Im TV: Schmidt & Pocher

Das wirklich blöde an der ersten Ausgabe von Schmidt & Pocher war, dass ich das Siegtor von Toni Kroos verpasst habe (aber zum Glück wurde das Spiel ja vom ZDF gezeigt…).

Ansonsten war die Show im soliden Mittelmaß: Nicht so toll, wie von vielen erhofft, aber auch nicht so schrecklich, wie von manchen befürchtet. Nach einem gewohnt lahmarschigen Standup-Teil von Schmidt betrat Oliver Pocher die Bühne mit einer Michael-Jackson-Tanznummer. Michael Jackson? Wann war der nochmal groß? Ich dachte, Pocher soll die jungen Zuschauer ziehen. Die kennen Jacko doch gar nicht mehr.

Egal. Von da an saß Schmidt also mit Pocher am Bananentisch. Schmidt blieb klar der Chef, Pocher gab eine Art erweiterten Andrack Junior (machte darin aber eine deutlich bessere Figur als Manuel Andrack, der halt einfach eine Spur zu gemütlich war). Und spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde die Sendung zur puren TV-Referenzmaschine. Es ging praktisch nur noch um andere TV-Sendungen, die mal mehr, mal weniger gelungen aufgespießt wurden. Das kann von mir aus gerne so bleiben, eine ironische Selbstbespiegelung des Mediums kann das Fernsehen immer gut gebrauchen (Zapping gibt’s ja nicht mehr, Kalkofe nur ab und zu, und Raab will ich nicht sehen). Da nehme ich auch in Kauf, dass manche Gags an mir vorbeigehen, weil ich diesen RTL-Schuldnerberater nun mal nicht kenne. Ich kenne dafür Podolski und Kahn und habe mich bei Pochers Parodien der beiden gar köstlich amüsiert.

Die Show war noch lange nicht rund, wahrscheinlich auch mindestens ne Viertelstunde zu lang, aber doch deutlich unterhaltsamer als viele der kreuzlangweiligen Sendungen, die Harald Schmidt zuletzt abgeliefert hatte. Die beiden — für mich — besten Gags kamen jeweils ungeprobt und spontan (vermute ich jedenfalls): Als Pocher eine Pointe verhaut, meint Schmidt zu ihm „Kein Problem, Waldi.“ Und als sie später mit Jauch auf dem Anne-Will-Sofa sitzen und Schmidt eine Super-Nanny-Szene zitiert (ich sagte ja, TV-Referenzen galore), in der ein Vater seinen Sohn anbrüllt er solle jetzt endlich mal DUSCHEN gehen, meint Pocher nur, vielleicht solle man jetzt nochmal das Naz-O-Meter rausholen. Hihi. Beziehungsweise eher hoho.

Insgesamt also ein passabler Start mit einigen Timing-Schwächen und einem miserablen Einspieler mit einem unlustigen Arzt namens Hirschhausen. Der kann gerne wegbleiben.

 

5 Gedanken zu „Im TV: Schmidt & Pocher

  1. Ich empfand den Humor der Sendung als relativ enttäuschend, bestes Spiegelbild dafür war wohl Günthe Jauch, bei dessen Gesichtsausdruck man sah, was er von der Sendung hielt.

  2. Ts, ich dachte, ich könnte die Sendung online nachverfolgen im Nachhinein – bis mir einfiel, dass das ja nicht das ZDF ist… Seufz…
    Ad Astra

  3. zu solchen gelegenheiten tut ihr medienfuzzies mir echt mal leid =)
    abschalten. sofort.

Kommentare sind geschlossen.