Auf DVD: Renaissance

Im Kino lief Renaissance bei uns nicht, war aber immerhin das Centerpiece beim Fantasy Filmfest ’06. Fünf Jahre hat der Franzose Christian Volckman an diesem aufwendigen CGI-Film für Erwachsene gearbeitet. Die Bewegungen von Schauspielern wurden per Motion-Capturing eingefangen, die Hintergründe entstanden komplett am Rechner. Als Sprecher der englischsprachigen Version konnte man unter anderem Daniel Craig und Ian Holm gewinnen.

Der Film spielt im Paris des Jahres 2054. Der offensichtlich mächtigste Konzern in dieser Zukunft ist Avalon, ein Gentechnik-Unternehmen, das mit seinen Produkten das Altern der Menschen verlangsamt. Als eine junge Mitarbeiterin von Avalon plötzlich verschwindet, begibt sich der toughe Polizist Karas auf Spurensuche und merkt, das hinter den Kulissen eine Verschwörung im Gange ist.

Inhaltlich ist Renaissance Standard-Genre-Kost, fast alle Elemente der Geschichte kennt man schon irgendwoher, zudem sind die Figuren so stereotyp wie’s nur geht. Der Cop ist der schweigsame Loner, die große Firma ist böseböseböse und die geniale Wissenschaftlerin ist, wie im echten Leben, jung, blond und sexy. Die Dialoge sind leider ziemlich hölzern, aber immerhin ist die Story ganz solide erzählt und wird nie ärgerlich blöde.

Seine Pluspunkte holt sich Renaissance ohnehin woanders, nämlich beim Look. Dies ist ein Film, den man anschaut, weil er so aussieht, wie er aussieht. Ein computeranimierter Film in schwarz-weiß, und zwar in richtig schwarz und richtig weiß. Volckman benutzt extreme Kontraste, so dass kaum Grautöne bleiben und so entsteht eine ganz eigene Ästhetik. Natürlich muss hier das Wort „Noir“ fallen, aber im Gegensatz zu anderen (Neo-) Noir-Filmen fehlt hier das Schmutzige und Kaputte, stattdessen könnte man hier fast von Hochglanz-Optik sprechen. Wenn da nicht soviel Schwarzflächen wären.

Besondere Sorgfalt verwendete man auch auf die Stadtansichten des futuristischen Paris. Die Kamerafahrten über moderne (und gleichzeitig klassisch wirkende) Architektur und das Spiel mit gläsernen Böden, die man an einigen Pariser Plätzen eingezogen hat, zählen zu den Höhepunkten des Films. Visuell also durchaus ein kleines Schmankerl, bei dem leider die Story nicht ganz mithalten kann.

Wer Filme auf Papier mag, kann sich auch die Renaissance-Graphic-Novel kaufen, einen aus Filmbildern zusammengestellten Comic (deutsch bei Cross Cult). Ich liebe Comics, halte aber von dieser Art der Comic-Adaption rein gar nichts.

 

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