Archive for September, 2007

Vorgekocht

Früher war das so: Wenn Mutti mal für ein paar Tage wegmusste, dann hat sie für Papi und die Kinder vorgekocht. Alle verfügbaren Tupperdosen waren gefüllt und die mutterlose Familie musste nur noch aufwärmen.

Jetzt bin ich auch ‘ne Weile weg und hab ein bisschen für euch vorgekocht. Tiefkühlcontent gibt’s jeweils montags, mittwochs und freitags. Aufwärmen müsst ihr selber.

Und ich kann jetzt nur noch auf das hier verweisen:

Hehe.

Trailerschau für Filmstarts vom 6.9.

Auf die DVD warten:
The Bourne Ultimatum (Das Bourne Ultimatum): Die Bourne-Filme haben mich aus irgendeinem Grund nie interessiert, aber dieser dritte Teil bekommt durchweg so gute Kritiken, dass ich doch neugierig werde. Vielleicht mal ein DVD-Triple-Pack nächstes Frühjahr…

Video Kings: Deutsche Low-Budget-Komödie mit reichlich Gaststars. Ist das jetzt das deutsche Clerks, ein zweites Bang Boom Bang, oder einfach nur unfassbar schlechter Trash? Die Meinungen gehen extrem auseinander. Ich bin jedenfalls neugierig.

Schwesterherz: NEON – Der Film: Heike Makatsch geht mit ihrer 18jährigen Schwester in Urlaub und merkt, dass sie selber eben keine 18 mehr ist. Geschrieben von la Makatsch zusammen mit FAS-Autorin Johanna Adorján. Und Musik vom Hund Marie.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Ha-Buah (The Bubble): Junges Kino aus Israel über eine WG in Tel Aviv.

Muss nicht sein:
Hairspray: Ich behaupte jetzt mal ganz dreist: Das Original von John Waters ist so gut, dass ein Remake völlig überflüssig ist. Und wer will schon John Travolta, wenn er Divine kriegen kann?

Max Minsky und ich: Deutscher Kinderfilm, in dem Basketball gespielt wird, und der irgendwie angenehm “öffentlich-rechtlich” aussieht, obwohl er von ProSiebenSat1 coproduziert ist.

Saint-Jacques … La mecque (Saint-Jacques … Pilgern auf Französisch): Pilgerkomödie der Regisseurin von Drei Männer und ein Baby. Wird sicher ein Renner auf Pfarrfesten.

Toni Goldwascher: Kinderheimatfilm über einen “bayerischen Tom Sawyer”, der kurz nach dem 2. Weltkrieg am Inn aufwächst.

Auf DVD: Tenacious D in the Pick of Destiny (Kings of Rock – Tenacious D)

Seit er ein kleiner Junge war, ist JB Rock-Fan, seine Idole sind die großen Rocker und die langhaarigen Helden des Heavy Metal, natürlich will er selbst so einer werden. Also sucht er sein Glück in Hollywood und trifft dort auf einen Straßenmusiker namens Kyle, bei dem er von nun an in die Lehre geht. Gemeinsam gründen JB und Kyle eine Band, die aber entsetzlich erfolglos bleibt. Das soll sich ändern, als sie herausfinden, dass es ein Plektron des Schicksals gibt, entstanden vor vielen hundert Jahren aus einem Zahn Satans. Wer dieses Plektron besitzt, hat die volle Macht über den Rock.

JB ist Jack Black, Kyle ist Kyle Gass und ihre Band ist Tenacious D, ein Comedy-Rock-Duo, das in den USA schon seit einigen Jahren Erfolg hat, eine eigene HBO-Show hatte und diverse Platten veröffentlicht hat. Im kleinen Rahmen wurden sie hierzulande durch ihren Song “Tribute” und das dazugehörige Video bekannt.

Ihr Kinofilm Tenacious D in the Pick of Destiny ist im Grunde eine extended version dieses Clips. Ein Kampf gegen den Teufel, witzige Songtexte und eine ehrliche Liebe zur Rockmusik (bzw. zu ihrer eher etwas peinlichen, breitbeinigen Spielart) und die gleichzeitige Parodie ihrer Klischees, das mangelhafte Schauspieltalent von Kyle Gass und das gnadenlose Overacting von Jack Black: Was “Tribute” in viereinhalb Minuten verhandelt, bekommen wir im Film in 90 Minuten. Zusätzlich gibt es eine Reihe von überaus charmanten Gastauftritten (Meat Loaf, Ben Stiller, Tim Robbins), die die besten Szenen des Films ausmachen.

Außerdem im Film: Spaß mit Darmwinden und Betäubungsmitteln. Jawohl, der Film beginnt noch vor dem Studio-Logo mit einem Furz- und Kifferwitz und er endet, nach dem Abspann, mit einem Kiffer- und Furzwitz. Nun ziehe ich zwar einen mit Verve vorgetragenen Flatulenz-Gag jederzeit den lahmen Slapstick-Evergreens “Typ knallt gegen Scheibe” oder “Typ kriegt Ball an’n Kopp” vor, aber intellektuell befriedigend sind Pups-Witze nur sehr bedingt. Zum Glück gibt es nicht nur Humor dieses Niveaus. Tenacious D pendeln hier zwischen richtig guten, parodistischen Szenen und plattestem Zotenhumor. Oder anders gesagt: zwischen Power Slide und Cock Push-Ups. Am meisten mochte ich die Songs, angefangen mit der Musicalnummer aus JBs Jugend bis zum großartigen, rausgeschnittenen Song “The Government Totally Sucks”, den man im Bonusmaterial der DVD findet. An dem Gerücht, dass die Songtexte in der deutschen Fassung ebenfalls synchronisiert wären, ist zum Glück nichts dran. Trotzdem schaut man sowas natürlich besser im Original, liebe Kinder.

Kommen wir zur Gesamteinschätzung. Für absolute Jack-Black-Fans: Pflicht. Für Leute, die noch nie was mit Gitarrenmusik anfangen konnten: Finger weg! Für alle, die die Verbindung von Musik und Comedy mögen: Ein okayer Film, den man sich einmal anschauen kann und ganz gut unterhalten wird, der aber die großen Klassiker wie This is Spinal Tap oder die Blues Brothers nicht annähernd erreicht. Und wenn wir von Filmen sprechen, in denen zwei gute Kumpels ihr Nerdtum auf witzige Weise ausleben, dann bleiben derzeit ohnehin Pegg & Wright die ungeschlagenen Kings.

Bilderrätsel zum Wochenende

Welcher Film?

 

(Foto links: myfear, Foto rechts: fhansenphoto)