Ein Gastbeitrag von Hike.

Black Sheep ist ein neuseeländischer Film, der sich zum Ziel gesetzt hat sachlich über die Gefahren der modernen Gentechnik aufzuklären.
Ist natürlich Quatsch. Sowohl die vorangegangene Aussage, als auch der Film. Die Beschreibung im, den Mund gerne auch mal etwas voller nehmenden FFF-Programmheft klang nach einem unterhaltsamen Fun-Splatter-Streifen. Wie gemacht für die Eröffnung des Festivals. Blut, Gedärme und gute Laune. Alleine, erfüllen konnte Black Sheep diese hochgesteckten Erwartungen nur sehr bedingt.
Die Handlung ist schnell erzählt: Gewissenloser Bauer macht ethisch unkorrekte Genexperimente mit seinen Schafen, um eine neue Superrasse gewinnbringend in alle Welt zu verkaufen. Zwei gutmenschelnde Tierschützer befreien eines der Versuchstiere, was natürlich, das wissen wir spätestens seit 28 Days later, eine sehr schlechte Idee ist. Das Genschaf splattert sich also munter durch die grünen Weiden, infiziert reihenweise Schafe und Menschen, bis schließlich im Showdown der gute Bruder des bösen Bauern klar Schiff macht und die blutrünstigen Wollknäuel ins Jenseits befördert.
Black Sheep ist sicherlich nicht durchgehend schlecht. Da wäre zu allererst die Grundidee hervorzuheben: Schafe! Nach Hunden, Krokodilen, Ratten, Haien, Ameisen, Spinnen, Walen, Bienen und etlichem anderen Ungetier war es definitiv mal an der Zeit Alternativen zu Wallace & Gromit oder Shaun the Sheep aufzuzeigen. Zu Gute halten muss man dem Film auch den weitgehenden Verzicht auf CGI-Effekte. Die meisten Schafe sind animatronische Modelle, die Splattereffekte gute alte Handarbeit. Kann sein, dass das bei mir noch generationsbedingt so ist, aber für mich macht das einen Film wesentlich charmanter, als die meisten der, trotz voranschreitender Prozessorleistung, immer noch irgendwie unwirklich glatt wirkenden CGI-Bilder. Auch bietet Black Sheep einige wenige unterhaltsame Dialoge. Mit Betonung auf wenige.
Und damit wären wir auch schon bei den Schwächen: Die Story ist arm an Einfällen und absolut unspannend, die Dialoge größtenteils wirklich humorfrei und die Charaktere sind aus dem bekannten Genrebaukasten: naive Ökoaktivisten, skrupelloser Anzugträger, phobienbelasteter Held (der aussieht wie Oliver Pocher), Mad Scientists und eine resolute Oma. Das muss nicht per se schlecht sein, hier wird daraus aber leider keinerlei Originalität geschöpft. Man merkt dem Film förmlich an, wie er sein großes neuseeländisches Vorbild Braindead erreichen will, dabei aber auf halbem Wege liegen bleibt. Sprühte Peter Jacksons kleines Meisterwerk vor quirligen Splatterslapstickeinlagen, reiht Black Sheep lediglich nur uninspiriert eine Goreszene an die andere und langweilt dazwischen mit einer öden, kaum vorhandenen Geschichte.
Die Reaktionen der Fanboysandgirls im Publikum waren dann auch eher verhalten. Szenenapplaus war selten und am Ende nur müdes Klatschen.

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