Im Kino: The Simpsons Movie

Die Simpsons also, nach 18 Jahren im Kino. Und? Größer, besser, ungeschnitten?
Nein, nicht unbedingt. Der Film hat im Grunde nichts zu bieten, was man nicht auch im Fernsehen hätte machen können. Die Animation ist von der gleichen Qualität, die man von der Serie kennt, ab und zu etwas digital aufgebrezelt. Und die Gags sind keineswegs böser oder frecher als im Fernsehen (mal abgesehen davon, dass wir kurz Barts Schniedel zu sehen bekommen). Geschweige denn schräger oder ungewöhnlicher.

Der Film ist also langweilig?
Ganz und gar nicht, nein. Wir haben hier einfach eine Simpsons-Episode, und zwar eine gute, in vierfacher Länge. Das hat durchaus seinen Reiz, denn so können sich die Autoren mal etwas mehr Zeit lassen und ihre Geschichte etwas „epischer“ und auch ruhiger erzählen als im Fernsehen, wo es immer Schlag auf Schlag gehen muss. Und das ist durchaus gelungen: Der Bogen wird über knapp 90 Minuten gehalten, das Timing und die Gagdichte stimmen. Und am Schluss ist, wie sich das gehört, wieder alles beim alten. Ich wurde bestens unterhalten und die anderthalb Stunden gingen rum wie nix. Der Film ist nicht die große Offenbarung, auf die manche nach all dem Hype und der Geheimniskrämerei vielleicht gehofft hatten, macht aber mehr Spaß als viele Folgen der jüngsten Serienstaffeln. Mir hat’s gefallen, und ich habe tatsächlich wieder Lust bekommen, mir öfter mal wieder die Simpsons im Fernsehen (oder besser auf DVD) anzusehen.

Was sind die besten Szenen?
Ach, die wurden doch überall schon nacherzählt, das bringt doch nix. Selber ansehen!

Muss ich dazu ins Kino?
Naja, man muss den Simpsons Movie nicht zwingend auf der großen Leinwand gesehen haben. Es gibt ein paar nette Totalen, in denen das Format ganz gut zur Wirkung kommt, aber ansonsten funktioniert das auf einem kleinen Bildschirm ebenso gut. Ein Kino hat halt bei Komödien immer den Vorteil, dass es sich gemeinsam einfach schöner lacht.

Kommt Apu vor? Und Barney? Lenny und Carl? Chief Wiggum, Krusty, Mrs. Krabab…
…jajaja, die kommen alle vor. Die Macher haben sich wirklich Mühe gegeben, fast jede Nebenfigur des Springfield-Universums mal durchs Bild laufen zu lassen. Aber dabei bleibt es in vielen Fällen auch. Die Story konzentriert sich wirklich sehr auf die Familie Simpson.

Die heilige Familie.
Oh ja, der Familiensinn, der als großer moralischer Wert schon immer in den Simpsons mitgeschwungen ist, kommt hier sehr stark zur Geltung. So sehr, dass es fast schon eine zu große Moralkeule ist.

Und Promi-Auftritte?
Gibt’s natürlich auch. Von Tom Hanks und Green Day. Die sind ganz nett, aber eher belanglos.

Und beim Abspann? Sitzenbleiben?
Eh klar. Hier lohnt es sich aber tatsächlich: Unter anderem gibt es die offizielle Hymne der Stadt Springfield zu hören, außerdem hat man dort einen der besten Gags des Films untergebracht.

 

4 Gedanken zu „Im Kino: The Simpsons Movie

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