genau den Zauber, den er vielleicht mal gehabt hat.

Die Top 5 Hasen der Popkultur


(Backcover von Mawils Großem Supa-Hasi-Album, © Mawil)

Ostercontent: Wie man an dem Bild sieht, ist die Popkultur reich, ja überreich an Hasenfiguren. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist so. Hier sind meine Lieblingshäschen:

5. Roger Rabbit: Who framed Roger Rabbit? ist nach wie vor ein sehr rasanter, sehr charmanter Filmritt durch die Cartoon-Historie, der sehr viel Spaß macht und bis heute wohl der beste Real-Animiert-Mix, den’s gibt.

4. Bugs Bunny: Den gab’s im Vorabendprogramm, als es noch keine Privatsender gab. Die Anfangs- und Schlussmelodie kann bis heute wohl jeder immer noch auswendig, der in einem ähnlichen Zeitfenster groß wurde wie ich. Das Publikum war heute wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlussakkord in Moll…

3. Lapinot: Lewis Trondheims wunderbare Comic-Albenreihe Herrn Hases haarsträubende Abenteuer (Carlsen Verlag, auf französisch bei Dargaud) schickt einen Hasen und seine Kumpels in die verschiedensten Genreumgebungen. Trotz Hasenohren und Vogelschnäbeln sind die Protagonisten eigentlich ganz normale Typen, die nicht so recht erwachsen werden wollen. Eine genialer Slacker-Soap-Opera-Comic.

2. Der Duracell-Hase: Der süße rosa Hase, der länger trommelt als alle anderen, weil er so super Batterien drin hat. Ein Sandkastenfreund von mir, dessen Onkel in einem Elektrogeschäft arbeitete, hatte tatsächlich so ein Teil Zuhause. Hier gibt’s den Original TV-Spot.

1. Der tödliche Killer Rabbit aus Ritter der Kokosnuss:

Und wer ist euer Lieblingskarnickel?