Im Kino: OSS 117: Le Caire nid d’espions (OSS 117: Cairo, Nest of Spies)

Fantasy FilmfestZum Abschluss meiner kleinen Reihe mit Filmbesprechungen vom Fantasy Filmfest jetzt mein persönliches Highlight des Festivals. Und (ebenso wie die anderen Filme, die ich ausgesucht hatte) eher untypisch fürs FFF, dessen Schwerpunkt ja nach wie vor auf dem Horror- und Thrillerbereich liegt. Das Programm wird aber Jahr für Jahr reicher an Facetten, was auch sehr gut und richtig ist.

OSS117 von Michel Hazanavicius ist eine französische Komödie, eine Parodie auf Agentenfilme der 60er Jahre. Deren bekannteste Vertreter sind natürlich die Bond-Filme, es gab aber z.B. auch eine französische Buch- und Filmreihe mit eben diesem Geheimagenten 117. Diese Parodie beginnt schon beim extrem liebevollen Nachahmen von Details der Filme dieser Zeit, vom Vorspann über die Musik bis hin zum Filmmaterial: Dieser Film sieht tatsächlich so aus, als wäre er 40 Jahre alt. Würde man zufällig im beim Fernseh-Zappen auf ihn stoßen, man würde nicht gleich merken, dass er aus dem Jahr 2006 stammt.

Die Handlung ist nicht so wichtig, aber immerhin bietet der Film trotzdem eine stringent erzählte Geschichte: Topagent Hubert Bonisseur de La Bath alias OSS117 (gespielt vom Comedien Michel Hazanavicius) wird nach Kairo geschickt, wo einer seiner Kollegen verschwunden ist. Er soll die Umstände seines Verschwindens aufklären. Wir Zuschauer lernen bald, dass OSS117 zwar ein sehr gutaussehender und smart wirkender Typ ist, der auch mal im richtigen Augenblick die Fäuste sprechen lässt, dass er aber nicht gerade der schlaueste ist. Einige Running Gags spielen mit den massiven Mängeln in der Allgemeinbildung des Herrn Agenten, dem es aber stets gelingt, diese irgendwie zu überspielen.

Das wunderbare an diesem Film ist die Eleganz und die Leichtigkeit seines Humors. Die Gags sind subtil und intelligent. Wo ein Austin Powers auf die Schenkel klopft, zwinkert OSS117 mit dem Auge. Es ist eben keine „Verarschung“ voller blöder Gags und trotteliger Figuren. Es gibt (fast) keine Zoten, wenig visuellen Humor, dafür um so mehr Witz in den Dialogen. Sehr gekonnt nimmt der Film auch die mehr oder weniger subtile Frauen- und Fremdenfeindlichkeit des Genres auf die Schippe, denn OSS117 verhält sich in dem arabischen Land alles andere als politisch korrekt. Der Film schafft es, auch Araber und Schwule zu veralbern, tut dies aber auf eine eher liebevolle Weise.

Ich habe sehr viel gelacht an diesem Abend und würde diesen Film unbedingt auch ein zweites Mal sehen wollen. In Frankreich lockte OSS117 immerhin über 2 Millionen Zuschauer ins Kino, eine Fortsetzung ist geplant. Bleibt zu hoffen, dass sich ein Verleih findet, der den Film auch in Deutschland veröffentlicht. In fünf Städten läuft der Film noch in den nächsten Tagen. Wer in der Nähe ist, sollte hingehen. Es lohnt sich!

 

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